Bundestrainer Michael Prus stellt die U16-Nationalspieler vor, die am Montag nach Delmenhorst kommen

Die potenziellen Stars von morgen

Delmenhorst. Im Jahr 2011 war die deutsche U16-Nationalmannschaft schon einmal in der Region zu Gast. In Rotenburg/Wümme gewannen die Fußballtalente mit 2:0 gegen Rumänien.
29.09.2016, 00:00
Lesedauer: 6 Min
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Die potenziellen Stars von morgen
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Im Jahr 2011 war die deutsche U16-Nationalmannschaft schon einmal in der Region zu Gast. In Rotenburg/Wümme gewannen die Fußballtalente mit 2:0 gegen Rumänien. Damals mischten drei Spieler mit, die kürzlich in Rio olympisches Silber holten: Niklas Süle von der TSG Hoffenheim sowie Max Meyer und Leon Goretzka vom FC Schalke 04. Am Freitag nun spielt das aktuelle U16-Team des Deutschen Fußballbundes wieder in Rotenburg (17.30 Uhr), am Montag dann in Delmenhorst (15 Uhr). Gegner ist jeweils Österreich. Eine Mannschaft, die laut U16-Bundestrainer Michael Prus schon eingespielter ist als die Deutschen. „Da können sich unsere Spieler auf internationaler Ebene beweisen. Genug Qualität haben wir“, betont der frühere Schalke-Profi.

22 hoffnungsvolle Nachwuchskicker hat Prus für die beiden Partien berufen. Sie alle spielen in den Jugendteams von großen Profiklubs, doch noch sind ihre Namen nur echten Insidern bekannt. In fünf Jahren könnten einige von ihnen allerdings so prominent sein wie heute Süle, Meyer oder Goretzka. Ein Blick auf die DFB-Talente lohnt sich also.

Lino Kasten, Torwart, VfL Wolfsburg: Anfang September bestritt das neu zusammengestellte U16-Nationalteam seine ersten beiden Partien gegen Wales (5:1 und 3:0). Im Tor standen der Hoffenheimer Daniel Klein und der Stuttgarter Sebastian Hornung. Gegen Österreich testet Prus nun zwei andere Keeper, die bei den Sichtungslehrgängen ebenfalls zu überzeugen wussten. Einer von ihnen ist Lino Kasten. Er belegt mit dem VfL Wolfsburg in der B-Junioren-Regionalliga Nord aktuell den zweiten Platz. Am vergangenen Wochenende spielte das Team 2:2 gegen den FC St. Pauli, und U16-Bundestrainer Prus war unter den Zuschauern. „Da hat Lino seine Sache insgesamt gut gemacht“, lobt er.

Luca Unbehaun, Torwart, Borussia Dortmund: Erst im Sommer wechselte Luca Unbehaun vom VfL Bochum nach Dortmund. Beim BVB halten sie derart große Stücke auf den Neuen, dass sie ihn gleich zum Stammtorwart des U17-Bundesliga-Teams machten. Unbehaun rechtfertigte das Vertrauen: In sechs Partien musste er nur sechs Mal hinter sich greifen, und Dortmund liegt in der Bundesliga West auf Platz zwei.

Tom Kinitz, Abwehr, VfL Wolfsburg: Auch Tom Kinitz beobachtete Prus am Wochenende. In der U17-Bundesliga Nord/Nordost kam der Tabellenvierte Wolfsburg nicht über ein 2:2 beim Schlusslicht Niendorfer TSV hinaus. „Tom hat aber souverän gespielt. Er ist technisch gut und kann für Stabilität sorgen“, sagt Prus über den Innenverteidiger, der auch schon für Hannover 96 auflief.

Robin Kölle, Abwehr, VfL Wolfsburg: Er spielt wie Keeper Kasten für Wolfsburg in der Regionalliga Nord. Prus bezeichnet Robin Kölle als „bissigen Rechtsverteidiger, der in der Defensive reinhaut, ohne unfair zu sein“.

Alexander Kopf, Abwehr, VfB Stuttgart: In der vergangenen Saison warf Alexander Kopf eine langwierige Verletzung zurück. „Jetzt ist er wieder auf einem guten Weg“, sagt Prus. Der Innenverteidiger steht im U17-Bundesliga-Kader der Stuttgarter, kam dort aber noch nicht zum Einsatz. Dafür war er gegen Wales in beiden Duellen mit von der Partie.

Elias Oubella, Abwehr, 1. FC Köln: Auf ihn ist Michael Prus besonders gespannt. „Elias ist ganz neu dabei. Ihn sehe ich gegen Österreich zum ersten Mal auf internationalem Niveau“, sagt der Bundestrainer. In Köln läuft der Abwehrspieler in der U17-Bundesliga West auf und bestritt dort bisher alle sechs Spiele für den Tabellendritten.

Louis Poznanski, Abwehr, SV Werder Bremen: „Für ihn sind die Spiele gegen Österreich natürlich etwas Besonderes“, sagt Prus über Louis Poznanski. Der Linksverteidiger ist nämlich der einzige Werder-Spieler im Aufgebot für die zwei Begegnungen im Bremer Umland. Poznanski war schon in den Partien gegen Wales dabei und hat zudem ein U15-Länderspiel absolviert. Auch zur polnischen Jugend-Nationalmannschaft wurde er eingeladen, doch er entschied sich für Deutschland. Werder holte das Talent 2012 vom ATSV Sebaldsbrück. 2014 belegte Poznanski mit dem Bremer Gymnasium Links der Weser den zweiten Platz beim Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“. In der U17-Bundesliga Nord/Nordost ist er mit Werder momentan Zweiter und kam bislang zu vier Einsätzen. Prus hebt insbesondere Poznanskis Dynamik hervor.

Jannis Rabold, Abwehr, Karlsruher SC: In der U17-Bundesliga Süd/Südwest steht Jannis Rabold mit Karlsruhe an Position drei. Der Rechtsverteidiger kam auch schon für das U15-Nationalteam zum Einsatz. „Er hat ein solides Zweikampfverhalten und ist im Spiel nach vorne sehr dynamisch“, schildert Prus.

Oscar Schönfelder, Abwehr, 1. FSV Mainz 05: Für den erkrankten Frankfurter Patrick Finger wurde Oscar Schönfelder nachnominiert, der für die Mainzer U16 in der Regionalliga Südwest im Einsatz ist. „Gerade am Wochenende hat er ein Tor erzielt und dürfte voller Elan sein“, sagt Prus.

Tom Krauß, Mittelfeld, RB Leipzig: Eigentlich sollte Tom Krauß gar nicht dabei sein, doch dann musste der Hoffenheimer Antonis Aidonis verletzt passen, und der Leipziger wurde nachnominiert. Der defensive Mittelfeldspieler erzielte gegen Wales einen Treffer und bildete im Mittelfeld mit Kaan Kurt ein spielstarkes Doppel. „Wir verstehen uns auf und neben dem Platz sehr gut“, sagte Krauß laut dfb.de. Für Leipzig war er in der U17-Bundesliga Nord/Nordost auch schon einmal erfolgreich.

Julian Albrecht, Mittelfeld, Hertha BSC: Mit den Berlinern belegt Julian Albrecht aktuell den sechsten Rang in der U17-Bundesliga Nord/Nordost. Der zentrale Mittelfeldakteur war in allen bisherigen sechs Partien dabei. „Julian ist körperlich schon ziemlich weit und kann das Spiel gut verlagern“, findet Prus.

Kaan Kurt, Mittelfeld, Borussia Mönchengladbach: Er ist der Jüngste im U16-Nationalteam. Während seine Teamkollegen alle schon 15 Jahre alt sind, ist Kaan Kurt noch bis Dezember 14. „Er hat aber schon einige Spiele auf dem Buckel“, verweist Prus auf die Erfahrung des Youngsters. Gegen Wales wusste Kaan im defensiven Mittelfeld zu überzeugen und war sogar Kapitän. „Er ist zweikampfstark und hat gute Ideen“, betont Prus. Für Mönchengladbach läuft Kurt in der Niederrheinliga auf.

Oliver Bias, Mittelfeld, RB Leipzig: Mit dem deutschen U15-Team spielte Oliver Bias schon gegen die Niederlande, damals noch als Rechtsverteidiger. Prus sieht den Leipziger eher im Mittelfeld und nennt ihn einen „kleinen, wendigen Dribbler“. Für RB kommt Bias in der U17-Regionalliga Nordost zum Einsatz.

Oliver Batista-Meier, Mittelfeld, FC Bayern München: Im A-Nationalteam undenkbar, findet sich im U16-Aufgebot nur ein Spieler des FC Bayern. Und Oliver Batista-Meier spielt auch erst seit Kurzem für den Rekordmeister, bis Sommer war der offensive Mittelfeldspieler für den 1. FC Kaiserslautern aktiv. Für die Bayern gelang ihm in der U17-Bundesliga Süd/Südwest in sechs Partien ein Treffer. „Olli ist dribbelstark und hat einen guten Abschluss“, sagt Prus.

Can Bozdogan, Mittelfeld, 1. FC Köln: In der Mittelrheinliga liegt Can Bozdogan mit der Kölner U16 souverän an der Tabellenspitze und erzielte bereits zwei Treffer. Für Deutschland spielte der Kölner auch schon im U15-Bereich, Prus setzt nun im zentralen offensiven Mittelfeld auf Bozdogans „gutes Auge und schöne Pässe“.

Per Lockl, Mittelfeld, VfB Stuttgart: „Er kann Spiele entscheiden, denn er hat einen guten Abschluss mit links“, sagt Michael Prus über Per Lockl. Gegen Wales untermauerte der Linksfuß diese Aussage bereits und schoss ein Tor. Für Stuttgart traf Lockl, der vom FSV Frankfurt nach Schwaben wechselte, in der U17-Bundesliga Süd/Südwest ebenfalls schon ein Mal.

Merveille Papela, Mittelfeld, 1. FSV Mainz 05: Auf die Form von Merveille Papela ist Michael Prus gespannt. „Er war länger verletzt. Mal sehen, wie er drauf ist.“ Gegen Wales war Papela noch nicht dabei, für Mainz traf er in der U17-Bundesliga Süd/Südwest in vier Partien ein Mal. „Er ist ein Stratege, der ein Spiel lesen kann“, schildert Prus.

Ole Pohlmann, Mittelfeld, VfL Wolfsburg: Er steht für Torgefahr. Gegen Wales gelang Ole Pohlmann ein Tor, in der U17-Bundesliga kommt der Offensivspieler auf zwei Treffer und zwei Torvorlagen für Wolfsburg. „Ole ist körperlich sehr weit und vor dem Tor immer gefährlich“, sagt Prus.

Mohamed El Bakali, Sturm, Borussia Mönchengladbach: Er ist zum ersten Mal im U16-Nationalteam dabei und kann sich gegen Österreich in den Vordergrund spielen. Für Mönchengladbach läuft Mohamed El Bakali in der Niederrheinliga auf, wo er für den Spitzenreiter bisher zwei Mal erfolgreich war. „Er ist ein wendiger und schneller Stürmer, den ich vorne im Zentrum sehe“, erklärt Prus.

Erkan Eyibil, Sturm, 1. FSV Mainz 05: Gegen Wales ließ Erkan Eyibil mit einem Tor aufhorchen. „Da hat er das sehr gut gemacht“, lobt Prus den Stürmer, der für Mainz in der U17-Bundesliga auch schon zwei Mal traf. „Erkan ist beweglich und schafft Räume. Außerdem arbeitet er gut in der Defensive mit“, sagt der Bundestrainer.

Fabrice Hartmann, Sturm, RB Leipzig: Sein großer Vorteil ist die Beidfüßigkeit. „Außerdem hat er ein gutes Tempo“, findet Prus. Gegen Wales war Fabrice Hartmann in beiden Spielen dabei, erzielte aber kein Tor. Das will er nun gegen Österreich nachholen. In der U17-Bundesliga durfte er für Leipzig bisher bei sechs Einsätzen ein Mal jubeln.

Justin Weber, Sturm, Hertha BSC: Mit einem Doppelpack schoss Justin Weber die Berliner am Wochenende in der Regionalliga Nordost zu einem 4:2-Sieg über RB Leipzig. Insgesamt traf der Stürmer für den aktuellen Tabellenführer schon drei Mal. Oft glänzt Weber aber auch als Vorbereiter. „Er ist ein schneller Außenbahnspieler, der gute Flanken schlägt“, sagt Prus.

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