HSG Delmenhorst denkt nach dem Rückzug der Reserve schon an die neue Saison Eine Mannschaft ohne Zukunft

Delmenhorst. Das Aushängeschild im Delmenhorster Handball, die HSG Delmenhorst, sieht sich im Leistungsbereich der Männer mit personellen Problemen konfrontiert. Dies führte jetzt dazu, dass die zweite Mannschaft aus der Weser-Ems-Liga zurückgezogen wurde (wie bereits berichtet). Das Team ist somit erster Absteiger und wird im nächsten Jahr einen Neubeginn in der Regionsoberliga starten.
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Von Rolf Behrens

Delmenhorst. Das Aushängeschild im Delmenhorster Handball, die HSG Delmenhorst, sieht sich im Leistungsbereich der Männer mit personellen Problemen konfrontiert. Dies führte jetzt dazu, dass die zweite Mannschaft aus der Weser-Ems-Liga zurückgezogen wurde (wie bereits berichtet). Das Team ist somit erster Absteiger und wird im nächsten Jahr einen Neubeginn in der Regionsoberliga starten.

Es wird anscheinend immer schwieriger für die Vereine, leistungsorientierte Mannschaften unterhalb der Ersten zu installieren. Bei der HSG Delmenhorst sollte die Reserve 'Zukunftsmannschaft' werden. So jedenfalls war es von der Vereinsführung geplant. Bestehend aus talentierten Spielern, die noch nicht den Sprung in die Erste geschafft haben, sowie A-Jugendlichen, die mit Doppelspielrecht an den Männerbereich herangeführt werden, und Akteuren aus der Ersten, die nach Verletzungen wieder erste Schritte im Spielbetrieb absolvieren sollten. Dafür standen zunächst - ohne A-Jugendliche und Spielern aus der ersten Mannschaft - zehn Akteure einschließlich zwei Torhütern zur Verfügung.

Aber zwischen Theorie und Praxis liegen bekanntlich Welten. Dies mussten auch Trainer Andre Wiehle und sein Betreuer Jürgen Janßen, der zugleich Vereinschef der HSG ist, schnell erkennen. Bereits nach zwei Spieltagen verließ mit Ole Sünkenburg einer das Team, der die Zweite mit seiner Führung stützen sollte, die HSG in Richtung Bremen. Raphael Schween bekam einen Studienplatz und fiel damit aus den Planungen. Doch daran scheiterte die Mannschaft nicht. Vielmehr führten Verletzungen und berufliche Aspekte bei einigen Aktiven aus dem Landesliga-Team dazu, dass immer öfter Spieler aus der Zweiten oben aushelfen mussten.

Ein weiteres Problem stellt der Schulalltag der Jugendlichen, der heutzutage einiges abverlangt. So kann der Nachwuchs bei weiten Auswärtsfahrten nicht zwei Spiele an einem Wochenende absolvieren. Auch aus den unteren Mannschaften war keine Bereitschaft vorhanden, die Zweite aufzufüllen. Die Zweite war oft gefragt, wenn die erste Mannschaft auswärts antreten musste, obwohl das Team selbst eigentlich über einen Kader von 16 Spielern verfügt. Die Verantwortlichen der HSG waren vielleicht auch zu blauäugig und hofften einfach nur, dass alles funktionieren würde.

Spieler werden aufgeteilt

Wie geht es bei der HSG Delmenhorst nun weiter? 'Die Jugendlichen spielen in der A-Jugend und werden weiterhin von Andre Wiehle trainiert. Niklas Cordes, Daniel Poetzsch und Malte Coors gehen in die Erste. Die Torhüter Kerry Hoppe und Maltes Cordes sowie Malte Helfrich und Marc Unger wechseln in untere Mannschaften', so Vereinschef Jürgen Janßen auf Nachfrage. Zudem wolle die HSG Einzel- und Gruppentraining für leistungswillige Spieler anbieten und schon das Gerüst für die Zukunftsmannschaft 2011/2012 installieren. 'Stefan Neitzel hat hier bereits Unterstützung zugesagt. Ich hoffe, wir bekommen das alles hin, sonst wäre dies bei unseren vielen talentierten Jugendlichen eine Katastrophe', so Janßen weiter.

Der Vereinschef, der gleichzeitig auch Betreuer der zweiten Mannschaft war, zeigte sich sehr enttäuscht über die Entwicklung. Bleibt zu hoffen, dass die HSG in den nächsten Wochen und Monaten das Fundament für eine Perspektivmannschaft legen kann, die ab September 2011 in der Regionsoberliga starten wird, und dass alle Akteure der HSG die Treue halten, denn sonst klafft ein zu großes Loch zwischen leistungsorientiertem und Hobbyhandball.

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