Leichtathletik-DM

Dinkeldein will es über 200 Meter besser machen

Für Bremens Sprinterin Sandra Dinkeldein lief es bei der Hallen-DM über 60 Meter nicht gut. Nun hofft sie auf bessere Zeiten über die 200 Meter-Distanz
16.02.2019, 19:37
Lesedauer: 2 Min
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Dinkeldein will es über 200 Meter besser machen
Von Olaf Dorow
Dinkeldein will es über 200 Meter besser machen

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Leipzig. Nun ja, es lief dann eher semioptimal. Das ist keine Übertreibung, denn Sandra Dinkeldein sagte selbst: „Sehr schlecht“ sei der Lauf gewesen. Sie war mit immerhin einer Saison-Bestzeit von 7,47 Sekunden über 60 Meter zu diesen Deutschen Hallenmeisterschaften gefahren. Und dass es noch ein oder zwei Hundertstelsekündchen schneller gehen könnte in Leipzig, das hat die 24-jährige Werder-Sprinterin nicht verneint vorher. „Ich bin aber überhaupt nicht 'reingekommen in diesen Lauf“, sagte sie hinterher. Die Zeitmessung hatte bei ihr erst nach 7,62 Sekunden gestoppt. Die aktuell schnellste Bremer Sprinterin war damit Letzte in ihrem Vorlauf geworden, und 25. von 29 angetretenen Athletinnen.

Kurzsprint, das ist kniffliger als man denken mag. Wer nicht auf den Punkt da ist, wird scheitern beim Versuch, einfach schneller zu rennen als beim letzten Mal. Ana-Lena-Freese vom FTSV Jahn Brinkum zum Beispiel, eine Sprinterin aus Dinkeldeins Nachbarschaft sozusagen: Sie bekam in ihrem Vorlauf eine Gelbe Karte gezeigt. Sie hatte mimimal zu früh gezuckt am Start. Zum Glück hatte ihr Fuß den Startblock nicht verlassen, sonst hätte sie eine Rote Karte erhalten und wäre disqualifiziert worden. Das waren für sie dann nicht eben optimale Voraussetzungen für den zweiten Startversuch.

Freese hielt dem Druck jedoch stand, bestätigte mit 7,41 Sekunden ihre Hallen-Bestleistung (7,39). Als Vorlauf-Neunte verpasste sie das Finale nur äußerst knapp. Der Trip nach Leipzig, wo in der ausverkauften Arena die rund 3700 Zuschauer eine prima Leichtathletik-Show erleben durften, hatte sich für sie auf jeden Fall gelohnt.

Ob sich Leipzig für Sandra Dinkeldein nicht nur atmosphärisch, sondern auch sportlich gelohnt haben wird, entscheidet sich dann an diesem Sonntag. Sie tritt dann zu ihrem Vorlauf über 200-Meter an, auch auf dieser Distanz hatte sich die Studentin für die deutschen Titelkämpfe in der Halle qualifiziert. 24,66 Sekunden hat Sandra Dinkeldein bislang in dieser Saison geschafft, am Sonntag will sie schneller sein. „Deutlich schneller“, sagt sie, sie will deutlich schneller als 24,50 Sekunden rennen.

Immer schneller rennen, das ist nicht ihr Ein und Alles. Sie studiert im Master Wirtschafts- und Rechtswissenschaften an der Uni Oldenburg. Aber eine gewisse Faszination Geschwindigkeit, die liegt definitiv vor. Sie trainiert nicht viel weniger als ein Profi, sie will mal den Bremer Landesrekord über 100 Meter knacken. Der steht bei 11,61 Sekunden, ihre Bestzeit steht bei 11,68. Es wäre dann quasi ein Rekord, den sie im zweiten Anlauf geknackt hätte. 2017 hatte sie zwischen Bachelor und Master eine Leichtathletik-Auszeit eingelegt. Sie hatte in Peru studiert und bei einer Hilfsorganisation in Nicaragua gearbeitet. Und erst in dieser Sprint-Pause habe sie gemerkt, wie sehr der Sprint ihr doch fehle, erzählt sie.

Es war schon ihr zweiter Neustart in der Leichtathletik. Sie war einst die Beste beim TuS Steißlingen, was allerdings nicht sonderlich schwer fiel. Die Gemeinde Steißlingen am Bodensee beherbergt übersichtlich viele Leistungssprinter. Zwischen Schule und Studium legte Sandra Dinkeldein ihre erste Leichtathletik-Pause ein. Ein Jahr Australien.

Weil sie eine Tante in Bremen hatte, landete die Süddeutsche schließlich in Norddeutschland. Und weil die Tante ihr den SV Werder wärmstens empfahl, schloss sie sich der grün-weißen Leichtathletik-Abteilung an. Dem Gemeindeblatt Steißlingen war das eine exklusive Bekanntmachung wert. Bereits ein halbes Jahr, bevor die Sprinterin Werders Sprint-Trainer Andrzej Fabrizius anmailte, vermeldete das Gemeindeblatt, dass die TuS-Topathletin zum Studium nach Bremen wechseln werde. Und hoffentlich auch zum SV Werder. Im Werder-Trikot will Sandra Dinkeldein an diesem Sonntag nun den Eindruck vom Sonnabend korrigieren.

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