Landesliga-Frauen der HSG Schwanewede/Neuenkirchen müssen Torwart-Engpass mit Bordmitteln auffangen Ein Wechsel und doppeltes Verletzungspech

Schwanewede. Vom Luxusproblem zum totalen Engpass: Dean Schmidt, der Trainer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen, musste sich vor der Heimpremiere in der Handball-Landesliga der Frauen gegen den TV Bremen-Walle (Sonntag, 16.30 Uhr, Heideschule) binnen kürzester Zeit auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen.
17.09.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von OLAF KOWALZIK

Schwanewede. Vom Luxusproblem zum totalen Engpass: Dean Schmidt, der Trainer der HSG Schwanewede/Neuenkirchen, musste sich vor der Heimpremiere in der Handball-Landesliga der Frauen gegen den TV Bremen-Walle (Sonntag, 16.30 Uhr, Heideschule) binnen kürzester Zeit auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen.

Standen in der vergangenen Spielzeit noch drei Torfrauen in seinem Kader, ist ihm davon für die aktuelle Saison keine einzige mehr übrig geblieben. "Das ist eine Horrorvorstellung", denkt der HSG-Coach nur ungern an die vergangenen Wochen zurück. Dass die junge Marlien Willig mittlerweile im Dress der HSG Stedingen spielt, gehört ja noch zum sportlichen Alltag. Was jedoch danach in seiner Torverhinderungsabteilung passierte, raubte ihm die Sprache. Vanessa Waschke musste mit Knieproblemen passen und fällt bis zum Saisonende aus. Zwei Wochen vor dem Saisonstart erwischte es mit Colette Speckels schließlich auch noch die zweite Stammkeeperin. Sie riss sich in einem Testspiel beim Zurücklaufen ohne gegnerische Einwirkung das Kreuzband. "Ich hatte nicht einmal richtig gesehen, was da überhaupt passiert war", sagt Dean Schmidt, "plötzlich lag sie auf dem Boden."

Alarmstimmung also im Schwaneweder Sechsmeterkreis, denn auch die unteren Frauenteams sind nicht gerade üppig mit Torfrauen bestückt. Dean Schmidt hängte sich daher umgehend an die "Strippe", holte sich aber bei zwei möglichen Neuzugängen einen Korb. Einmal aus gesund-heitlichen und einmal aus beruflichen Gründen. "Der Rest war so kurzzeitig natürlich schon längst an die Klubs gebunden", sagt er.

Zum Glück hat er mit Janina Lehmann aber wenigstens noch ein Trumpf-Ass im Ärmel. Er hatte sie vor einem Jahr aufgrund der Torfrauen-Fülle in der Reserve geparkt, sie trainierte aber - wenn es sich beruflich einrichten ließ - weiter mit dem ersten Team mit. Glück im Unglück, denn sie erklärte sich spontan zur "Daueraushilfe" bereit. Wie auch der Kreisliga-Trainer Heiner Wenzel, der dem Routinier keine Steine in den Weg legte.

"Janni passt menschlich gut zu uns und hat, mal abgesehen vom Pokalspiel gegen Altenwalde, auch gleich gute Leistungen gezeigt", atmet Dean Schmidt bei seiner Torfrauenproblematik erst einmal durch. Unterstützt wird sein Team nun reihum von den A-Jugendtalenten Sandra Pein und Annika Mechau. Aber ob er will oder nicht: Einen kleinen Qualitätsverlust hat der HSG-Coach zwischen den Pfosten erlitten. "Wenn Janina mal einen schlechten Tag erwischt, dann müssen das nun Spielerinnen auffangen, die eigentlich selbst erst an die veränderte Spielweise in der Landesliga herangeführt werden müssten", gibt er zu. "Ab und zu steht mir sogar nur eine Torfrau zur Verfügung. Das müssen wir jetzt als Kollektiv auffangen."

Wenigstens hat der Schwaneweder Trainer in der Saisonvorbereitung intuitiv alles richtig gemacht und seine Abwehr im direkten Zweikampfverhalten gestärkt: "Daraus kann man ja auch schnelle, einfache Tore erzielen", betont er. Und sollten die "Schwäne" nach dem 22:17 bei der Leher TS jetzt ihren Heimspielauftakt gegen Walle gewinnen, dann dürfte Schmidt trotz der Torwart-Problematik mit Freude auf die Tabelle schauen. "Von oben sieht es ja auch immer gut aus", lacht er.

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