Heidkrugs Aufstieg passé / Trainer weg Die Rückkehr des Chaosklubs

Delmenhorst. Nach dem geglückten Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga schien die Welt am Mittwochabend noch in Ordnung zu sein, doch anschließend ist beim TuS Heidkrug wieder einmal das Chaos ausgebrochen. Die Spieler sprachen sich mehrheitlich gegen ihren Trainer Matthias Trätmar aus, der daher am Donnerstagabend ebenso gehen musste wie sein Assistent Harald Grüner. Einen Tag später hatte sich auch der Aufstieg erledigt: Da die Heidkruger im ersten Relegationsspiel gegen den SV Ofenerdiek vier statt der erlaubten drei Akteure eingewechselt hatten, wurde die Partie mit 0:5 gegen sie gewertet (wir berichteten). "Das ist eine fürchterliche Konstellation", fasste die Heidkruger Vorsitzende Marion Grotheer zusammen.
17.06.2013, 05:00
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Die Rückkehr des Chaosklubs
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Nach dem geglückten Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga schien die Welt am Mittwochabend noch in Ordnung zu sein, doch anschließend ist beim TuS Heidkrug wieder einmal das Chaos ausgebrochen. Die Spieler sprachen sich mehrheitlich gegen ihren Trainer Matthias Trätmar aus, der daher am Donnerstagabend ebenso gehen musste wie sein Assistent Harald Grüner. Einen Tag später hatte sich auch der Aufstieg erledigt: Da die Heidkruger im ersten Relegationsspiel gegen den SV Ofenerdiek vier statt der erlaubten drei Akteure eingewechselt hatten, wurde die Partie mit 0:5 gegen sie gewertet (wir berichteten). "Das ist eine fürchterliche Konstellation", fasste die Heidkruger Vorsitzende Marion Grotheer zusammen.

Schon vor rund drei Wochen hatte sich der Spielerrat an Trätmar gewandt. "Bis dahin war für mich alles gut. Dann hieß es plötzlich, dass Teile der Mannschaft unzufrieden mit mir und dem Training sind", sagte der 47-Jährige. Trotzdem machte Trätmar bis zum Saisonende weiter: "Ich wollte es sauber durchziehen." Grotheer hoffte bis zuletzt, dass sich alles wieder einrenkt. Am Mittwochabend besiegten die Heidkruger den STV Voslapp im entscheidenden Relegationsspiel mit 2:1 und schafften den vermeintlichen Bezirksliga-Aufstieg. "Wir dachten, die Spieler besinnen sich nach diesem Erfolg", sagte Grotheer.

Am Tag danach war das Team aber immer noch mehrheitlich gegen Trätmar, Fußball-Abteilungsleiter Christoph Ernst teilte dies dem Trainer am Donnerstagabend mit. "Ich bin zum Spielball geworden. Von Teilen der Mannschaft bin ich tief enttäuscht", meinte Trätmar. Viele Spieler hätten überzogene Erwartungen. "Die denken, sie spielen in der Regionalliga und wollen nur bespaßt werden", beklagte der 47-Jährige. "Der Trainer muss Kekse verteilen und die Wasserflaschen aufdrehen."

Ursprünglich hatte Trätmar einen mündlichen Vertrag für die kommende Saison. 17 Spieler hatten laut dem Ex-Coach schon zugesagt. Das ist nun alles hinfällig, auch wenn Grotheer betonte: "Der Vorstand hat dem Trainer nicht offiziell gekündigt. Die Spielerschaft ist gegen ihn." Eine Zukunft in Heidkrug hat Trätmar aber nicht. Die aktuelle Konstellation erinnert fatal an die Landesliga-Saison 2011/12, als die Heidkruger Mannschaft ihren damaligen Coach Ralf Faulhaber nicht mehr wollte, der Vorstand dessen Kontrakt aber nicht auflöste.

Protest beim Staffelleiter eingelegt

Gegen den aberkannten Bezirksliga-Aufstieg haben die Heidkruger am Wochenende beim zuständigen Staffelleiter Klaus Sabisch Protest eingelegt. Begründung: Da die Umwertung des Ofenerdiek-Spiels erst am Freitag bekannt wurde, habe die Partie in Voslapp unter irregulären Bedingungen stattgefunden. Die Erfolgschancen dürften gering sein. "Aber wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen", erklärte Grotheer. Die Verantwortung für den Wechselfehler übernahm unterdessen Heidkrugs Fußball-Abteilungsleiter und 2. Vorsitzender Christoph Ernst, der das Formular mit den Relegations-Regeln nicht weitergeleitet hatte. "Ein fataler Fehler, der in der Überbelastung begründet ist. Jeder hat wohl schon mal etwas falsch gemacht", nahm die Vorsitzende Grotheer ihn in Schutz. Ernst trat trotzdem von seinen Ämtern zurück.

Durch den Heidkruger Fauxpas hätte Ofenerdiek in die Bezirksliga aufrücken können, doch der Verein verzichtete. Somit steigt nun Voslapp auf. "Sie sollten das ablehnen, denn sportlich hat es Heidkrug verdient", sagte der geschasste Trainer Trätmar. Wenn Heidkrug weiter in der Kreisliga spielen muss, rechnet die Vorsitzende Grotheer mit einer Abwanderungswelle: "Die meisten Spieler wollten in die Bezirksliga. Ich befürchte, dass viele den Verein verlassen werden." Morgen Abend trifft sich die Heidkruger Mannschaft, um über die Zukunft zu sprechen.

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