Fußball-Bezirkspokal Eigentlich zwei Wochen zu früh

Rund zwei Wochen vergehen noch bis zum Start der neuen Fußball-Bezirksliga-Saison. Zwei Wochen, in denen die Trainer weiter mit ihrer Mannschaft arbeiten. Doch das erste Pflichtspiel steht bereits an.
27.07.2017, 18:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Landkreis Oldenburg/Delmenhorst. Rund zwei Wochen vergehen noch bis zum Start der neuen Fußball-Bezirksliga-Saison. Zwei Wochen, in denen die Trainer weiter mit ihrer Mannschaft arbeiten – taktische Feinheiten stehen dabei genauso auf dem Übungsplan wie Konditions- und Krafteinheiten. Zwei Wochen, in denen eben auch Testspiele zur Tagesordnung gehören – schließlich sind solche Partien noch immer das beste Training für viele Fußballer. Bis die Akteure also wirklich ihre Topform erreichen, werden vermutlich noch einige schweißtreibende Einheiten vergehen. Das erste Pflichtspiel der Saison, die erste Runde des Bezirkspokals, kommt für die meisten Teams daher auch zur Unzeit. Runde eins findet bereits an diesem Sonntag statt. Und da nur Mannschaften aus der näheren Umgebung in dieser aufeinandertreffen können, stehen gleich zwei Kreisduelle an.

VfL Wildeshausen - SV Baris Delmenhorst. Landesliga-Absteiger gegen Bezirksliga-Aufsteiger: ein durchaus interessantes Duell. „Für uns ist das ein erster Prüfstein, um zu sehen, wo wir aktuell stehen und was noch fehlt“, sagt Baris-Coach Önder Caki. Dass das Spiel gegen den VfL einen ersten Vorgeschmack auf die Saison für Baris geben könnte, ist dabei gar nicht unwahrscheinlich. Schließlich haben sich die Wil-deshauser in der Vorbereitung überraschend stark präsentiert. Bei einem Blitzturnier in Ahlhorn schlugen sie unter anderem den Oberligisten VfB Oldenburg, am vergangenen Wochenende bezwangen die Krandelkicker gleich drei Bremen-Ligisten. Dementsprechend optimistisch blickt VfL-Coach Marcel Bragula der Pokalpartie entgegen: „Bislang läuft die Vorbereitung positiv. Vom Papier her sind wir sicherlich auch der Favorit, doch der Pokal hat seine eigenen Gesetze.“ Außerdem, daraus macht Bragula keinen Hehl, will er die Begegnung nutzen, um das eine oder andere auszuprobieren. Es könne durchaus passieren, dass vermeintliche Leistungsträger erst mal auf der Bank Platz nehmen.

Hat der Pokal etwa keine Bedeutung für den Trainer? Das kann man ganz so drastisch nicht sagen, doch an oberster Stelle steht der Wettbewerb für Bragula in dieser Saison nicht. „Erst mal ist jedes Spiel wichtig, das gilt auch für den Pokal. Wir wollen in die nächste Runde, das ist auch selbstverständlich. Allerdings liegt unser Hauptaugenmerk auf der Liga“, betont der VfL-Coach. Er möchte die Begegnung als eine Art Testspiel unter Wettkampfbedingungen nutzen – vor allem für die Defensivarbeit. Schließlich wartet mit Baris auf die Krandelkicker eine Mannschaft, deren Stärken im Angriff liegen. Bragula warnt sein Team vor Spielern wie Dennis Kuhn. Der Stürmer könne in jeder Begegnung den Unterschied ausmachen. „In der Vorbereitung lag unser Schwerpunkt ganz klar auf unserer Defensive. Wir müssen im Gesamtverbund noch geordneter stehen, da wir in der vergangenen Saison einfach viel zu viele Gegentore kassiert haben. Offensiv läuft es bei uns dagegen ganz gut“, weiß Baris-Coach Caki um die Stärken und Schwächen seines Teams. Ähnlich wie Bragula sieht er sein Team noch inmitten der Vorbereitung. Der Pokal habe daher auch nicht die allerhöchste Priorität, die liege auf der Liga. Caki: „Ein Weiterkommen wäre schön. Allerdings fehlen mir einige Spieler urlaubs- und verletzungsbedingt.“

VfL Stenum - SV Tur Abdin. Beide Teams haben ihre Generalprobe für die Pokalpartie verpatzt, dennoch erscheint der Gastgeber als Favorit – wenn auch nur als kleiner. Denn die 2:5-Niederlage gegen den Vizemeister der Bezirksliga Hannover, den TV Stuhr, wirkt wesentlich weniger schlimm als die von Tur Abdin: Die Elf von Trainer Christian Kaya ging beim Kreisligisten TSV Ippener mit 2:8 baden. Eine Niederlage, die die Vereinsverantwortlichen wurmt. Edib Özcan, Sportlicher Leiter bei Tur Abdin, erklärt: „Wir sind nicht in Bestbesetzung angetreten, trotzdem gibt es nichts zu beschönigen. Alle im Verein sind enttäuscht über die Art der Niederlage. Deshalb sind wir gegen Stenum auch Außenseiter.“ Noch im vergangenen Jahr kegelte Abdin den VfL in der ersten Runde aus dem Pokal, doch die Vorzeichen sind diesmal anders. Abdin steckt im Umbruch, die Mannschaft ist gerade erst dabei, sich zu finden. „Der Pokal ist für uns ein Test. Über ein Weiterkommen würden wir uns aber natürlich freuen“, versichert Özcan.

Zwölf Abgänge, acht Zugänge – Abdin gleicht einer Wundertüte, gerade zu Saisonbeginn. Was erwartet Stenums Coach Thomas Baake also von der Partie? „Seit Jahren ist es schwer, Abdin einzuschätzen. An einem guten Tag gewinnt Abdin gegen jeden. Wir schauen aber nicht auf den Gegner, wir wollen unser Spiel durchsetzen.“ Dass seine Mannschaft einer Partie ihren Stempel aufdrücken kann, bewies sie gegen den TV Stuhr trotz der Niederlage. Schließlich bestimmte der VfL das Geschehen in der zweiten Hälfte weitestgehend, nachdem er die erste komplett verschlafen hatte. Letztlich erwartet Baake ein offensiv ausgerichtetes Pokalspiel, Abdin wolle sicher mitspielen. „Stand jetzt sehen wir die Partie aber auch als Test. Ich möchte trotzdem die zweite Runde erreichen, da es attraktiv ist, dass diese schon am nächsten Wochenende stattfindet“, sagt Baake.

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