3. Liga der Frauen: TV Oyten baut Siegesserie aus und beweist gegen Berliner TSC große Kämpferqualitäten Ein Geduldspiel

Der TV Oyten ist in der 3. Liga nun endgültig alle Sorgen los: Denn mit einem am Ende ungefährdeten 31:25 (14:14) haben die Handballerinnen den nächsten Schritt gemacht und ihren Mittelfeldplatz gefestigt. Gegen das Team aus der Bundeshauptstadt mussten die „Vampires“ allerdings ihre kämpferischen Qualitäten unter Beweis stellen.
26.01.2015, 00:00
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Ein Geduldspiel
Von Florian Cordes

Der TV Oyten ist in der 3. Liga nun endgültig alle Sorgen los: Denn mit einem am Ende ungefährdeten 31:25 (14:14) haben die Handballerinnen den nächsten Schritt gemacht und ihren Mittelfeldplatz gefestigt. Gegen das Team aus der Bundeshauptstadt mussten die „Vampires“ allerdings ihre kämpferischen Qualitäten unter Beweis stellen.

Sebastian Kohls ist ein erfahrener Trainer. Doch auch der Coach der Drittliga-Handballerinnen des TV Oyten wird hin und wieder überrascht. So wie am gestrigen Sonntag vom Berliner TSC. Der Gästetrainer Carlo Gregarek ließ von Beginn an Tina Schwarz und Denise Engelke kurz decken. Eine ungewöhnliche Variante in der 3. Liga. „Bislang haben unsere Gegner meist defensiv gedeckt“, sagte Kohls. Gregarek hat mit der Idee sein Ziel erreicht: Der TVO tat sich im Angriff zunächst schwer und musste sich auf die Situation einstellen. „Das hat Berlin super gemacht“, meinte Kohls. Doch mit fortlaufender Spielzeit wurde der Unterschied zwischen den Teams unübersehbar – der TVO siegte verdient mit 31:25 (14:14).

Dass die „Vampires“ gewannen, lag einerseits an einer stetigen Verbesserung im Angriff. Doch der wahre Schlüssel zum Erfolg lag nicht in der Offensive: Denn besonders in Durchgang zwei stellte die Kohls-Sieben eine Abwehr aufs Parkett, die für die Berlinerinnen mehr und mehr zum Bollwerk wurde. Vor allem Lisbeth Balters, die nur in der zweiten Halbzeit eingesetzt wurde, – dafür aber 30 Minuten lang – präsentierte sich als bärenstarke Abwehrspielerin. Sie schob die Lücken zu und im Eins-gegen-eins hatten ihre Gegnerinnen meist das Nachsehen. „Lisbeth hat heute wirklich sehr viel Stabilität in unsere Deckung gebracht“, sagte Sebastian Kohls.

Im Angriff zeigte sich einmal mehr Denise Engelke als beste Werferin des TVO – trotz der Kurzdeckung. Sie kam zwar nicht immer an den Ball, doch wenn sie mit Tempo auf die TSC-Deckung stieß, wurde es sofort gefährlich. Insgesamt kam sie auf sechs Tore. Die Rückraumspielerin war zudem an einer entscheidenden Szene beteiligt: Zunächst erzielte Engelke das 18:17 für den TV Oyten. Den folgenden Anwurf der Berlinerinnen fing sie geschickt ab, passte zu Katharina Kruse, die das 19:17 markierte (37.). Nachdem Engelke zwei Minuten später das 20:17 erzielte hatte, erlosch die Gegenwehr des Gästeteams.

Der große Kampf den die Oytenerinnen zeigten, wurde belohnt. Sinnbildlich für die kämpferischen Qualitäten war eine Aktion von der jungen Linksaußen Marielle Juricke. Sie wurde kurz vor dem Abpfiff unsanft von Berlins Josefine Wenzel zu Fall gebracht. Juricke musste am Rücken behandelt werden. Sie ließ sich von dem Foul jedoch nicht einschüchtern: Juricke kam auf Linksaußen zum Wurf und markierte den 31:25-Endstand.

„Das war heute ein Geduldspiel. Unsere Fehlerquote war im ersten Durchgang im zweistelligen Bereich – und zwar in der Abwehr und im Angriff“, sagte Sebastian Kohls. „Wir haben die Halbzeitpause gebraucht, um eine Idee gegen Berlin zu finden.“ Das ist Sebastian Kohls und seinem Team eindrucksvoll gelungen. „Jetzt sind wir auch wieder so weit, die eine oder andere Topmannschaft zu ärgern“, macht Kohls deutlich, dass das große Selbstvertrauen in Oyten wieder da ist. Bis zum nächsten Spiel muss sich der TVO aber noch gedulden. Erst am 8. Februar kommt der SV Henstedt-Ulzburg nach Oyten. Kohls: „Die zweiwöchige Pause tut uns gut, damit wir regenerieren können.“

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