HSG Hude/Falkenburg unterliegt zum Drittliga-Auftakt gegen den Berliner TSC - 27:31 Eine Kraftfrage

Hude. Die Barrieren auf den Zuschauertribünen wurden schon abgebaut, da saßen die meisten Spielerinnen der HSG Hude/Falkenburg noch irgendwo in der Halle am Huder Bach. In kleinen Gruppe diskutierten sie mit einigen Zuschauern über die Gründe für ihre Niederlage. Ärger war dabei zu spüren, doch keine Niedergeschlagenheit. Denn beim 27:31 (14:16) gegen den Berliner TSC hatten die Drittliga-Handballerinnen lange mitgehalten, mussten jedoch am Ende dem dünnen Kader Tribut zollen.
12.09.2011, 05:00
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Eine Kraftfrage
Von Christoph Bähr

Hude. Die Barrieren auf den Zuschauertribünen wurden schon abgebaut, da saßen die meisten Spielerinnen der HSG Hude/Falkenburg noch irgendwo in der Halle am Huder Bach. In kleinen Gruppe diskutierten sie mit einigen Zuschauern über die Gründe für ihre Niederlage. Ärger war dabei zu spüren, doch keine Niedergeschlagenheit. Denn beim 27:31 (14:16) gegen den Berliner TSC hatten die Drittliga-Handballerinnen lange mitgehalten, mussten jedoch am Ende dem dünnen Kader Tribut zollen.

"Die Berlinerinnen konnten ihre stärksten Spielerinnen erst im Verlauf der Partie bringen. Mir fehlen solche Alternativen", sagte der Huder Trainer Werner Rohlfs. Neben ihm saßen gestern lediglich drei Feldspielerinnen auf der Auswechselbank, bei den Gästen waren es doppelt so viele. Folglich ließ die Kraft bei den Gastgeberinnen am Ende immer stärker nach. In der Anfangsphase der Partie konnten die 150 Zuschauer dagegen sehen, dass die Huderinnen sich mit ihren Gegnerinnen auf Augenhöhe befanden. Nach zehn Minuten stand es 4:4. Wenig später brachte der Huder Zugang Janna Müller die Gastgeberinnen mit einem sehenswerten Lupfer sogar 7:6 in Führung (14.). "Am Anfang war ich sehr aufgeregt, weil es mein erstes Spiel für den neuen Verein war, und ich keine Fehler machen wollte", gab die Allrounderin, die insgesamt vier Mal traf, später zu. Nach und nach habe sie aber an Sicherheit gewonnen.

Gleiches galt für die gesamte Huder Mannschaft, die bis zum 13:13 an den Berlinerinnen dranblieb (27.). Durch zwei Gegentore kurz vor der Pause ging es dann jedoch mit einem 14:16-Rückstand in die Kabine. Den Start in den zweiten Durchgang verschliefen die Gastgeberinnen völlig. Schnell lagen sie mit 14:18 in Rückstand (32.). "Wir haben die Gegentore zu einfach kassiert. Leider hatte unsere Torhüterin Hiske Jacobi nicht ihren besten Tag" sagte Trainer Rohlfs. Er stellte in der zweiten Hälfte mehrfach um, versuchte es zeitweise mit einer offensiven Abwehr. Speziell Janna Müller wechselte die Positionen im Minutentakt, spielte Linksaußen, am Kreis und in der Mitte. Für die 23-Jährige kein Problem: "Ich bin das Mädchen für alles und spiele dort, wo ich gebraucht werde."

Rohlfs' taktische Winkelzüge verfehlten jedoch ihre Wirkung. "In der Abwehr lief es nicht optimal. Mit unserer Offensivleistung können wir aber zufrieden sein", stellte der HSG-Trainer fest. Insbesondere Mareike Zetzmann erwies sich mit zehn Toren als treffsicher. Die erfahrene Rückraumspielerin war es auch, die Hude/Falkenburg noch einmal auf 22:25 heranbrachte (49.). Obwohl die Zuschauer und der neue Hallensprecher Fabian Kahler anschließend noch einmal für Stimmung sorgten, war allerdings nicht mehr drin. Immer wenn bei den Gastgeberinnen Hoffnung aufkam, schlugen die Gäste aus der Hauptstadt eiskalt zu. "Die haben sehr clever gespielt", zollte HSG-Routinierin Desiree Görzel dem Gegner Anerkennung. Ein Anzeichen für die Berliner Kaltschnäuzigkeit war auch die Quote vom Siebenmeterpunkt: Von sieben Versuchen landeten sieben im Tor der Huderinnen.

"Uns fehlte auch ein bisschen das Glück. Daher geht das Ergebnis in Ordnung", stellte Desiree Görzel fest. In der Schlussphase brachte der Berliner TSC die Führung souverän über die Zeit. Beim Stand von 25:29 war fünf Minuten vor Schluss bereits alles gelaufen. Danach trafen zwar noch Görzel und Müller für Hude/Falkenburg, doch die Gäste waren jeweils im direkten Gegenzug ebenfalls erfolgreich. So stand aus Huder Sicht am Ende ein 27:31 gegen die Berlinerinnen, die die HSG schon in der vergangenen Saison zwei Mal besiegt hatten. Für Janna Müller war die erneute Niederlage allerdings unnötig: "Wir waren ebenbürtig. Ein Sieg wäre drin gewesen."

Ihr Trainer Werner Rohlfs gab sich etwas zurückhaltender: "Ein Unentschieden war möglich, doch wir sind in der zweiten Halbzeit immer einem Rückstand hinterher gelaufen." Er hatte jedoch auch Positives im Spiel seiner Mannschaft gesehen: "Die Einstellung stimmte, und 27 erzielte Tore sind ein guter Wert." Desiree Görzel bezeichnete die Pleite gegen Berlin als "sehr bitter". "Ein Auftaktsieg wäre ganz wichtig für die Moral gewesen, doch wir stecken das weg. Wir sind eine gute Truppe", gab sich die Kreisläuferin dennoch optimistisch. Jetzt geht es für die HSG gegen den VfL Oldenburg II und die Füchse Berlin - "ein ganz hartes Programm", sagt Görzel. Der Abstiegskampf hat für Hude/Falkenburg also schon nach dem ersten Spieltag begonnen.

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