Bremen Eggestein, der Techniker

Bremen. Den ersten Eintrag ins Geschichtsbuch von Werder hat Maximilian Eggestein knapp verpasst. Als Viktor Skripnik ihn beim 4:0-Sieg über den SC Paderborn am 13.
22.07.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Eggestein, der Techniker
Von Marc Hagedorn

Den ersten Eintrag ins Geschichtsbuch von Werder hat Maximilian Eggestein knapp verpasst. Als Viktor Skripnik ihn beim 4:0-Sieg über den SC Paderborn am 13. Spieltag der vergangenen Saison kurz vor Schluss einwechselte, da fehlten Maximilian Eggestein nur drei Tage, um Thomas Schaaf als jüngsten Werder-Profi aller Zeiten in der Bundesliga abzulösen. 17 Jahre und 356 Tage alt war Eggestein im vergangenen November.

Rekord verfehlt, aber was macht das schon. Maximilian Eggestein ist nicht wichtig, dass er einen kurzfristigen Eindruck hinterlässt, sondern einen nachhaltigen. Daran arbeitet er gerade. Seine ersten beiden Trainingslager mit der Bundesligamannschaft hat er hinter sich. Er fühlt sich gut. Er hat mitgehalten mit den anderen, den älteren und erfahrenen Profis, mindestens. Wenn man sagen würde, er sei nicht negativ aufgefallen, dann wäre das zu wenig. Maximilian Eggestein ist nicht nur mitgelaufen, er hat auch Akzente gesetzt.

Zwei Beispiele. Gegen 1860 München schoss er ein wunderbares Tor, das viel über seine technischen Fähigkeiten verriet. Erst hatte der gegnerische Torwart seinen Kopfball akrobatisch abgewehrt, aber noch im Fallen verwandelte Maximilian Eggestein den Abpraller direkt aus der Luft. Und beim 2:0 gegen Brünn ließ Viktor Skripnik in der ersten Halbzeit eine Elf auflaufen, die durchaus auch die Startelf für ein Bundesligaspiel hätte sein können, also offensiv mit Di Santo, Junuzovic, Ujah, Bartels – und Maximilian Eggestein.

Er selbst will das nicht überbewerten. „Für ein Urteil ist es noch zu früh in der Vorbereitung“, sagt er und formuliert es lieber so: „Es ist für die ganze Mannschaft gut gelaufen, und ich habe einen kleinen Teil dazu beigetragen.“ Im Interview pflegt Maximilian Eggestein die Kunst des Sicherheitspasses. Das ist vermutlich klug. Denn obwohl er im Moment nahe dran zu sein scheint – erreicht hat er noch nicht viel, mit Rückschlägen und Leistungsschwankungen rechnen Werders Verantwortliche bei allen Talenten, das hat Viktor Skripnik gerade in Österreich erst wiederholt.

Maximilian Eggestein scheint vom Kopf her auf einen langen und mühsamen Weg nach oben vorbereitet zu sein. Ja, er will in der Bundesliga spielen. „Aber ich hätte auch kein Problem damit, ein paar Einsätze in der U 23 zu bekommen“, sagt er. Als großer Vorteil könnte sich seine Flexibilität erweisen. Maximilian Eggestein hat in dieser Vorbereitung regelmäßig auf der Zehn gespielt, mag aber auch die beiden Halbpositionen im Mittelfeld, was schon mal drei Einsatzmöglichkeiten ergibt.

Schon das Wochenende könnte einen ersten Fingerzeig darüber geben, wo Viktor Skripnik ihn in näherer Zukunft sieht. Spielt er mit der Zweiten in Rostock oder mit der Ersten im Weserstadion beim „Tag der Fans“ gegen Sevilla? „Das muss der Trainer entscheiden“, sagt Maximilian Eggestein. Soviel Profi ist er schon.

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