SV Atlas Delmenhorst Drei Neue und eine Kursänderung

Delmenhorst. Nach zuletzt zwei Unentschieden in der 1. Fußball-Kreisklasse hat der SV Atlas Delmenhorst noch einmal personell nachgebessert. Damit das neuverpflichtete Trio sofort spielberechtigt sind, macht der Verein es zu Vertragsamateuren.
31.08.2012, 05:00
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Drei Neue und eine Kursänderung
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Transfers kurz vor Ende der Wechselfrist sind im Profifußball an der Tagesordnung, seit es den SV Atlas Delmenhorst wieder gibt, muss man sich daran offenbar auch in der 1. Kreisklasse gewöhnen.

Heute schließt die Wechselbörse, am späten Mittwochabend stellte der SVA die Zugänge Gerry Klenke, Waldemar Kelm und Eduard Scharf vor. Gestern faxte Team-Manager Thomas Hebgen die Spielerpässe des Trios an den Niedersächsischen Fußballverband (NFV). "Damit sie sofort spielen können, machen wir die drei Neuen zu Vertragsamateuren. Sie laufen also schon am Mittwoch im Kreispokal gegen den VfL Wildeshausen II auf", verkündet Hebgen.

Die Atlas-Zugänge waren bis vor Kurzem bei anderen Verein angemeldet: Klenke beim Bremer SV (Bremen-Liga), Kelm beim TB Uphusen (Landesliga Lüneburg) und Scharf beim TV Jahn Delmenhorst (Bezirksliga). Da sie die vom NFV vorgegebene Abmeldefrist 30. Juni nicht eingehalten haben, wäre eine sofortige Spielberechtigung als Amateurspieler laut Wechselbestimmungen nicht möglich gewesen.

Selbst mit Freigaben der abgebenden Klubs wären die Akteure sechs Monate lang gesperrt gewesen – gerechnet ab dem letzten Pflichtspieleinsatz. Klenke und Kelm, der es in Uphusen nur in den erweiterten Kader geschafft hatte, bestritten laut Hebgen keine Pflichtpartien für ihre Ex-Vereine. Sie wären gegen Ende der Hinrunde spielberechtigt gewesen. Scharf lief dagegen noch am vergangenen Freitag für den TV Jahn gegen den VfL Stenum auf und wäre erst ab März 2013 frei gewesen.

So lange will der SV Atlas nicht warten: Er führt seine Zugänge als Vertragsspieler. Dadurch sind sie sofort spielberechtigt, müssen laut NFV-Statuten jedoch mindestens 250 Euro im Monat verdienen. "Wir haben uns für diesen Weg entschieden", sagt Hebgen. "Wenn man solche Leute bekommen kann, muss man alle Möglichkeiten ausschöpfen."

Den Blau-Gelben kommt dabei zugute, dass sie bereits rund 30 Sponsoren gewinnen konnten. Bisher hatten die Atlas-Verantwortlichen dennoch stets betont, kein Geld an Spieler zu bezahlen. "Wir haben unsere Einstellung geändert, auch wenn uns das viel Kritik einbringen wird. Vertragsamateure anzustellen, ist vollkommen legitim", erklärt Hebgen.

"Große Enttäuschung" für Kaiser

Scharfs Weggang ist für Matthias Kaiser indes eine "große persönliche Enttäuschung". Der Trainer des TV Jahn Delmenhorst hatte mit dem Offensivakteur geplant: "Er sollte die Mannschaft als erfahrener Mann führen." Die Praktiken des SV Atlas bezeichnet der Coach als "ungesund für den Delmenhorster Fußball".

Dass Klenke, Kelm und Scharf nicht nur des großen Namens wegen zu den Blau-Gelben wechseln, ist für Kaiser vollkommen klar: "Alle drei Spieler haben andere sportliche Ansprüche als die 1. Kreisklasse. Für mich sind die Wechsel nur dadurch erklärbar, dass ihnen ein unmoralisches Angebot vorgelegt wurde."

Hebgen dagegen macht für die Neuverpflichtungen in erster Linie seine "Überredungskünste" verantwortlich. "Wenn man den Jungs erklärt, was wir mit dem SV Atlas vorhaben, und wenn sie die Atmosphäre bei unseren Heimspielen erleben, kann man sie vom Verein überzeugen."

Als Grund für die Last-Minute-Transfers gibt Hebgen die bislang nicht zufriedenstellende Punktausbeute der Blau-Gelben an. Nach den Auftaktsiegen gegen den TV Jahn II und den SC Dünsen gab es für die Mannschaft von Spielertrainer Michael Müller zuletzt zwei Unentschieden gegen RW Hürriyet und den FC Huntlosen. "Bei einigen Spielern stimmte die Einstellung nicht. Deshalb ist es wichtig, dass die Neuen jetzt für einen noch größeren Konkurrenzkampf sorgen", findet der Team-Manager.

Außerdem fällt neben dem Langzeitverletzten Timo Riedel nun auch Ron-Martin Klenke wegen einer Meniskus-Operation für längere Zeit aus. Wann Christof Herbec nach seinem langwierigen Kreuzbandriss wieder auflaufen kann, ist ebenfalls ungewiss. "Der Kader ist durch die Verletzungen dünn geworden. Da mussten wir reagieren", findet Hebgen.

Der frühere Heidkruger Gerry Klenke soll künftig mit Fabian Borrmann auf der linken Seite Druck machen, Eduard Scharf und Waldemar Kelm sollen im offensiven Mittelfeld Akzente setzen. "Beide sind für Tore gut", betont Hebgen, für den das Saisonziel durch die weiteren namhaften Zugänge noch einmal unterstrichen wurde: "Spätestens jetzt sind wir zum Aufstieg verdammt."

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