Als Saisonziel hatte Vilsen Platz sechs bis zehn ausgegeben, ist aber souveräner Kreisliga-Spitzenreiter Die Wahrheit ist weitaus beeindruckender

Br.-Vilsen. Wenn man als Absteiger vor einer neuen Saison steht, weiß man selten, wie es um die eigene Leistungsfähigkeit genau bestellt ist. Hat die Mannschaft den Ehrgeiz, in der tieferen Liga mit gleichem Engagement zu Werke zu gehen? Wie lassen sich die Abgänge kompensieren, die einer solchen Entwicklung normalerweise folgen? Auch Uwe Sieling, der Trainer des SV Bruchhausen-Vilsen, schien seiner Sache vor Beginn der Spielzeit in der Fußball-Kreisliga Diepholz nicht sicher zu sein.
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Von lars lucke

Br.-Vilsen. Wenn man als Absteiger vor einer neuen Saison steht, weiß man selten, wie es um die eigene Leistungsfähigkeit genau bestellt ist. Hat die Mannschaft den Ehrgeiz, in der tieferen Liga mit gleichem Engagement zu Werke zu gehen? Wie lassen sich die Abgänge kompensieren, die einer solchen Entwicklung normalerweise folgen? Auch Uwe Sieling, der Trainer des SV Bruchhausen-Vilsen, schien seiner Sache vor Beginn der Spielzeit in der Fußball-Kreisliga Diepholz nicht sicher zu sein.

Wie sonst ließe sich die große Diskrepanz zwischen dem ausgegebenen Ziel, sechster bis zehnter Tabellenplatz, und dieser überragenden Hinrunde erklären? Mit derzeit zehn Punkten Vorsprung, einige Spielausfälle verzerren freilich die Situation der nachfolgenden Teams, führt Vilsen die Liga unangefochten an. An die letzte Saisonniederlage am 19. September beim 2:3 gegen den SC Twistringen erinnern sich nur noch die Vereinsältesten, und auch was die Tordifferenz angeht, zeigen sich nach der Hinrunde nur wenige Konkurrenten auf Augenhöhe.

Erklärungsansätze für den Höhenflug gibt es reichlich. Nach der heftigen Schlappe gegen den SV Heiligenfelde am dritten Spieltag stellte Uwe Sieling im Defensivbereich taktisch um und setzte mit Tim Gödecke auf einen ausgesprochen umsichtigen Libero, der zudem als Freistoßspezialist reüssierte. Allein acht Treffer gingen nach Standardsituationen auf Gödeckes Konto. Mit André Brunotte schlug ein zweiter Neuzugang im Abwehrbereich voll ein, sodass der mit Kreuzbandriss ausgefallene Defensivstratege Fabian Schlechter vollwertig ersetzt werden konnte.

"Im Augenblick", sagt Erfolgstrainer Uwe Sieling, "stimmt bei uns einfach die Mischung. Unsere Neuzugänge aus der eigenen A-Jugend, wie Alexander Heyen und Simon Schmidtmeyer, bringen Top-Leistungen. Gleichzeitig haben wir hinten mit Lionello Brandolino geballte Fußballerfahrung und Übersicht, von der alle profitieren." Hinten steht der SV Bruchhausen-Vilsen in der Regel sicher und vorne treffen Wilken Harf und Heinrich Büntemeyer scheinbar nach Belieben. Allein Wilken Harf erzielte bislang 21 der 51 Treffer und hat dabei, wie Uwe Sieling augenzwinkernd anmerkt, noch nicht einmal eine Topquote.

Ob die Mannschaft in der Winterpause personell verstärkt wird, entscheidet sich in den ersten Januarwochen. Solange Vilsen aber weiterhin einigermaßen vom Verletzungspech verschont bleibt, besteht kein Zugzwang. Genauso wenig wie in der Aufstiegsfrage, die der Verein ganz unverkrampft angehen will. "Wenn wir am Ende oben stehen", betont Uwe Sieling, "nehmen wir den Aufstieg natürlich gerne mit, aber wir machen uns da keinen Druck."

Gleich zum Auftakt stehen richtungsweisende Duelle gegen die direkten Konkurrenten Heiligenfelde, Sulingen und Stuhr an. Lässt der SV dabei nicht zu groß Federn, wird er die Favoritenrolle bis zum Ende der Saison wohl nicht mehr los.

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