1. Fußball-Kreisklasse

Drei Kandidaten für zwei Plätze

Der VfL Wildeshausen und Hicretspor Delmenhorst bilden das Spitzenduo, das die Aufstiegsränge besetzt. Am Tabellenende kämpfen FC Hude II, Borussia Delmenhorst und TSV Ganderkesee um den Klassenverbleib.
12.12.2018, 15:41
Lesedauer: 4 Min
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Von Ralf Kilian
Drei Kandidaten für zwei Plätze

Germain Martens von KSV Hicretspor traf in der Hinrunde 14 Mal und liegt damit auf Rang drei der Torjägerliste.

INGO MÖLLERS

Delmenhorst. Zwei aus drei – so lautet die Devise in der 1. Kreisklasse. Es gibt jeweils zwei Auf- und Abstiegsplätze, für die jeweils drei Kandidaten ernsthaft in Frage kommen. Nicht ganz unwahrscheinlich ist zudem ein drittes Ticket in Richtung Fußball-Kreisliga. Das könnte der Tabellendritte der 1. Kreisklasse lösen, wenn keine hiesige Mannschaft aus der Bezirksliga absteigt und das gilt als sehr wahrscheinlich. Zudem darf aber die SVG Berne nicht aus der Kreisklasse Jade/Weser/Hunte aufsteigen. Momentan steht Berne auf dem Relegationsplatz zwei – da ist noch alles möglich.

Folglich sollten sich die Aufstiegsanwärter lieber auf die Plätze eins und zwei konzentrieren. Dort haben sich der VfL Wildeshausen II (46 Punkte aus 17 Spielen) und der KSV Hicretspor (39 aus 16) schon ein ordentliches Polster angefressen. Beide beklagen erst eine Niederlage, jeweils kassiert beim VfL Stenum II. Die Nummer drei der Liga (34 Zähler in 17 Partien) startete furios in die Saison, gewann gleich im ersten Spiel mit 3:1 gegen Hicretspor und eine Woche später 3:2 gegen Wildeshausen II. Bis zum 5. Spieltag behauptete die sehr ausgeglichen besetzte Mannschaft von Uwe Hammes die Tabellenspitze und führt immer noch die Heimtabelle an. Aber gerade auswärts gab es zu viele Punktverluste und zuletzt gelang Wildeshausen II auch die Revanche im Rückspiel (2:0).

Der Herbstmeister aus Wildeshausen hat unter dem erfahrenen Trainer Andree Höttges noch einmal an Stärke dazugewonnen. Der letztjährige Liga-Schützenkönig Henning Nitzsche, der kaum noch zum Einsatz kommt, wird durch den aktuellen Top-Torjäger Jannis Oberbörsch (17 Treffer) nahtlos ersetzt. Und wenn es offensiv trotz schon 61 Toren mal hakt, hält die beste Abwehr der Liga die Null, das letzte Gegentor liegt schon 359 Minuten zurück. Nur beim 3:3 gegen Hicretspor – dem einzigen Punktverlust nach der Niederlage in Stenum – ließ sich Wildeshausens Reserve überraschen.

Hicretspor ist seinerseits am längsten unbesiegt, immerhin schon 15 Partien. Technisch ist das Team von Timur Cakmak die beste Mannschaft der Liga, nur an der Fitness muss die zur Bequemlichkeit neigende Mannschaft noch arbeiten. Das war beim Gipfel in Wildeshausen deutlich sichtbar, wo die Elf schon 3:0 führte und am Ende froh über das 3:3 sein musste. Ansonsten spielt der KSV bemerkenswert konstant, hat mit Germain Martens (14 Treffer) einen sicheren Torjäger und einen günstigen Spielplan mit Heimspielen gegen Wildeshausen II und Stenum II vor der Brust.

Stenums Reserve in Verfolgerposition

Wenn es einen dritten Aufstiegsplatz geben sollte, muss sich Stenum II eine zahlreiche Verfolgerschar vom Hals halten. Dabei bleibt abzuwarten, wer aufstiegsberechtigt ist. Dieses Schicksal droht beispielsweise dem Tabellenfünften Harpstedter TB II. Der beste Aufsteiger darf nur nochmal hoch, wenn die Erste in die Bezirksliga aufsteigt. Ein besserer Tipp scheint der Vierte aus Tungeln zu sein, zumal der SV vier Punkte gegen Stenum holte (1:1, 5:2). Auch die Reserve des FC Hude würde gerne oben mitmischen, zumal der tolle neue Kunstrasen in der Wintervorbereitung zum Faustpfand werden kann. Allerdings wartete man in Hude bis zum fünften Spieltag auf den ersten Saisonsieg, dieser Rucksack wiegt immer noch schwer.

Drei Abstiegskandidaten

Im Mittelfeld verbringen letztjährige Abstiegskandidaten wie TV Jahn II und TV Munderloh II eine sorgenfreie Saison. Das gilt auch für Aufsteiger TuS Heidkrug II. Insgesamt gibt es einen Niveauverlust gegenüber dem Vorjahr. Die Liga hat mit TuS Hasbergen, RW Hürriyet Delmenhorst und TV Falkenburg drei Aufsteiger an die Kreisliga abgegeben, kein Absteiger kam runter, dafür vier Aufsteiger aus der 2. Kreisklasse hinzu. Darunter ist auch der Delmenhorster BV, der mit 14 Punkten in neun Heimspielen den Grundstein für den Klassenerhalt an der Schanzenstraße gelegt hat.

Auch im Tabellenkeller heißt es zwei aus drei: Beim Trio der Abstiegskandidaten ist ziemlich überraschend auch die Reserve des TSV Ganderkesee dabei. Nachdem das Team vor zweieinhalb Jahren zwangsweise aus der Kreisliga absteigen musste und danach als Zweiter beziehungsweise Dritter die Rückkehr geschafft hätte, wenn es denn gedurft hätte, ist jetzt scheinbar völlig die Luft raus. Natürlich musste man die 1. Herren verstärken, trotzdem war Trainer Andreas Dietrich oft fassungslos aufgrund des Leistungsabfalls. Nur ein Sieg (5:3 gegen den DBV) steht auf der Habenseite, vor der Winterpause blieb die TSV-Reserve in fünf von sechs Spielen torlos.

Sogar bei der personell ebenfalls übel gebeutelten Mannschaft Borussia Delmenhorsts gab es eine 1:2-Niederlage. Ansonsten siegten die Borussen nur noch mit 3:2 gegen den DBV, der Rest war ernüchternd mit keinem Unentschieden und 15 Niederlagen. Drei davon fielen zweistellig aus – jeweils auswärts in Tungeln und Harpstedt II (beide 0:10) sowie Hude II (1:11). Höher verlor nur der TuS Vielstedt gegen Wildeshausen (0:13) und in Stenum (1:12). Schlusslicht ist allerdings der FC Hude III mit nur fünf Punkten, Ganderkesee II und Borussia haben jeweils sechs. Nach dem Auftaktsieg bei der Borussia (2:0) setzte es für Hudes dritte Herren fast nur noch Niederlagen. Das gute Torverhältnis ist übrigens bedeutungslos, denn bei möglicher Punktgleichheit gäbe es ein Entscheidungsspiel.

Zu loben sind fast alle Mannschaften für ihre Fairness. Führend sind die Sportfreunde aus Wüsting mit nur 17 gelben Karten. Ebenfalls ohne Platzverweis gingen Tungeln und Ganderkesee II durch die erste Halbserie. Besonders bemerkenswert ist die Fairness der Borussen, die mit nur 18 Verwarnungen und einem roten Karton Platz zwei bekleiden. Letzter ist der DBV mit lediglich zwei Platzverweisen.

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