Silbersee-Triathlon

Ein Fahrfehler mit Folgen

Christian Siedlitzki stürzt beim Silbersee-Marathon schwer und muss seine Saison beenden. Maren Thalmman, Joachim Strobach und Jürgen Hold waren in ihren Altersklassen hingegen siegreich.
29.07.2019, 17:12
Lesedauer: 3 Min
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Ein Fahrfehler mit Folgen
Von Patrick Hilmes
Ein Fahrfehler mit Folgen

Christian Siedlitzki übersah in Stuhr eine Kurve und musste anschließend von einem Krankenwagen abtransportiert werden

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Christian Siedlitzki liegt bestens im Rennen. Auf dem Rad bei Kilometer zwei beschleunigt er auf gut 45 km/h. Im Blick hat er eine Gruppe, die er nun überholen will. Dann senkt er wieder den Kopf. Und genau das ist der Fehler. Denn vor ihm liegt eine 90-Grad-Kurve. Diese übersieht der Armsener Triathlet, erkennt die Gefahr zu spät, fährt geradeaus über den Randstein und stürzt schwer. Das war’s für Christian Siedlitzki beim Silbersee-Triathlon in Stuhr und das war’s auch mit der Saison für den Österreicher.

„Ich ärgere mich sehr, ich wollte unbedingt gewinnen. Ich habe mich aber nur auf mich konzentriert und die Kurve überhaupt nicht wahrgenommen. Als ich sie bemerkte, war es schon zu spät. Das passiert schneller als man denkt“, berichtete Siedlitzki aus dem Krankenhaus. Die Folgen: Der Armsener schlug mit dem Oberschenkel auf den Randstein, ein riesiges Hämatom erinnert ihn derzeit bestens daran und verhindert, dass er den Oberschenkel bewegen kann. Zudem zog er sich zwei tiefe Schnittwunden am Unterarm zu, die genäht werden mussten. Doch damit nicht genug, denn Siedlitzki muss auch noch am kleinen Finger operiert werden, da er sich ein Gelenk gebrochen hat, welches nun fixiert wird.

Der Sturz hatte somit schmerzhafte Folgen für ihn. Doch im Endeffekt ist er sogar glimpflich verlaufen. „Das war ein großer Schock. Erst hatte man sogar vermutet, dass etwas mit der Milz nicht in Ordnung wäre. Zum Glück hat sich das nicht bestätigt. Gott sei Dank ist nichts Schlimmeres passiert“, sagte Siedlitzki. Seine Saison ist damit beendet, seine Laufbahn soll es aber nicht sein. „Ich konzentriere mich jetzt erstmal auf meinen Körper. Zudem hat mein Rad einen Totalschaden. Aber nächste Saison bin ich wieder dabei.“

Während Siedlitzki mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde, schwammen, fuhren und liefen drei seiner Kollegen zu Siegen in ihren Altersklassen beim Silbersee-Triathlon. Joachim Strobach gelang dies in Stuhr mit neuer Bestzeit. Der 61-jährige Oytener quälte sich wie alle anderen Teilnehmer bei dem Riesen-Event (rund 1000 Einzelstarter und 75 Staffeln) mit den hohen Temperaturen von über 30 Grad.

Dass Strobach am Ende seine bisherige Bestzeit mit 1:09:38 Stunden um mehr als eine Minute verbessern sollte, danach sah es zunächst beim Schwimmen nicht aus. „Ich hatte mich verleiten lassen und wollte ganz vorne dabei sein. Dabei hatte ich zusätzlich ganz anders geatmet. Nach bereits 100 Metern fehlte mir die Luft und ich musste abreißen lassen. Zwischenzeitlich wollte ich für einen kurzen Moment aufhören und Brust schwimmen“, berichtete Strobach. Er fand jedoch zu seinem Rhythmus zurück und holte die verlorene Zeit trotz des starken Windes auf dem Rad wieder auf. Nach 21 Kilometern in 37:41 Minuten wechselte Strobach das Rad in die Laufschuhe. Trotz der Hitze konnte der Oytener auch hier seine Vorjahreszeit verbessern und bewältigte die fünf Kilometer in 22:20 Minuten. Das bedeutete für ihn den überlegenen Sieg in seiner Altersklasse vor Uli Mix (Tri Wölfe), der rund fünf Minuten länger benötigte.

2:38 Minuten Vorsprung wies Maren Thalmann in der AK50 zu ihrer ärgsten Verfolgerin auf. Für die Morsumerin waren die Bedingungen beim Silbersee-Triathlon ein Vorteil. 24 Grad Wassertemperatur bedeuteten, dass Neopren-Anzüge verboten waren. Das liegt Thalmann, die nach 10:01 Minuten aus dem Silbersee stieg. Es folgte der Wechsel aufs Fahrrad. „Hier musste man ziemlich konzentriert fahren, weil die Radstrecke ziemlich voll war und vier Wendepunkte hatte. Zudem war der Abbiegekanal auf dem Rückweg eng geschnitten“, beschrieb Thalmann den Verlauf der Radstrecke, auf der es Christian Siedlitzki erwischt hatte.

Die Morsumerin bewältigte die 21 Kilometer hingegen bestens und wechselte nach 41:07 Minuten auf die Laufstrecke. Nun machten sich die Temperaturen mehr und mehr bemerkbar, doch die Organisatoren waren bestens vorbereitet. „Zum Glück standen überall fleißige Helfer, die einen mit ausreichend Wasser und Schwämmen versorgten. Zusätzlich standen Helfer mit Gartenschläuchen bereit“, freute sich Thalmann über die Abkühlung. Im Ziel angekommen durfte sich die 49-Jährige neben dem Altersklassen-Sieg auch über Platz zehn im Gesamtklassement der Damen-Konkurrenz freuen.

Freuen über den Sieg in seiner Altersklasse konnte sich auch Jürgen Hold. Der Athlet des LAV Verden nahm nach längerer Pause erstmals wieder an einem Triathlon teil und verwies gleich sämtliche Konkurrenz in der AK65 auf die weiteren Plätze. Zu verdanken hatte Hold dieses Ergebnis insbesondere seiner starken Performance auf dem Rad. Auf seinem neuem Carbonrad verbesserte er seine eigene Bestzeit um gleich drei Minuten. Da er auf der Schwimm- und Laufstrecke seine Leistungen von 2018 wiederholen konnte, sicherte er sich den AK-Triumph mit großem Vorsprung. Während Jürgen Hold den Triathlon in 1:15:57 Stunden bewältigte, benötigte sein ärgster Konkurrent, Vorjahressieger Jürgen Buschmann aus Bremen,über zwei Minuten länger.

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