Große Judo-Gürtelprüfung für Kinder und Jugendliche bei der TuSG Ritterhude

Ein heißer Tag in Weiß

Ritterhude. Am 5. Juli fand bei der TuSG Ritterhude die erste große Judogürtelprüfung seit dem Neuaufbau der Kinder- und Jugendabteilung statt.
09.08.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Am 5. Juli fand bei der TuSG Ritterhude die erste große Judogürtelprüfung seit dem Neuaufbau der Kinder- und Jugendabteilung statt.

Seit dem 24. November vergangenen Jahres wurde in der Riesturnhalle das Judo-Training für Kinder und Jugendliche umgestaltet. Gemäß dem Motto des Judolehrers Bernard Lange (Träger des sechsten Dan und Deutscher Judo-Polizeimeister) – „Rangeln und Raufen macht Spaß“ – hatte in der Judoabteilung der TuSG Ritterhude das Training mit etwa 35 neuen Teilnehmern begonnen. Mit Begeisterung und Freude, hier und da noch unter den Augen der aufmerksamen Eltern, nahmen die Kinder immer montags und donnerstags in der Riesturnhalle an „Spiel und Spaß mit Judo“ teil. Anfangs noch in normalen Trainingsklamotten, später in eigenen Judo-Anzügen (Judogi). Zur Seite stehen dem schon seit 1968 beim TuSG Ritterhude engagierten Lange der Judo-Übungsleiter Ronald Drews und Judoassistentin Melanie Günther.

Nun endlich, am Sonntag, 5. Juli, war es soweit. Etwa 30 Kinder und Jugendliche hatten sich auf die erste Prüfung zum heiß ersehnten weißen und weiß-gelben Judogürtel vorbereitet.

Und heiß war auch der Tag, an dem sie die Prüfungen ablegten. Lange sprach von einer „Hitzeschlacht“. Die Kinder und Jugendlichen in der Riesturnhalle nahmen das aber kaum zur Kenntnis und absolvierten vor den Augen des Landeskampfrichters Karl-Hermann Lösken aus Lilienthal (erster Dan) eine tollen Prüfung. Die Vorbereitung hatte sich gelohnt.

Die anwesenden Eltern und Verwandten sorgten mit Kaffee, Kuchen und kalten Getränken dafür, dass der Prüfungstag beinahe zu einem Familientag wurde.

Alle Prüflinge bestanden die Prüfungen und konnten die ersehnte weißen und weiß-gelben Gürtel, ihre Prüfungsurkunde und ihre Judopässe entgegennehmen. Lange war sichtlich stolz auf seine Schützlinge. Abteilungsleiter Dirk Hagedorn, zweiter Dan, bescheinigte dem Trainerteam und den Teilnehmern eine gute Vorbereitung und Prüfung. Hagedorn war selbst Schüler von Bernard Lange sowie Trainer der erwachsenen Judoka. Er gehört heute zur Deutschen Judo-Kata-Nationalmannschaft.

Lange sagte, „endlich“ sei bezüglich des jährlich durchgeführten Internationalen Ritterhuder Judo-Hamme-Pokals wieder ein Silberstreif am Horizont zu sehen. Eine Ritterhuder Beteiligung im kämpfenden Bereich rücke wieder näher.

„Es sind junge Menschen, die ich auch an den Wettkampf heranführen möchte. Aber erst nach reichlicher Vorbereitung und reiflicher Überlegung werde ich entscheiden, wie der judotechnische Stand möglicher Teilnehmer ist.“ Die geistige und körperliche Entwicklung sei entscheidend. Keinesfalls wolle er Kinder und Jugendliche für einen möglichen Wettkampferfolg „verheizen“. „Hier gehe ich nach meinen Erfahrungen im normalen Alltagstraining und im Wettkampftraining vor. Ich weiß, welch tolles Gefühl es für einen Sportler ist, einmal auf dem Siegertreppchen zu stehen.“ Viele könnten ein ganzes Leben lang von solchen Erfolgen zehren, aber man dürfe das „nicht um jeden Preis“ anstreben. In jedem Kind schlummerten Talente, die es zu entdecken gelte. Das sei im Sport nicht anders als in anderen Lebensbereichen.

„Wenn Gemeinschaft in der Sporthalle und auf der Judomatte von Kooperation geprägt ist und nicht von Konkurrenz, geht es Kindern besser.“ Sie arbeiteten dann mit anderen statt gegen sie, und ihr Selbstwertgefühl hänge nicht davon ab, bei einer Meisterschaft einzeln oder in der Mannschaft zu gewinnen. Kinder hätten trotz – nicht durch – Konkurrenz Erfolg. „Die meisten von uns haben gelernt zu glauben, dass wir in unserer Trainingsarbeit unser Bestes geben, weil wir im Wettbewerb mit anderen stehen, und dass wir ohne Konkurrenz fett, faul und mittelmäßig würden. Das ist eine unbewiesene Annahme, die in unserer Gesellschaft sehr verbreitet ist. Und sie ist falsch!

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