TSG Seckenhausen-Fahrenhorst Ein neues Team für das Wir-Gefühl

Mit großer Mehrheit haben Seckenhausens Fußballer eine neue Spartenleitung eingesetzt. Das Team um den neuen Chef Hauke Janssen erläutert seine Ziele.
25.02.2019, 16:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup

Das Votum war überwältigend: Mit 93:3 Stimmen haben die Fußballer der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst vor Kurzem eine neue Spartenleitung um Hauke Janssen, Jermaine Greene, Hergen Corßen-Katenkamp und Philip Kleingärtner eingesetzt. Ein rund 15-köpfiges Team hat das Quartett um sich geschart – eine große Mannschaft, die es aber auch braucht, um das ehrgeizige Ziel zu erfüllen, das Wir-Gefühl nachhaltig zu stärken und die Sparte in eine positive Zukunft zu führen.

Eines hat das Führungsteam gemeinsam: Es ist mit der TSG fest verwurzelt. Hauke Janssen ist trotz seiner erst 33 Jahre ein Gesicht des Vereins. Seit 26 Jahren ist er bei der TSG, seit 16 Jahren durchgehend Trainer. Teilweise kümmerte er sich dabei um mehrere Teams gleichzeitig. Jermaine Greene stand ihm dabei seit 2012 stets als verlängerter Arm zur Seite, half bei organisatorischen Herausforderungen oder auch mit seinem Rat. Als Fanbeauftragter des SV Werder Bremen kennt er sich zudem mit Mitglieder- und Vereinsbelangen sehr gut aus. Das Duo harmoniert – und will es in Funktion als Leiter (Janssen) und Stellvertreter nun auch an der Spitze der Abteilung tun. Um die Jugendleitung kümmern sich Hergen Corßen-Katenkamp und Philip Kleingärtner. Corßen-Katenkamp ist seit der B-Jugend Seckenhauser, fand über die zweite Herrenmannschaft den Weg in die erste, in der er bis vor Kurzem spielte. Seit mehreren Jahren ist der 27-jährige Jugendtrainer. Das verbindet ihn mit Kleingärtner, der sich ebenfalls im Jugendbereich engagiert. Der 22-Jährige ist erst seit drei Jahren in Seckenhausen, doch er fühlt sich bereits heimisch. Der Erste-Herren-Kapitän will sich einbringen: „Als ich gefragt wurde, ob ich Bock hätte anzupacken, habe ich sofort zugesagt“, erklärt er.

An der Sparten-Spitze steht also ein junges Team, das aber auch den Rat der erfahrenen TSG-Recken annimmt. So zum Beispiel von Marco Pahl, der zwar nicht zur Spartenleitung gehört, aber als zukünftiger Sportlicher Leiter der Jugendteams von der U7 bis zur U13 einer der vielen Mitstreiter ist. Er hat sowohl in der Jugend als auch im Herrenbereich nur für Seckenhausen gespielt und war darüber hinaus in der Spartenleitung in verschiedenen Rollen aktiv. Er ist das Paradebeispiel für die Philosophie der TSG: Sie will alle Sportler abholen, egal auf welchem Leistungslevel, und sie auch für das Ehrenamt begeistern. „Wir wollen nicht nur ein Fitnessstudio sein, in dem man seine Kurse belegt und dann wieder geht“, macht Janssen deutlich.

Das positive Bild bröckelte

Die Zielsetzung, das Wir-Gefühl und den Zusammenhalt wieder zu stärken, sei nicht als Kritik am alten Führungsteam um Diego Wagner zu verstehen, machen alle Beteiligten deutlich. „Die alte Spartenleitung hat jahrelang sehr gute Arbeit gemacht“, erklärt Corßen-Katenkamp. Von der Hand zu weisen ist das nicht: Sieben Herrenmannschaften stellte der Verein im vergangenen Jahr. Trotzdem hatten Janssen und seine Mitstreiter „das Gefühl, dass sich etwas ändern muss, dass wir frischen Wind brauchen“, wie Greene sagt. Manches, so glaubt die neue Führung, sei vielleicht etwas eingeschlafen. Wobei die Fußballabteilung laut Greene weit von einer Krise entfernt ist. „Ich komme aus Göttingen. Da sieht es bei manchen Stadtvereinen noch ganz anders aus.“ Das positive Bild bröckelte zuletzt allerdings etwas. Die Zahl der Herrenmannschaften ist von sieben auf vier zurückgegangen. „Das sieht auf den ersten Blick happig aus, aber man darf nicht vergessen, dass ein Team geschlossen in die Alte Herren gewechselt ist“, erklärt Greene. Die TSG zählt immer noch rund 350 Mitglieder in der Fußballsparte – eine ordentliche Zahl, wenn auch nicht vergleichbar mit früheren Zeiten: „Es waren mal 500“, weiß Janssen.

Am offensichtlichsten waren die Probleme zuletzt bei der ersten Herrenmannschaft, die sich trotz der vier TSG-Teams mit einer Rumpftruppe durch die Bezirksliga-Hinserie schleppte. Trainer Dirk Hofmann musste, wie berichtet, nach der Einsetzung des neuen Führungsteams gehen, unter seinem Nachfolger André Schmitz hat sich nun aus den eigenen Reihen ein deutlich größerer Kader zusammengefunden. Hier hat die neue Spartenleitung bereits Nägel mit Köpfen gemacht. In den ersten Testspielen hatte Schmitz viele personelle Alternativen. „Es ist weiter das Ziel, in Seckenhausen auch Leistungsfußball anzubieten“, betont Janssen. Deshalb sei der Klassenerhalt trotz der schwierigen Situation wichtig. Darüber wolle man die Breitensportler aber nicht vernachlässigen.

Und was hat sich die Spartenleitung noch auf die Fahne geschrieben? „Wir wollen noch mehr mit allen Mannschaften zusammenarbeiten und mit ihnen gemeinsam die Zukunft gestalten“, erklärt Janssen. Dieser Ansatz scheint bei den TSG-Fußballern gut anzukommen. Ein rund 15-köpfiges Team packt mit an. „Das zeigt, dass das Interesse für den Verein da ist“, freut sich Pahl, während Greene betont: „Es gab auch kritische Nachfragen. Aber das wollen wir auch. Wir wollen mündige Mitglieder, die Ideen einbringen.“

Jugendliche von der TSG überzeugen

Ein weiteres Thema ist die Jugendarbeit: „Wir wollen wieder mehr Spieler aus der Jugend in den Herrenbereich holen“, betont Kleingärtner. „Wir hatten in den letzten zwei, drei Jahren eigentlich keinen Nachwuchs in den Herrenmannschaften.“ In dieser Hinsicht, fügt Greene an, „haben andere Vereine ihre Hausaufgaben besser gemacht“. Doch was folgert die neue Spartenleitung daraus? Ein Aus der Jugendspielgemeinschaft mit dem TV Stuhr jedenfalls nicht. „Das würde das Problem nicht lösen“, erklärt Janssen. Vielmehr gelte es, die Jungkicker besser zu betreuen, „damit für sie nach der A-Jugendzeit nur die TSG infrage kommt“. Dazu müsse man auch die Jugendtrainer und die Eltern mit einbeziehen. „Wir wollen, dass sich alle dem Verein zugehörig fühlen. Man muss ihnen Identitätspunkte geben“, verdeutlicht Greene. Auch Kooperationen mit Schulen seien denkbar, um neue Jugendspieler zu gewinnen, so Janssen.

Detailpläne, wie das alles genau umsetzbar sein soll, kann die neue Spartenleitung noch nicht vorlegen, dafür ist seit der Wahl zu wenig Zeit vergangen. Die Grundlagen für die zukünftige Arbeit schätzt Janssen jedoch als gut ein: „Das Engagement ist in allen Mannschaften vorher schon hoch gewesen. Viele hatten eine Vorstellung davon, dass die TSG nicht nur Fußballspielen ist.“ Dementsprechend habe es die ersten positiven Signale aus der Sparte bereits gegeben. „Ich denke schon, dass wir ein Feuer entfacht haben“, zeigt sich Greene überzeugt.

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