Von Personalsorgen geplagter Drittligist HSG Hude/Falkenburg will mit Teamgeist den Abstieg vermeiden Ein aufsässiges "Handballdorf"

Hude. Werner Lingenau fühlt sich in diesen Tagen ein bisschen wie Asterix. "Ich will nicht übertreiben, aber man könnte uns schon als kleines gallisches Dorf bezeichnen, das sich den übermächtigen Römern entgegenstellt", beschreibt der Handball-Abteilungsleiter der HSG Hude/Falkenburg die Ausgangssituation vor dem Saisonstart in der 3. Liga der Frauen am kommenden Wochenende.
07.09.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Ein aufsässiges
Von Christoph Bähr

Hude. Werner Lingenau fühlt sich in diesen Tagen ein bisschen wie Asterix. "Ich will nicht übertreiben, aber man könnte uns schon als kleines gallisches Dorf bezeichnen, das sich den übermächtigen Römern entgegenstellt", beschreibt der Handball-Abteilungsleiter der HSG Hude/Falkenburg die Ausgangssituation vor dem Saisonstart in der 3. Liga der Frauen am kommenden Wochenende.

Mit kleinem Etat und dünnem Kader wollen die Huderinnen allen Widrigkeiten zum Trotz den Klassenerhalt schaffen. "Wir sind Außenseiter, aber nicht chancenlos", sagt Lingenau. Er und Trainer Werner Rohlfs mussten allerdings in der turbulenten Saisonvorbereitung mehrere Hiobsbotschaften verkraften. Erst verkündeten die Schwestern Merle und Nele Osterthun überraschend ihren Wechsel zum Ligarivalen VfL Oldenburg II (wir berichteten). Als Ersatz wurde das erfahrene Trio Desiree Görzel, Nicole Bähner und Simone Winkler reaktiviert. Wenig später sagte Winkler jedoch wieder ab - aufgrund einer Schwangerschaft. "Eine erfreuliche Nachricht, aber aus sportlicher Sicht eine Schwächung", sagt Rohlfs. Auch der angedachte Wechsel von Svenja Belke vom VfL Oldenburg III zur HSG Hude/Falkenburg kam nicht zustande. Sie musste aus beruflichen Gründen absagen. Da Carina Freiberg, Zugang vom TSV Ganderkesee, vor allem in der zweiten Mannschaft spielen soll, stehen Rohlfs gerade einmal neun

Feldspielerinnen zur Verfügung. Dazu kommt, dass Nicole Bähner nach einer Schwangerschaft momentan nur für kürzere Einsatzzeiten eingeplant werden kann. "Der Kader ist sehr schmal. Verletzen darf sich niemand", weiß Rohlfs. Lingenau verweist auf die zweite HSG-Mannschaft aus der Weser-Ems-Liga: "Da spielen einige Talente. Ihnen fehlt zwar die Erfahrung, doch sie können einspringen, wenn es eng wird."

Verantwortung übernehmen sollen aber vor allem die etablierten Kräfte: "Mareike Zetzmann, Inke Meyerholz, Anja Mühlbach - die stehen für Qualität", zählt Rohlfs auf. Dazu kommt immerhin ein externer Zugang: Janna Müller, ehemals VfL Oldenburg II. "Dass sie zu uns gekommen ist, ist eine Auszeichnung für unsere Arbeit", lobt Rohlfs die 23-Jährige, die Linksaußen und am Kreis spielen kann. Ebenfalls in den höchsten Tönen spricht der Trainer von seinen zwei Torhüterinnen Hiske Jacobi und Katharina Woltjen. "Auf dieser Position haben wir überhaupt kein Problem."

Mut machen Rohlfs auch die letzten beiden Testspiele. Gegen den SV Höltinghausen gab es einen 28:25-Erfolg, gegen GW Mühlen ein 33:18. Zuvor hatte Hude/Falkenburg in zwei Partien gegen den BV Garrel einen Sieg und eine Niederlage verbucht. Gegen eine verstärkte A-Jugend des VfL Oldenburg verlor die HSG knapp mit 29:30. "Bei den Testspielen standen maximal acht Feldspielerinnen zur Verfügung. Insgesamt bin ich zufrieden", bilanziert Rohlfs. Abteilungsleiter Lingenau äußert sich ähnlich: "Die Mischung aus Jung und Alt stimmt in der Mannschaft." Er setze voll auf Spielerinnen, die sich mit dem Konzept des Vereins identifizieren. "Alle spielen ehrenamtlich bei uns und legen sich voll ins Zeug. Das verdient Anerkennung", lobt Lingenau, der sich freut, dass alle Sponsoren bei der Stange geblieben sind. "Jedes Heimspiel und die Fahrten zu Auswärtspartien kosten Geld." In der vergangenen Spielzeit sahen die Huder Heimauftritte im Schnitt 150 Zuschauer. "Wenn es etwas mehr werden, sind wir

sehr zufrieden", sagt Lingenau.

Attraktive Gegner werden den Besuchern in der 3. Liga in jedem Fall geboten. Der TV Oyten und die Füchse Berlin sind aus der 2. Liga abgestiegen und gelten nun als Favoriten auf den Titel. Auch Werder Bremen und der VfL Oldenburg II sind stark einzuschätzen. "Die Liga ist besser besetzt als in der vorherigen Saison", stellt Rohlfs daher fest. Zum Auftakt empfängt Hude/Falkenburg am kommenden Sonntag den Berliner TSC. "Die müssen wir schlagen. Ein guter Saisonstart wäre wichtig im Hinblick auf den Klassenerhalt", blickt Rohlfs voraus. Anders als die Comic-Gallier Asterix und Obelix können seine Spielerinnen im schwierigen Abstiegskampf der 3. Liga jedoch nicht auf einen Zaubertrank vertrauen. Ihr Erfolgsrezept gegen vermeintlich übermächtige Gegner ist stattdessen ihr Teamgeist. Rohlfs: "Wir halten alle zusammen, und die Stimmung in der Mannschaft ist hervorragend."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+