Interview

Drei Vorlagen schlagen ein Tor

Marco Prießner spricht im Interview über seine drei Vorlagen in der Partie gegen den VfV Hildesheim und über seine Ziele mit dem SV Atlas Delmenhorst.
20.08.2018, 15:10
Lesedauer: 3 Min
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Drei Vorlagen schlagen ein Tor
Von Michael Kerzel
Drei Vorlagen schlagen ein Tor

Wenn Marco Prießner Geschwindigkeit aufgenommen hat, ist er von seinen Gegenspielern kaum noch aufzuhalten.

INGO MÖLLERS

Marco Prießner, Sie haben nach zwei Ligaspielen ein Tor und drei Vorlagen auf dem Konto. Wie bewerten Sie ihren Saisonstart?

Marco Prießner: Wenn man das Pokalspiel gegen BW Lohne noch mit dazunimmt, bin ich sehr zufrieden. Im Pokal sind wir eine Runde weitergekommen, in der Liga haben wir vier Punkte geholt. Das ist schon sehr gut. Aber wenn man den Verlauf in Hagen sieht (Atlas führte 2:0, das Spiel endete 2:2, Anmerkung der Redaktion), sind die zwei verlorenen Punkte bitter gewesen. Für mich persönlich war es in Hagen schwer, auch wenn ich eine Bude gemacht habe. Ich hätte aber auch das 3:2 machen müssen. Die Euphorie bei denen war groß, es waren mehr als 1000 Zuschauer da und der Platz war sehr klein.

War Ihr Auftritt gegen Hildesheim beim 3:1-Sieg auch ohne eigenen Treffer Ihr bislang bester im Atlas-Trikot?

Auch wenn ich kein Tor gemacht habe, würde ich schon sagen, dass es mein bestes Spiel war. Mir kam es natürlich entgegen, dass Hildesheim so hoch stand, die sind ja teilweise bis zur Mittellinie aufgerückt.

Spielen Sie am Limit oder kommt noch mehr?

Das ist schwer zu sagen. Die ersten Spielen waren sehr gut, wenn es so weitergeht, bin ich zufrieden.

Sind Sie gerade körperlich bei 100 Prozent?

Ich hatte jetzt drei Wochen Urlaub und konnte mich da beim Fußball voll auspowern und darauf konzentrieren. Jetzt komme ich bei der Arbeit wieder rein und muss dann schauen, wie das zusammenpasst. Ich arbeite ja körperlich und sitze nicht im Büro. Da habe ich dann nicht die komplette Energie nur für Fußball.

Wie vermeiden Sie es, dass Sie wieder Muskelprobleme bekommen wie in der vergangenen Saison?

Ich hatte in der letzten Saison zum ersten Mal Zerrungen. Da ist das Blöde, dass man nie weiß, wie lange es dauert, bis man wieder Gas geben kann. Wenn man einen Bruch hat, weiß man, dass es in ein paar Wochen wieder geht und bis dahin eben nicht. Letzte Saison habe ich nach einer Zerrung auch mal zu früh angefangen und das dann mit mir rumgeschleppt und konnte dann auch nicht die volle Leistung bringen. Dieses Jahr will ich das etwas anders machen. Wenn ich mit nicht fit fühle, laufe ich im Training eben nur und übertreibe nicht. Der Körper braucht auch Entlastung.

Ist der Atlas-Kader stärker als vergangene Saison?

Die Qualität ist auf jeden Fall gesteigert worden. Mit Karlis Plendikis haben wir einen sehr souveränen Abwehrchef bekommen, Leon Lingerski und Tom Schmidt machen das im Mittelfeld sehr gut. Marvin Osei hatte mit dem VfL Oldenburg eine lange Saison und wenig Pausen, er wird noch besser reinkommen. Jannik Vollmer hat gegen Hildeheim ein starkes Spiel gemacht und Dennis Mooy ist hinten links auch gesetzt. Die Neuzugänge haben super eingeschlagen. Jede Position ist bei uns doppelt besetzt, viele Spieler können mehrere Positionen spielen.

Welche Ziele haben Sie persönlich und was wollen Sie mit dem Team erreichen?

Man will in der Liga natürlich immer oben mitspielen. Wenn wir möglichst lange oben dranbleiben würden, wäre das schon geil. Das macht viel mehr Spaß, als im Mittelfeld der Tabelle zu stehen. Irgendwann will ich mit dem SV Atlas auch aufsteigen, das ist schon mein Ziel. Also noch nicht dieses Jahr, aber irgendwann mal. Für mich persönlich habe ich mir eigentlich vorgenommen, 20 Tore zu machen. Aber wenn ich das Spiel gegen Hildesheim sehe, sind drei Vorlagen natürlich besser als ein Tor.

Wo sehen Sie ihre Stärken, wo müssen Sie sich noch verbessern?

Schnelligkeit ist auf jeden Fall meine Stärke. Wenn ich in der Geschwindigkeit bin, ist es schwer mich zu stoppen. Ich komme auch gerne über außen und kann das spielen, beispielsweise wenn Thore Sikken fit ist und zentral spielen würde. Und eigentlich bin ich auch abschlussstark und mache die Dinger im Eins-gegen-eins immer rein. Aber in letzter Zeit klappt das nicht so wirklich. So wie gegen Hildesheim in der fünften Minute. Da muss ich mich verbessern. In der Oberliga bekomme ich weniger solcher Chancen, die müssen dann aber auch rein. In der Kreisliga oder auch noch in der Landesliga hatte ich deutlich mehr Möglichkeiten.

Das Interview führte Michael Kerzel.

Info

Zur Person

Marco Prießner (26)

geht in seiner zweiten Saison beim SV Atlas Delmenhorst auf Torejagd. Der Stürmer befindet sich derzeit im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zur Fachkraft Lagerlogistik. In der U18 und U19 spielte er für Werder Bremen, in Delmenhorst zudem noch für RW Hürriyet.

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