Handball Ein Übergang mit Schwierigkeiten

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. In der Jugend gehörten sie in ihren Mannschaften noch zu den Leistungsträgern, doch nach dem Wechsel zu den Senioren müssen sich viele junge Handballer häufig zunächst hinten anstellen. Das kann für Frust sorgen.
21.01.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Gunnar Schäfer

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. Eine Aussage fällt immer wieder in Zusammenhang mit talentierten Nachwuchssportlern: "Junge Spieler müssen spielen." In der Realität sind die Einsatzzeiten der Nachwuchsakteure, nachdem sie in den Herrenbereich gewechselt sind, aber oftmals gering.

Vor allem im Handball lässt sich dieser Trend ablesen. Dabei sind viele Vereine gerade auf die eigenen Talente angewiesen - in Zeiten leerer Kassen lautet das Ziel, den eigenen Nachwuchs langfristig zu binden.

Um die Einsatzzeiten der jungen Herren-Handballer der Region zu verbessern, hat Wolfgang Sasse, Vorsitzender der Handballregion Oldenburg, das "Projekt Junioren" - eine Auswahlmannschaft der Jahrgänge 1992 und 1993 - ins Leben gerufen. Der Kader von bis zu zwanzig Talenten soll neben dem Training auch in Freundschaftsspielen und Turnieren Praxis sammeln und an den Leistungsbereich herangeführt werden. Drei Spieler, die zu dieser Auswahl gehören - Eike Kolpack (TV Neerstedt), Marcian Markowski (HSG Delmenhorst) und Jaren Stielke (TvdH Oldenburg) - sind zu Beginn dieser Saison aus der Jugend in den Herrenbereich gewechselt und haben dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Eike Kolpack (TV Neerstedt): Während Kolpack, der hoch aufgeschossene Halblinke, anfangs regelmäßig gespielt hat, steht er aktuell häufig hinter dem routinierten Andre Willmann zurück. "Natürlich habe ich erst von Andres Verletzung profitiert und mehr gespielt, aber ich bekomme auch jetzt noch meine Einsatzzeiten. Es ist allerdings schwer, sich in der Oberliga durchzusetzen", sagt der 19-Jährige. Neerstedts Trainer Dag Rieken ist mit Kolpacks Entwicklung bisher zufrieden: "Eike hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Das Training tut ihm gut, und ich bin froh, dass er auch in der nächsten Saison bei uns bleibt."

In Riekens Jugend wäre der Übergang zu den Herren sogar "noch schwerer" gewesen. "Damals hat der knallharte Kroate Nicola Beslac das Zepter in Altjührden geschwungen. Das waren noch andere Zeiten", erinnert sich der 42-Jährige Trainer, in dessen Team nicht alle jungen Akteure den Sprung auf Anhieb schaffen. So sitzen ehemalige Jugendspieler wie Ole Goyert oder Jan Busse häufig auf der Bank.

Die Zwillinge Jan und Ole Lehmkuhl haben aus ihren geringen Einsatzzeiten in Neerstedt schon die Konsequenz gezogen und sind in der Weihnachtspause zum Landesligisten HSG Delmenhorst gewechselt.

Jaren Stielke (TvdH Oldenburg): Auch Keeper Jaren Stielke hat, genau wie Kolpack, bei seinem neuen Verein von der Verletzung eines Stammspielers - des Torhüters Sascha Timpe - profitiert. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viele Spielanteile bekomme. In der Verbandsliga gibt es aber nur wenige Spieler, die den Torhüter ausgucken. Da war mein Einsatz in der Oberliga in Neerstedter Jugendzeiten doch etwas anderes", sagt der angehende Polizist. Auch Stielkes Trainer Ralf Hafemann, der schon bei der HSG Delmenhorst auf der Bank gesessen hat, bescheinigt dem Nachwuchsspieler viel Potenzial.

Marcian Markowski (HSG Delmenhorst): Im Gegensatz zu seinen Auswahlkollegen hat Kreisläufer Marcian Markowski im bisherigen Saisonverlauf beim Landesligisten HSG Delmenhorst nur wenige Einsätze gehabt. "Ich war verletzt und bin dabei, mich wieder heranzuarbeiten. Vor allem die Deckungsarbeit ist im Gegensatz zum Jugendbereich eine große Umstellung", sagt der Oberstufenschüler. Auch sein Trainer Andre Haake hält Markowski für talentiert. "Er muss aber noch viel an seiner Beweglichkeit und Schnelligkeit arbeiten, dann kann er mal ein guter Kreisläufer werden", sagt der 26-Jährige.

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