Handball-Relegation Ein wahrgewordener Traum

Sie haben es tatsächlich geschafft: Die A-Junioren der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg spielen in der nächsten Saison in der Handball-Bundesliga.
06.06.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Burgdorf. Sie galten als Außenseiter, kaum einer hatte mit ihnen gerechnet, doch ihr Traum ist tatsächlich in Erfüllung gegangenen: Die Handball-A-Junioren der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben die zweite Runde der Relegation zur Bundesliga in Burgdorf als Zweiter abgeschlossen, steigen damit direkt ins Oberhaus auf. „Wir waren der Underdog, aber wir haben es geschafft. Der Jubel war riesengroß. Das ist schon eine kleine Sensation“, frohlockte HSG-Coach Stefan Buß.

TSV Anderten - HSG Grüppenbühren/Bookholzberg 17:15 (8:7). Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Dabei wechselte die Führung in der ersten Hälfte gleich mehrmals. Kein Team vermochte es, sich entscheidend abzusetzen. Und obwohl die HSG zwischenzeitlich mit zwei Treffern in Front gelegen hatte, musste sie mit einem knappen Rückstand in die Pause gehen – 7:8. Der Start in die zweite Hälfte verlief hingegen schlecht. Denn nachdem die Buß-Sieben das 8:8 erzielt hatte, geriet sie mit 9:12 ins Hintertreffen. Ein Rückstand, den sie bis zum Ende nicht mehr aufholen konnte. Besonders ärgerlich dabei: Das Team leistete sich viele einfache Fehler. „Wir haben den Ball zwei- oder dreimal unnötig weggeschmissen, und der TSV Anderten hat das eiskalt ausgenutzt“, erklärte Stefan Buß. Außerdem hatte sich der Gegner nach den Worten des Trainers defensiv sehr gut auf die HSG eingestellt. Gleichzeitig habe es dem eigenen Team aber an Durchschlagskraft gemangelt. Buß: „Uns haben aufgrund der Ausfälle von Jonas Schulz und Carsten Jüchter die Alternativen und der Rückraum gefehlt.“

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg - TV Oyten 15:15 (9:5). In der ersten Hälfte gab eindeutig die Buß-Sieben den Ton an. Nachdem sie gleich zu Beginn in Rückstand geraten war, drehte sie die Partie und führte über weite Strecken mit zwei Toren Differenz. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang es der HSG sogar, die Schlagzahl zu erhöhen. Das Resultat: Mit einer scheinbar beruhigenden 9:5-Führung startete sie in die zweite Hälfte. Buß: „Wir haben zu Beginn sehr gut agiert. Meine Spieler haben einfache Tore aus Tempogegenstößen erzielt.“ Davon war in Halbzeit zwei jedoch nichts mehr zu sehen. Ganz im Gegenteil. Phasenweise brach die HSG komplett ein und gab die Führung ab. „In den ersten Minuten standen wir in der Abwehr nicht sicher. Auch sonst war da viel Harakiri dabei“, bemängelte Buß. Nichtsdestotrotz hatte die HSG die Möglichkeit, das Feld noch als Sieger zu verlassen, allerdings vergab sie diese Chance. „Man muss aber auch sagen, dass der TV Oyten zuvor den Siegtreffer hätte markieren können. Jedoch parierte unser Torhüter Torben Knop den Wurf super“, lobte Buß seinen Schlussmann.

BSV 93 Magdeburg - HSG Grüppenbühren/Bookholzberg 15:17 (6:7). Die Ausgangslage war klar: Wollte sich die HSG den Umweg über die bundesweite Bundesliga-Relegation ersparen, dann musste gegen den BSV ein Sieg her. Schließlich lag dieser vor der Partie auf dem zweiten und damit direkten Aufstiegsplatz, während die HSG den vierten Rang belegte. Und trotz dieser Ausgangslage wollte Stefan Buß nichts von Druck wissen. Warum? Der Übungsleiter erklärte: „Wir haben uns ein Finale, ein richtiges Endspiel geschaffen. Noch keinem Team im Umkreis ist das gelungen. Ich habe meinen Jungs gesagt, dass sie einfach mit Spaß spielen sollen.“ Es dauerte aber, bis die HSG in die Partie fand. Vor allem in der Anfangsphase biss sie sich an der BSV-Abwehr zumeist die Zähne aus. Bezeichnend dafür: Erst nach sieben Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im BSV-Gehäuse – 1:3. Ein Treffer mit Signalwirkung. Fortan fand die Buß-Sieben besser ins Spiel. Sie schaffte es sogar, mit 7:6 in Führung zu gehen. Und spätestens als der Abwehrchef des BSV mit drei Zeitstrafen das Feld verlassen musste, schlug das Pendel in Richtung der HSG aus. Buß: „Das war ein Vorteil für uns, danach war die gegnerische Defensive nicht mehr so sattelfest. Nach dem Abpfiff kannte der Jubel dann wirklich keine Grenzen mehr.“

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