1. Kreisklasse: Kleinenkneten hat ein Disziplinproblem und tritt in Ippener nicht an Eine Mannschaft, zwei Lager

Kleinenkneten. Hermann Wempe war sauer, ziemlich sauer. Nach der 1:6-Heimklatsche gegen den Bookholzberger TB am Dienstagabend wollte der Trainer von Grün-Weiß Kleinenkneten nur noch schnell nach Hause.
20.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Eine Mannschaft, zwei Lager
Von Christoph Bähr

Hermann Wempe war sauer, ziemlich sauer. Nach der 1:6-Heimklatsche gegen den Bookholzberger TB am Dienstagabend wollte der Trainer von Grün-Weiß Kleinenkneten nur noch schnell nach Hause. Mehr als die hohe Pleite ärgerte ihn, dass wieder einmal viele Spieler fehlten. Heute wollte Wempe daher vor dem Heimspiel in der 1. Fußball-Kreisklasse gegen den TSV Ippener Tacheles reden. Bevor er sich ins heimische Vechta aufmachte, bat der Coach darum, dass sämtliche Akteure des Kaders zu dieser Partie kommen. Umso überraschter war Wempe, als er gestern erfuhr, dass Kleinenkneten gegen Ippener gar nicht antritt. Fußball-Obmann Michael Böttche hatte die Entscheidung gefällt. „Wir kriegen keine Mannschaft zusammen“, begründete er.

Beim aktuellen Tabellenelften hapert es ganz offensichtlich an der Kommunikation, nicht nur zwischen Coach und Abteilungsleiter, sondern auch innerhalb der Mannschaft. „Viele Spieler kommen nicht zum Spiel oder sagen erst kurz vorher ab“, klagt Wempe sein Leid. Für ihn als Trainer sei das frustrierend. In der vergangenen Saison sprang Wempe ein, als Kleinenkneten einen Übungsleiter brauchte, und schaffte mit dem Team den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. „Eigentlich wollte ich danach wieder aufhören, dann habe ich doch für ein weiteres Jahr zugesagt“, berichtet Wempe. Der Grund: „Die Mannschaft hatte mir versichert, dass alle was reißen wollen.“ Davon ist mittlerweile nichts mehr zu sehen. Der Kader hat sich in zwei Teile gespalten. Da sind zum einen die sieben Spieler, die Wempe aus Vechta dazu geholt hat. „Die sind immer da“, lobt der Coach. Dafür sorgt Wempe selbst, denn er nimmt die Sieben stets in seinem Mercedes-Kleinbus von Vechta aus mit nach Kleinenkneten.

Zum anderen sind da die Wildeshauser. Von den Einheimischen sei nur auf Torwart Marcel Kant und Christian Müller Verlass, sagt Wempe. „Die anderen reißen sich einfach nicht am Riemen. Zum Training erscheinen die gar nicht.“ Dabei kommt der Verein den Spielern schon entgegen und bestreitet seine Heimspiele freitagabends, weil viele am Wochenende gerne feiern gehen. „Wenn wir auswärts am Sonntag ran müssen, ist es immer schwierig, genug Leute zu finden“, schildert Wempe. Der Trainer wollte aufgrund der Misere schon aufhören, überlegte es sich jedoch anders. „Wenn ich gehe, sind auch die sieben Leute aus Vechta weg. Dann gibt es keine Mannschaft mehr“, verdeutlicht Wempe. Bis zum Saisonende will er nun wie abgemacht bleiben, dann sei definitiv Schluss.

Ob es überhaupt bis zum Sommer weitergeht, scheint nach dem Nichtantritt gegen Ippener allerdings fraglich. Auf eine Neuansetzung der Partie könne verzichtet werden, teilte Fußball-Obmann Böttche dem Spielausschuss mit. „Unser Bestreben ist es aber, die Serie zu Ende zu spielen“, betont er. Schlecht stehen die Kleinenkneter trotz aller Sorgen auch gar nicht da: Sie sind als Aufsteiger Elfter. Absteigen können sie nicht mehr, weil sich bereits der SC Dünsen und der KSV Hicretspor II abgemeldet haben. Wenn Kleinenkneten jedoch dreimal nicht antreten sollte, würde der Klub seinen Platz in der 1. Kreisklasse verlieren. Dann ginge es ganz unten wieder los, denn die Reserve spielt nur in der 5. Kreisklasse.

Für Böttche besteht aber noch Hoffnung. Vier Verletzungen hätten den 17er-Kader derzeit ausgedünnt. Gegen Ippener gebe es keine Aushilfen aus der Zweiten, weil diese parallel spielt. Am 29. März gegen den SV Baris II und am 31. März gegen den Harpstedter TB II müsse es dann irgendwie gehen. „Danach kommt Ostern“, sagt Böttche. „Da können wir uns sammeln.“

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