SAV trifft im Kampf um die Quali fürs Lotto-Masters auf Brinkum, Blumenthal, VfL 07 und Oberneuland Ein herausforderndes Restprogramm

Vegesack. Das Rennen um die acht Startplätze für das Lotto-Masters des Bremer Fußball-Verbandes Ende des Jahres in der ÖVB-Arena geht auf die Zielgerade. Vier Spieltage sind in der Fußball-Bremen-Liga noch zu absolvieren, dann steht fest, welche Teams die begehrten Tickets lösen.
28.04.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Vegesack. Das Rennen um die acht Startplätze für das Lotto-Masters des Bremer Fußball-Verbandes Ende des Jahres in der ÖVB-Arena geht auf die Zielgerade. Vier Spieltage sind in der Fußball-Bremen-Liga noch zu absolvieren, dann steht fest, welche Teams die begehrten Tickets lösen. Auf dem gerade noch zur Teilnahme berechtigenden achten Tabellenplatz rangiert die SG Aumund-Vegesack, auf sie wartet also ein Finish zwischen Hoffen und Bangen.

Drei Punkte beträgt der Vorsprung der SAV auf die vom VfL 07 und der Leher TS angeführten Verfolgermeute. Zu der zudem der ESC Geestemünde (vier Punkte Rückstand) und der Habenhauser FV gehören (6). Ein Vorsprung, der angesichts des SAV-Restprogramms ganz schnell dahin sein kann. Denn die ausstehenden vier Begegnungen darf man allesamt irgendwo zwischen pikant, prickelnd und prestigeträchtig einerseits und schwierig andererseits einstufen. SAV-Teammanager Jörg Segerath, der mit Issam El-Madhoun bis zum Saisonende ja auch die Trainerfunktion ausübt, bezeichnet die verbliebenen Partien beim Brinkumer SV, gegen den Blumenthaler SV, beim VfL 07 und gegen den FC Oberneuland als „herausfordernd“.

Den Schlussspurt eröffnet bereits an diesem Freitag um 19 Uhr das Duell beim Tabellendritten Brinkumer SV. Dort erwartet die Nordbremer nicht nur ein spielstarker Gegner, sondern auch einer, der von Kristian Arambasic trainiert wird. Und der war im Sommer 2014 mit relativ lauten Nebengeräuschen bei der SAV als Trainer ausgeschieden. „Gegen Kristian werden einige besonders motiviert sein“, erklärt Jörg Segerath, weiß aber auch, dass es auf der Gegenseite ähnlich sein wird, und nennt diesbezüglich die Namen Daniel Block und Lars Tyca. Die beiden hatten sich seinerzeit nämlich auch nicht im Guten von der SAV verabschiedet. Die Geschichten aus der Vergangenheit summiert, spricht Jörg Segerath vor diesem Duell von einer „Brisanz“.

Das trifft gut eine Woche später natürlich auch auf das Heimspiel gegen den längst für das Lotto-Masters qualifizierten Lokalrivalen Blumenthaler SV zu. „Derbys haben immer ihre eigenen Gesetze“, sieht Segerath den Ausgang völlig offen und erinnert an das 0:0 aus dem Hinspiel. Einem 0:0, bei dem für die SAV mehr drin gewesen war. Und drin ist für die SAV laut Segerath gegen jeden der vier Gegner etwas, „ohne Wenn und Aber“. Seiner Meinung nach entscheidet in erster Linie die Einstellung über Erfolg und Misserfolg: „Fußballerisch kann immer was in die Hose gehen. Aber was ich immer erwarten kann, ist laufen, kämpfen, kratzen, beißen.“

Der dritte der vier ausstehenden Gegner, gegen den die SAV zumindest diese Tugenden in die Waagschale werfen soll, ist der Tabellenneunte VfL 07. Und der wird von Björn Krämer trainiert, der ja bekanntlich in der kommenden Saison bei der SAV auf der Kommandobrücke stehen wird. Pikant, pikant. „Björn denkt noch VfL 07 und möchte sich mit der Hallenturnierteilnahme verabschieden“, erwartet Jörg Segerath auch an dieser Stelle keine Geschenke. Schließlich trifft die SAV noch auf den FC Oberneuland, der sich unter Günter Hermann wieder stabilisiert hat. Und bei sechs Punkten Vorsprung auf Platz neun ebenfalls noch nicht sicher beim Lotto-Masters dabei ist.

Vier Endspiele für die SAV also. Vier Endspiele, in denen die SAV eine Saison retten kann, die mehr Tiefen als Höhen hatte. Relativ schnell erfolgte die Trennung von Trainer Marcel Kulesha, die SAV überwinterte nicht im Lotto-Pokal und den anvisierten fünften Rang hat Jörg Segerath auch abgehakt. Nur die Teilnahme am Lotto-Masters kann den Schaden jetzt noch in Grenzen halten.

„Wir haben uns die Situation selbst zuzuschreiben“, sucht Segerath nicht nach Ausreden und erinnert an das 4:4 gegen Schlusslicht Grohn und nicht einkalkulierte Niederlagen gegen Habenhausen und den OSC Bremerhaven. Neben dem 5:2 gegen Werder III muss der Interimstrainer zwar nicht lange nach weiteren positiven Aspekten suchen, aber ein Redeschwall folgt nicht gerade: „Abdullah Basdas ist unser absoluter Leader und Clinton MC Mensah Quarshie hat sich gut entwickelt.“ und was, wenn die SAV jetzt auch noch das Spektakel in der ÖVB-Arena verpasst? „Dann müssen wir die Saison schnell abhaken und aus dem Gedächtnis bringen.“

Ein Remis gegen Grohn, eine Niederlage gegen den OSC Bremerhaven – daran lässt sich möglicherweise ein Problem ableiten. „Wir müssen uns gegen alle Mannschaften motivieren“, fordert Jörg Segerath. Diesbezüglich kann er von Glück sprechen, dass die SAV auf der Zielgeraden ausschließlich auf starke und reizvolle Konkurrenz trifft. Motivationsprobleme sollten damit ausgeschlossen sein.

SAV heute zu Gast beim Brinkumer SV Nach dem frühen Gegentor (2.) beim jüngsten 0:6 gegen Meister Bremer SV fordert SAV-Trainer Jörg Segerath im heutigen Punktspiel der Fußball-Bremen-Liga beim Brinkumer SV 19 Uhr) Konzentration von der ersten Minute an: „Wir müssen hellwach sein.“ Ein besonderes Augenmerk gilt Bremen-Liga-Toptorjäger Saimir Dikollari (23 Tore), den Segerath als „überragend“ bezeichnet. Die Marschroute, die Segerath und sein Trainergespannskollege Issam El-Madhoun ausgeben, klingt so: „Defensiv denken, aber nach vorne geht bei uns immer was.“ Die Nordbremer müssen beim Tabellendritten ohne Jannis Kurkioewicz, Muhamed Hodzic und Ferdi Uslu auskommen.
„Was ich immer erwarten kann, ist laufen, kämpfen, kratzen, beißen.“ Jörg Segerath, SAV-Trainer
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