Neu-Trainer Edu Yakan vom Bremen-Ligisten SV Grohn: „Ich gewinne viel lieber mit 6:5 als mit 1:0" Ein Spieltag soll ein Feiertag sein

Grohn. Wieder einmal fast alles neu beim Fußball-Bremen-Ligisten SV Grohn. 13 Neuzugängen stehen zehn Abgänge gegenüber.
02.08.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Grohn. Wieder einmal fast alles neu beim Fußball-Bremen-Ligisten SV Grohn. 13 Neuzugängen stehen zehn Abgänge gegenüber. Ursprünglich sollten es sogar 15 Neuzugänge werden. Doch Niklas Lehmkuhl und Kubilay Ökelek entschieden sich doch noch dazu, beim Landesliga-Aufsteiger TSV Lesum-Burgdamm zu bleiben. Unter den Abgängen befinden sich auch einige Leistungsträger.

Mit Vinzenz van Koll, Tarek Chaaban, Terence Baah, Fikri Cam und Khalil Hamma haben die „Husaren“ unter anderem die fünf besten Torschützen der vergangenen Spielzeit verlassen. Dieses Quintett erzielte mit 28 Treffern mehr als die Hälfte der 48 Tore. Hinzu gesellt sich auch noch der Weggang von Necati Uluisik, der als Spielmacher viele Treffer einleitete. Uluisik heuerte als Spielertrainer beim SV Türkspor an, mittlerweile ist auch Ex-Spielertrainer Tarek Chaaban dort gelandet. Der Schuh drückte in der Vorbereitung auf die neue Serie wohl auch deshalb in der Offensive. So gelang dem Sieger der vergangenen drei Sportwochen der TuSG Ritterhude bei der jüngsten Auflage der Veranstaltung kein einziger Treffer.

Auch im Pokalwettbewerb taten sich die Nordbremer schwer, wenn der Kontrahent kompakt in der Defensive stand. „Wir haben noch nicht die Ruhe, einen defensiv stehenden Gegner auszuspielen“, bekennt Grohns neuer Mann auf der Kommandobrücke, Edu Yakan. Das Problem werden die Grohner aber in der Bremen-Liga wohl nur selten bekommen. Es ist vielmehr anzunehmen, dass die meisten Teams selbst ihr Heil in der Offensive gegen die Mannen des spielenden Co-Trainers Jan-Philipp Heine suchen werden.

Da auch Edu Yakan ein Befürworter von Offensiv-Fußball ist, dürfen sich die Zuschauer wohl auf viele Tore in den Spielen der „Husaren“ freuen. „Ich gewinne viel lieber mit 6:5 als mit 1:0. Ich will Spaß haben. Ein Spieltag muss ein Feiertag sein“, betont Edu Yakan. Er räumt aber ein, dass gegen den einen oder anderen Favoriten auch mal die Sicherheit in den Vordergrund rücken müsse: „Manchmal muss ich auch ergebnisorientiert denken und meine eigene Philosophie unterdrücken.“

Bei den Grohnern gibt sich niemand der Illusion hin, dass es wie zumindest in der Hinrunde der vergangenen Saison für einen Platz in der oberen Tabellenhälfte reichen könnte. „In der Vorsaison war der Etat sicherlich auch noch höher. Nun aber spielen wir von Anfang an klar um den Klassenerhalt“, redet Edu Yakan kurz vor dem Punktspielstart Klartext. Wer seine Mannen in der Vorbereitung angeschaut hat, wird ihm da auch sicherlich nicht widersprechen. Nach einem ordentlichen Beginn der Testphase befanden sich Ismail Zivoli und Co. erst einmal in einer Talsohle. „Die ersten drei Spiele waren sogar richtig gut. Doch dann haben sich die Kräfteeinbußen bemerkbar gemacht“, so Yakan. Hinzu kam, dass Grohn bei der Sportwoche der TuSG Ritterhude auch zweimal mit einem Feldspieler im Tor antrat. „So etwas wird uns in der Bremen-Liga nicht mehr passieren“, verspricht der neue Übungsleiter.

Für die Grohner gilt es jetzt mal wieder in erster Linie, die zahlreichen neuen Kicker möglichst schnell zu integrieren. Edu Yakan freut sich besonders auf das Pflichtspieldebüt seines Japaners Morikani Kaisuke. Der Mittelfeldmann ist aus Düsseldorf nach Bremen gezogen und spielte bislang in der Bezirksliga in Leverkusen. „Der hat bereits gezeigt, dass er eine echte Verstärkung für uns werden kann“, sagt Edu Yakan. Aber auch von Redouan Ahrirou und Altan Güler verspricht sich der 48-Jährige viel: „Wir haben einiges mit ihnen vor.“ Für einen Stammplatz in der Innenverteidigung kommt zudem Sam Johnson infrage. Der befindet sich aber noch bis September in der Nachtschicht bei einem Automobilbauer und wird wohl erst danach sein volles Potenzial ausschöpfen können.

Johnson und Güler liefen in der vergangenen Serie ebenso wie Michael Busche und David Cordes noch für den FC Union 60 in der Bremen-Liga auf. Nur allzu gerne hätte dieses Quartett natürlich den Ex-Klub in der zweiten Pokalrunde ausgeschaltet. Doch es kam mit der 0:1-Niederlage ganz anders. Vor allem David Cordes war der Frust darüber auf dem Feld deutlich anzumerken. Die ehemaligen Kollegen mussten ihn sogar trösten und davon abhalten, eine Dummheit zu begehen. Auch im Pokal fehlte den Nordbremern besonders Vinzenz van Koll als Anspielstation in der Spitze. Deshalb wird auch die Rückkehr des neuen Stürmers vom GSV Hippokrates Bremen, Tim Megafu, aus dem Urlaub sehnsüchtig erwartet.

Viel wird auch vom Saisonstart abhängen. An der ersten beiden Spieltagen warten mit dem TSV Grolland und OSC Bremerhaven keine übermächtigen Gegner. „Das sind zwei Mannschaften, die ich mit uns auf Augenhöhe erwarte. Da wird wohl jeweils die Tagesform entscheiden. Es ist aber sogar möglich, mit sechs Punkten zu starten“, erklärt Edu Yakan. Wer Meister wird, steht für Yakan bereits fest: „Der Bremer SV macht das Rennen. Da haben auch der Blumenthaler SV oder die SG Aumund-Vegesack keine Chance.“

SV Grohn Neuzugänge: Sam Johnson, Altan Güler, Michael Busche, David Cordes (alle FC Union 60), Mustafa Kaya (KSV Vatan Sport), Tim Megafu (GSV Hippokrates Bremen), Redouan Ahrirou (JFV Bremerhaven), Markus Murken (SV Eintracht Aumund), Mücahid Coban (TV Bremen-Walle), Ozan Bayrak (JFV Bremen-Nord), Shirwan Hüssein Khalef (Blumenthaler SV U 19), Wilfried Adjei-Gyaw (SC Weyhe), Morikani Kaisuke (Leverkusen) Abgänge: Fikri Cam, Vinzenz van Koll, Christian Böhmer (alle SG Aumund-Vegesack), Necati Uluisik (Spielertrainer SV Türkspor), Benjamin Schimmel (TuS Schwachhausen), Terence Baah (SV Hemelingen), Dennis Magull (SV Eintracht Aumund), Tarek Chaaban (SV Türkspor) Maik Sonka, Khalil Hamma (beide unbekannt) Restkader: Alexander Janosch, Firat Erkek, Jan-Philipp Heine, Christoph Kübler, Ismail Zivoli, Maciej Gawronski, Alexandru Efros, Konstantin Efros, Benjamin Samorski Trainer: Edu Yakan (neu) Co-Trainer: Jan-Philipp Heine Sportlicher Leiter: Torben Reiß Betreuer: Markus Baseler Saisonziel: Klassenerhalt Favorit: Bremer SV KH
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