In der BBS Verden steht an diesem Sonnabend der dritte Wettkampftag der Bogen-Bundesliga an

Ein Hauch von Olympia

Dauelsen. Mit einer Frau werben die Bundesliga-Bogenschützen des SV Dauelsen aktuell für ihren Heimwettkampf am kommenden Sonnnabend in der Sporthalle der BBS Verden. Nicht jedermann wird die Dame auf dem Plakat auf Anhieb erkennen.
12.01.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Ein Hauch von Olympia
Von Florian Cordes
Ein Hauch von Olympia

Lisa Unruh feierte 2016 einen riesigen Erfolg. In Rio gewann die Bogenschützin die Olympische Silbermedaille. Am Sonnabend soll sie in Dauelsen starten.

Srdjan Suki, picture alliance / dpa

Dauelsen. Mit einer Frau werben die Bundesliga-Bogenschützen des SV Dauelsen aktuell für ihren Heimwettkampf am kommenden Sonnnabend in der Sporthalle der BBS Verden. Nicht jedermann wird die Dame auf dem Plakat auf Anhieb erkennen. Dabei hat sie im vergangenen Sportjahr Großes geleistet. Lisa Unruh ist darauf abgebildet. Die Bognerin gewann bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Einzel sensationell die Silbermedaille. Seitdem ist sie das Zugpferd des deutschen Bogensports. Nun wird sie am Sonnabend in Dauelsen an die Linie treten – sowie ein Großteil der Bogen-Elite aus der Bundesrepublik.

Die Silbermedaillengewinnerin von Rio, die in der Bundesliga für den BSC BB Berlin auf die Scheiben schießt, ist nicht die einzige Olympionikin, die in Verden dabei ist. Für den SV Querum geht Florian Floto auf die Jagd nach den goldenen Ringen. Er vertrat im Sommer 2016 ebenfalls die deutschen Farben in Brasilien. Allerdings hat Floto in Südamerika den Gewinn von Edelmteall deutlich verpasst. Bereits im Achtelfinale schied er gegen den Südkoreaner Ku Bonchan aus. Dass der Bogner des SV Querum in Rio de Janeiro starten durfte, hatte er im Grunde einem Schützen des SV Dauelsen zu verdanken – Florian Kahllund. Der hatte für Deutschland nämlich den Olympia-Quotenplatz für die Männer geholt. Nominiert für die Spiele in Rio wurde dann aber doch Florian Floto.

Jetzt kommt es zwischen den beiden Topschützen zum erneuten Wiedersehen. Und Andreas Hehenberger, Trainer des gastgebenden SV Dauelsen, verfolgt beim Heimwettkampf einen klaren Plan: „Wir wollen unseren vierten Platz weiter festigen.“ Jener vierte Rang ist der letze, der für die Qualfikation zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft (18. Februar in Wiesbaden) reicht.

Allerdings ist die Nordstaffel der Bundesliga in dieser Saison spannend wie selten: Denn zur Halbzeit der Serie ist in der Liga noch alles möglich. Jedes Team kann sich für das Finale in Wiesbaden noch ein Ticket sicher. Genauso ist die Frage, welche beiden Teams am Saisonende die Bundesliga verlassen müssen, noch längst nicht beantwortet. „Normalerweise ist meist klar, welche Teams wie abschneiden“, sagt Hehenberger. „Dass es aber so spannend ist, hat es noch nie gegeben. Für das Publikum und den Bogensport an sich ist das natürlich gut. Als Trainer will man aber natürlich zum Finale und kann daher auf solch eine Spannung verzichten.“ Durch die Ausgeglichenheit der Teams könne überhaupt nicht vorhergesagt werden, welche Mannschaft am Sonnabend in Dauelsen am besten abschneidet, findet Hehenberger.

Bereits die beiden ersten Wettkampftage hatten gezeigt, dass in dieser Saison alles möglich zu sein scheint. Und es gab einige Überraschungen: So steht der Aufsteiger aus Blankenfelde momentan hinter Lisa Unruh und Co. auf dem zweiten Platz. Dass es in dieser Serie so eng in der Nordstaffel zugeht, hat auch seine Gründe. Denn nach Olympia empfahl Bundestrainer Oliver Haidn den Kaderschützen und dem Nachwuchs eine längere Pause vom Bogenschießen, um die Akkus wieder aufzuladen. Für so manchen Topschützen kam der Saisonstart Anfang November daher wohl zu früh.

Der Trainer des SV Dauelsen sei trotz der spannenden Situation davon überzeugt, dass sein Ensemble eine gute Rolle in der BBS-Halle spielen kann. „Denn die Jungs sind derzeit gut drauf. Das zeigen zumindest die Trainingsergebnisse“, sagt Andreas Hehenberger. Dass seine Mannschaft in Dauelsen aber einen echten Heimvorteil genießen darf, glaubt der Coach dagegen nicht. „Das ist im Bogensport natürlich anders als im Fußball oder Handball“, meint er. „Im Grunde ist ein Heimwettkampf wie ein Auswärtswettkampf – nur dass man keine lange Anfahrt hat.“

Hehenberger hofft aber darauf, dass am Sonnabend viele Menschen den Weg in die BBS-Halle finden: „Das hätten auch die Schützen verdient. Aber die Wettkämpfe in Verden sind erfahrungsgemäß immer sehr schön.“ Und es gebe genügend Gründe, sich den dritten Wettkampftag der Bundesliga Nord anzusehen: Die große Spannung und die Anwesenheit der deutschen Topschützen etwa. Und zu denen gehört auch immer noch der Langwedeler Sebastian Rohrberg, der mit Dauelsen nach Wiesbaden will.

Der Ablauf des Wettkampftages Austragungsort des vierten Wettkamptages ist die Sporthalle der BBS Verden. Bereits um 13 Uhr sollen die Mannschaften dort eintreffen, um sich anzumelden. Insgesamt starten am Sonnabend acht Mannschaften. Neben den Gastgebern vom SV Dauelsen gehören der BSC BB Berlin, Sherwood BSC Herne, SV Querum, KKB Köln, BSC Laufdorf, Blankenfelder BS 08 und 1.UTK BSC Oberauroff zur Bundesliga Nord. Ernst wird es in der BBS ab 14.30 Uhr. Für diesen Zeitpunkt sind die ersten Begegnungen angesetzt. Bereits um 13.45 Uhr werden die Teams vorgestellt.
„Wir wollen unseren vierten Platz weiter festigen.“ Dauelsens Coach Andreas Hehenberger
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