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Ein schöner Abschluss des Syke-Weyher Cross-Fünfers

Der Syke-Weyher Cross-Fünfer endet mit schnellen Läufern und zufriedenen Organisatoren. Im kommenden Jahr wird die Serie etwas verändert fortgesetzt.
23.12.2019, 16:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Ein schöner Abschluss des Syke-Weyher Cross-Fünfers

Aufgalopp auf dem Grün des Waldstadions: Der Start zum Halbmarathon erfolgte auf dem Platz.

Fotos: Vasil Dinev

Syke. Dort, wo in der Straße Am Hang in Syke alsbald ein Zwei-Familien-Haus entstehen soll, wäre am Sonntag der ideale Ort für einen Parkplatz gewesen. Denn wer nicht allzu pünktlich anreiste, der musste sich in Geduld üben, um in der Nähe des Waldstadions passendes Fleckchen für sein Fahrzeug zu finden. Schon das zeigt: Auch die fünfte und letzte Veranstaltung des Syke-Weyher Cross-Fünfers erwies sich wieder als ein Magnet für Hobbyläufer aus der gesamten Region. Beim 38. Countrylauf Syke-Weyhe-Syke registrierte das Organisationsteam einmal mehr tolle Zahlen. Insgesamt zählte Heiner Kuhlmann 456 Finisher. Und er muss es wissen, schließlich kümmerte er sich darum, dass alle Ergebnisse zeitnah im Internet einsehbar waren.

Kuhlmann war also noch eine ganze Zeit lang beschäftigt, als sich das Waldstadion längst wieder geleert hatte. Noch am Vormittag war es dort nicht nur sportlich, sondern auch sehr harmonisch zugegangen. „Das zeichnet die Serie aus: Es ist sehr familiär, jeder wird angefeuert“, wusste Kuhlmann. Applaus erhielten alle Sportler. Eitelkeiten sind den Läuferinnen und Läufern fremd – auch das ist ein Erfolgsgeheimnis der Serie, das nach dem Ausstieg von Dirk Dahme als Organisator nun von den Sportfreunden Weyhe mit Unterstützung des Weyher Lauftreffs ausgerichtet wurde. Das Team ist bestens eingespielt, es gab in den vergangenen Wochen – wenn überhaupt – nur ein paar kleine Probleme. Nichts wirklich Gravierendes. Dass beim Sandberg-Cross zwei Läufer starteten, die nicht gemeldet waren, war eine absolute Ausnahme. Ansonsten lief die Organisation sehr geräuschlos ab. „Das ist wichtig. Aus unserer Sicht ist alles relativ gut gelaufen, obwohl wir ja relativ spät angefangen sind“, zog Kuhlmann ein positives Fazit. Ein paar Kleinigkeiten wolle man in Zukunft aber schon noch besser lösen.

Diese Aussage unterstreicht vor allem eins: Es wird weitergehen mit der Laufserie im kommenden Jahr. Dann wird aus dem Cross-Fünfer ein Cross-Dreier. Der Sandberg-Crosslauf in Barrien und der Ellernbruch-Waldlauf in Kirchweyhe werden dann nicht mehr zur Serie gehören. „Schweren Herzens“, wie Kuhlmann erklärte. Schließlich ist besonders der Ellernbruch-Lauf eine echte Traditionsveranstaltung. Er fand in diesem Jahr zum 123. Mal statt, hat also etliche Generationen an Hobbyläufern erlebt. Umso schwerer sei es gewesen, sich gegen die Fortsetzung zu entscheiden. Vor allem zwei Gründe sind ausschlaggebend dafür, die Serie zu verkleinern. Da ist zum einen das Organisationsteam: An freiwilligen Helfern und Einsatzwillen mangelt es wahrlich nicht, schließlich galt es allein für die letzte Veranstaltung, eine Strecke über 21,1 Kilometer vorzubereiten und unter anderem mit Streckenposten zu versehen. „Aber die Mannschaft ist auch nicht mehr die jüngste“, sagte Kuhlmann. Der Großteil hat die 60-Jahre-Grenze bereits überschritten. Außerdem finden die beiden Läufe in Barrien und Kirchweyhe mitten im Wald statt. Es gibt quasi keine Infrastruktur wie zum Beispiel Umkleidekabinen oder Toiletten. Dixi-Klos müssen für menschliche Bedürfnisse herhalten. Optimal ist das nicht, „trotzdem hätten wir es gern gehabt, wenn alle fünf Läufe der Serie weitergingen“.

Dass die Zukunft gesichert ist, ist für die vielen Läufer der Region aber die entscheidende Botschaft. Die Serie ist beliebt, das zeigen mehr als 2200 Finisher und fast 900 gemeldete Teilnehmer aus 220 Vereinen. Der jüngste Finisher gehörte dem Jahrgang 2016 an, der älteste wurde 1937 geboren. Die Zahlen stimmten auch beim Country-Cross, an dessen Ende die erwarteten Seriensieger ihre Trophäen entgegennehmen durften, drei von ihnen sogar mit blütenweißer Weste: Lea Jerkovic vom LC Hansa Stuhr war unter den Alles-Läuferinnen auf der Mittelstrecke über 6000 Meter erneut die Schnellste (25:28 Minuten). Beste Frau im Feld war Tatjana Mense vom TV Lilienthal (24:25). Jenny Vico vom ATS Buntentor war auf der Halbmarathon-Strecke (1:34:14 Stunden) nicht zu schlagen und feierte den fünften Sieg im fünften Lauf. Das gleiche Kunststück gelang bei den Männern auf der Langstrecke Filimon Gezae von der LG Bremen Nord. Er setzte sich schon auf der Stadionrunde zu Beginn ein gutes Stück ab, ehe es in den Wald ging. Mit 1:15:18 Stunden hatte er am Ende mehr als drei Minuten Vorsprung. Carsten Hülss aus Weyhe (ATS Buntentor) verteidigte Rang zwei in der Gesamtwertung.

Der Otterndorfer Sebastian Dierking war von der Mittelstrecken-Spitze nicht mehr zu verdrängen, er tütete seinen Seriensieg vor Marvin Beneke (LC Hansa Stuhr) und Daniel Lang (Tri Team Schwarme) ein. Der Tagessieg ging an Philipp Fahrenholz. Der Triathlet aus Weyhe, der an einer Braunschweiger Schule tätig ist, nutzte den Beginn der Ferien für einen kurzfristigen Start. „Sonst passt es meistens nicht. Dabei ist das ein schöner Lauf, und die Organisation ist auch gut“, fand er lobende Worte. Die 6000 Meter lief der 28-Jährige, der auch im kommenden Jahr als Profi an den Start gehen wird, von der Spitze weg und gab die Führungsposition nicht mehr her. „Crossläufe sind ein gutes Training“, wusste er, ehe er sich gut gelaunt laufend auf den Heimweg Richtung Weyhe begab. Andere, das zeigte sich im Umfeld des Waldstadions sehr deutlich, bevorzugten nach einem kräftezehrenden Lauf eher das Auto. Der guten Stimmung tat das freilich keinen Abbruch nach dem schönen Abschluss des Cross-Fünfers.

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