VSK Osterholz-Scharmbeck tut sich selbst in Überzahl beim 2:0 über Eintracht Elbmarsch schwer Die Weite des Raumes nicht genutzt

Mit einem 2:0 (0:0) im Heimspiel gegen Eintracht Elbmarsch hat der VSK Osterholz-Scharmbeck seine Serie ungeschlagener Spiele in der Landesliga Lüneburg fortgesetzt und sich auf den neunten Tabellenplatz verbessert. Überzeugend fiel der Sieg freilich nicht aus – zumal die Gastgeber ab der 64. Minute sogar in doppelter Überzahl spielten und in der Phase nur noch einen Treffer nachlegten.
25.03.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Thomas Müller

Mit einem 2:0 (0:0) im Heimspiel gegen Eintracht Elbmarsch hat der VSK Osterholz-Scharmbeck seine Serie ungeschlagener Spiele in der Landesliga Lüneburg fortgesetzt und sich auf den neunten Tabellenplatz verbessert. Überzeugend fiel der Sieg freilich nicht aus – zumal die Gastgeber ab der 64. Minute sogar in doppelter Überzahl spielten und in der Phase nur noch einen Treffer nachlegten.

Osterholz-Scharmbeck. Es lag nicht nur an dem eisigen Ostwind, dass die gestrige Partie der Fußball-Landesliga Lüneburg zwischen dem VSK Osterholz-Scharmbeck und Eintracht Elbmarsch kaum erwärmende Momente bot. Jedenfalls nicht in der ersten Halbzeit. Auf der einen Seite eine tief stehende Gästemannschaft, die nur auf Fehler des Gegners wartete und selten die Initiative ergriff. Auf der anderen Seite die Platzherren, die zwar ein Plus an Ballbesitz verzeichneten, aber so gut wie gar nicht gefährlich vors gegnerische Tor kamen. Dass der VSK am Ende mit 2:0 den Platz als Sieger verlassen würde, war lange Zeit nicht abzusehen.

Dabei war es gestern wohl leichter als in den meisten Heimspielen davor, einen klaren und hohen Erfolg zu landen. Den Dreier hatte sich der VSK verdient, aber es war eine schwere Geburt. Bezeichnend im ersten Durchgang, dass ausgerechnet der abstiegsgefährdete Tabellenvierzehnte zwei Torchancen durch Mark Schade besaß, die VSK-Torwart Marc-Philip Reck aber problemlos parieren konnte. Die Vierer-Abwehrkette mit Marius Bosse und Baris Kocademir im Zentrum wurde ansonsten nicht ernsthaft geprüft. Die Fehlerquellen lagen im Mittelfeld.

Fehlpassfestival im Mittelfeld

Während sich die Gäste in vielen 1:1-Situationen durchsetzten, verzettelte sich der VSK in viel zu verschnörkelten Aktionen, verlor oftmals schon nach zwei oder drei Kontakten wieder den Ball. Das hatte was von einem Fehlpassfestival. Und wenn die Kugel nicht dem Gegner in den Fuß gespielt wurde, landete sie unerreichbar im freien Raum.

Die Idee von Trainer Günter Hermann, mit einer Spitze (Christopher Taylor) und drei offensiven Mittelfeldspielern dahinter in die gegnerischen Lücken vorzustoßen, wurde in der Praxis nicht umgesetzt. Der VSK profitierte nicht von der Schnelligkeit Taylors, der zudem viel zu oft ins Abseits lief. In der 53. Minute machte er dennoch sein Tor. Eine sehenswerte Aktion, vor allem, weil sie gut getimt von Michael Thöne mit einem Diagonalball vorbereitet war.

Doch mit dem 1:0 war für den VSK der Knoten noch lange nicht gelöst. Auch nicht, als der Gegner sich in Form zweier Ampelkarten (61. und 64.) selbst schwächte. Da waren sie, die Räume für den VSK. Doch die Gastgeber nutzten sie einfach nicht. Statt geduldig auf die Lücke zu warten, die irgendwann bei Überzahlspiel immer entsteht, verzettelten sich die Gastgeber weiter in Einzelaktionen auf engem Raum. "Leute! Spielkultur!", rief ihnen Co-Trainer Andreas Grote entgegen. Doch der Gegner und vor allem der VSK selbst machten den Platz enger als er eigentlich ist. Der öffnende Pass kam einfach nicht.

In der 80. Minute endlich mal ein Seitenwechsel mit anschließendem Abschluss durch Marc-Patrick Tietjen. Doch der Eintracht-Keeper hielt. Vier Zeigerumdrehungen später das erlösende 2:0. Der eingewechselte Sören Fehrmann, der auf der linken Außenbahn erfrischend initiativ auftrat, flankte da diagonal perfekt auf den Kopf von Tietjen, der wie im Training einnickte. Danach verpasste Yasin Bilgin noch zweimal die Chance auf einen höheren Sieg, einmal sogar aus drei Meter Torentfernung, als der als Stürmer eingewechselte Isaac Kofi Donyina im Fünfmeterraum für ihn den Ball querlegte.

STIMMEN ZUM SPIEL

Günter Hermann (Trainer VSK Osterholz-Scharmbeck): Wir haben heute nur phasenweise an die guten Momente der beiden letzten Spiele angeknüpft. Wir hatten einfach zu viele Fehlpässe. Die einfachen Bälle haben mir gefehlt und der entscheidende Pass – also im richtigen Moment das Richtige zu machen. Das hat heute gefehlt. Auch nach unserer Führung und in Überzahl hätten wir viel ruhiger spielen müssen. So ein Spiel kann man 4:0 oder 5:0 gewinnen. Statt außen den freien Mann anzuspielen, wurde es oft durch die Mitte versucht. So gibt es viele kleine Mosaiksteinchen, an denen wir noch arbeiten müssen. Wichtig war der Sieg und zwar zu Null.

Sven Timmermann (Trainer Eintracht Elbmarsch): Wir wollten hier eigentlich tief stehen, ohne gegnerische Chancen zuzulassen. Das ist uns bis zur kurz vor der Pause auch weitgehend gelungen. Wir hatten über die linke Seite durch Mark Schade selbst gute Möglichkeiten, um in Führung zu gehen. Wir haben uns aber selbst geschlagen. Beim ersten Gegentor waren wir alle in der Vorwärtsbewegung und haben dann den Ball verloren. Dann kam die erste Gelb-Rote Karte wegen Meckerns – dämlicher geht’s nicht. Dann folgte die zweite, da war sicherlich Frust dabei. In doppelter Unterzahl haben wir es sogar noch gut gemacht. Den restlichen neun auf dem Platz kann ich keinen Vorwurf machen. (tmü)

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