Tschechien DTB-Chef öffnet Lisicki Tür - Team zurückhaltend

Brünn. Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) öffnete Sabine Lisicki die Tür für eine schnelle Fed-Cup-Rückkehr, doch Teamchefin Barbara Rittner mochte sich nach dem bitteren 2:3 in Tschechien damit gar nicht beschäftigen.
08.02.2010, 10:32
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Brünn. Der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) öffnete Sabine Lisicki die Tür für eine schnelle Fed-Cup-Rückkehr, doch Teamchefin Barbara Rittner mochte sich nach dem bitteren 2:3 in Tschechien damit gar nicht beschäftigen.

Zu tief saß der Frust, zu sehr hatte die deutsche Auswahl ohne Lisicki in Brünn gekämpft, um nach dem verpassten Halbfinal-Heimspiel gegen Cup-Verteidiger Italien über ein Comeback der Berlinerin im anstehenden Abstiegskampf nachzudenken.

«Das ist sehr müßig», meinte Rittner und äußerte sich zurückhaltend über die deutsche Nummer eins, die lieber zum WTA-Turnier ins thailändische Pattaya flog und dort gegen die Usbekin Akgul Amanmuradowa startet. «Es ist ja nicht so, dass Sabine schon vier Jahre gespielt hat und ein Punktegarant war», sagte Rittner. DTB-Chef Georg von Waldenfels betonte zuvor: «Wenn sie ins Fed-Cup-Team zurückfindet - die Türen sind offen.»

Hilfe könnte nötig sein, wenn am 24. und 25. April der Verbleib in der Weltgruppe der besten acht Nationen gesichert werden soll. Der Kontrahent wird am 10. Februar ausgelost, dabei droht ein schwerer Gegner. Belgien, Australien, die Slowakei und Außenseiter Estland qualifizierten sich für die Relegationsrunde.

Selbst eine Anna-Lena Grönefeld in Topform kann kaum allein die Erstklassigkeit sichern. Als nach dem Viertelfinale in Tschechien die Rede auf Lisicki kam, schüttelte die im Einzel groß wie lange nicht auftrumpfende Grönefeld ein wenig den Kopf. «Das passt einfach nicht», meinte die Wimbledonsiegerin im Mixed. Das Fehlen von Lisicki sei zwar schade gewesen, «doch wir hatten hier ein gutes Team».

Knapp vier Jahre nach ihrem Vorstoß bis auf Platz 14 der Welt schwang sich Grönefeld dabei zur Führungsspielerin auf, obwohl sie derzeit rund 50 Plätze tiefer notiert ist. «Ich habe gesehen, dass ich sehr gutes Tennis spielen kann», stellte die 24-Jährige fest, die diese Form nun konservieren will, um sich auch in der Rangliste wieder zu verbessern.

Im Kreis der Kolleginnen, die unter Rittners Regie stets enormen Teamgeist entwickeln, kann Grönefeld oft besser ihr Potenzial abrufen und findet offenbar auch zur nötigen Lockerheit. «Sie ist eine absolute Teamplayerin», lobte Rittner, die in schweren Zeiten stets zur Nordhornerin hielt. Von Grönefeld kann besonders Andrea Petkovic noch einiges lernen, die als eigentliche Nummer eins mit zwei Niederlagen die bittersten Erfahrungen sammelte. Beim Umgang mit Druck hat die fehlende Lisicki indes einen riesigen Vorsprung. (dpa)

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