Fußball

Drawert und Azzarello im Doppelpack: Stuhr schlägt Heiligenfelde

Der TV Stuhr und der SV Heiligenfelde liefern sich ein spannendes und packendes Duell. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten zugunsten für die Gastgeber.
29.08.2019, 22:31
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Von Thorin Mentrup
Drawert und Azzarello im Doppelpack: Stuhr schlägt Heiligenfelde

Einer der Männer des Abends: Torben Drawert (l.) traf doppelt für den TV Stuhr.

Janina Rahn

Stuhr. Ein absolut packendes, intensives und spannendes Duell hat der TV Stuhr mit 4:1 (1:0) gegen den SV Heiligenfelde für sich entschieden. Damit betrieb die Mannschaft von Christian Meyer und Stephan Stindt erfolgreich Wiedergutmachung für die Pleite in Okel. Die Heiligenfelder mussten dagegen die erste Saisonniederlage hinnehmen.

Die Gäste waren zunächst gut im Spiel, hatte laut Trainer Torben Budelmann gute Ballbesitzpassagen und hielten die Gastgeber wie geplant im Zentrum. Doch die Stuhrer arbeiteten sich ins Match hinein und übernahmen mehr und mehr die Kontrolle über das Geschehen. „Das war schon ganz anders als in Okel. Wir haben gezeigt, dass wir dieses Ergebnis nicht auf uns sitzen lassen wollten. Auf unsere Leistung können wir stolz sein, denn Heiligenfelde hat eine tolle Mannschaft“, zeigte sich Stindt nach der Partie glücklich. Einer der Männer des Abends war Angreifer Torben Drawert, der die ersten beiden Stuhrer Treffer erzielte - und das auf für ihn untypische Art und Weise: Das 1:0, das einzige Tor vor der Pause, markierte er per Kopf. „Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal so getroffen habe“, lachte er nach dem Schlusspfiff (26.). Der zweite Treffer war dann purer Fußballgenuss, als er in eine Flanke des ganz starken Jenno Bülders von der rechten Seite einlief und die Kugel mit der Hacke an Jörn Wachtendorf zum 2:1 vorbei beförderte (79.). Es war ein Tor, das zum Niveau der Partie passte, die höchsten Bezirksliga-Ansprüchen gerecht wurde.

Denn auch die Heiligenfelder enttäuschten nicht. Natürlich schmeckte Budelmann nicht, wie sein Team vor der Stuhrer Führung abschaltete und so das 1:0 erst ermöglichte, aber er musste auch anerkennen, wie sich seine Elf nach der Pause wieder zurückarbeitete. Der Coach hatte umgestellt, unter anderem agierte Frank Weseloh, der im Sturm begonnen hatte und dann ins Mittelfeld zurückgezogen wurde, nach dem Seitenwechsel nun als Innenverteidiger. Doch auch insgesamt passte die Balance im Heiligenfelder Spiel nun besser. Der Gast war griffiger, auch in den Zweikämpfen auf Augenhöhe mit den weiterhin präsenten Gastgebern. Das rassige Duell entwickelte noch mehr Dynamik als vor der Pause. Für den Ausgleich hielt eine Standardsituation her: Joshua Brandhoff, gerade erst eingewechselt, traf nach einer Ecke (49.).

„Danach waren wir die bessere Mannschaft“, sah Budelmann sein Team im Aufwind. „Und eigentlich müssen wir das Spiel dann auch drehen“, fügte der Trainer an und meinte die beiden großen Gelegenheiten, die die Gäste kurz nach dem Ausgleich vergaben. Brandhoff scheiterte nach einem Doppelpass mit Björn Isensee an der Fußabwehr von Niklas-Jonah Lührs (53.), kurz darauf tauchte Isensee nach einem bösen Stuhrer Patzer ganz frei vor Lührs auf, zögerte jedoch zu lange und vergab letztlich (54.). „Da müssen wir das 2:1 machen“, haderte Budelmann. Und auch Stindt wusste: „Wenn Heiligenfelde da in Führung geht, verlieren wir vielleicht 4:1.“ Dieser Satz zeigt, wie sehr das Duell auf Messers Schneide stand - aber auch, wie sehr die Coaches auf beiden Seiten zu schätzen wussten, was ihr Gegner geleistet hatte.

Am Ende entschieden wirklich Kleinigkeiten - oder eben geniale Momente wie bei Drawerts 2:1. Heiligenfelde war nach dem erneuten Rückstand gefordert, musste mehr riskieren. Große Chancen konnte sich der SVH allerdings nicht mehr erspielen. Stattdessen blieb Stuhr sehr effektiv: Riccardo Azzarello machte alles klar (90.). „Wir hatten auch davor schon einige gute Szenen, die wir nicht so gut ausgespielt haben. Insgesamt aber haben wir es klasse gemacht“, zeigte sich Stindt zufrieden. In entscheidenden Momenten war der TVS voll da. Dass Azzarello kurz darauf noch das vierte Tor nachlegte, war für die Gastgeber ein weiteres Bonbon. „Aber sicherlich auch ein Treffer zu viel“, sagte Budelmann, der seiner Elf keinen großen Vorwurf machen wollte. „Es ist alles gut. Man kann nicht jedes Spiel gewinnen. Wir sind hier die Mannschaft, die noch lernt. Und auch solche Spiele sind für die Entwicklung wichtig.“

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