1. Kreisklasse Frauen

Eine neue Spielgemeinschaft erobert den Frauenfußball

Die SG Barrien-Nordwohlde gibt es zwar erst seit Saisonbeginn, dennoch hat sie sich in Windeseile einen Namen gemacht. Schließlich stürmt das Team Richtung Kreisklasse-Meisterschaft und Pokalfinale.
02.04.2019, 16:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup
Eine neue Spielgemeinschaft erobert den Frauenfußball

Lina Beuke (vorn) und ihre SG Barrien-Nordwohlde gewannen zuletzt beim ärgsten Verfolger TSV Bassum mit 4:1. Die Zeichen stehen klar auf Meisterschaft und Aufstieg.

Thorin Mentrup

Barrien/Nordwohlde. Ein bisschen sperrig ist der Name schon: SG Barrien-Nordwohlde. Das passt nicht in die Zeit der schnellen Kommunikation. Da ist SGBN doch wesentlich griffiger. Diese Kurzform, in den sozialen Medien auch als Hashtag verwendet, hat in der Frauenfußball-Szene der Region ganz schnell an Bekanntheit gewonnen. Dabei gibt es die SGBN erst seit Saisonbeginn. Dennoch reitet sie auf einer Erfolgswelle.

Einen vorentscheidenden Schritt zur Meisterschaft in der 1. Kreisklasse hat die von Stephan Hackmann und Reiner Meyer trainierte Mannschaft am Wochenende mit dem 4:1-Erfolg beim TSV Bassum, dem Tabellenzweiten, gemacht. Der Vorsprung beträgt 14 Punkte. Der SGBN ist der erste Platz kaum noch zu nehmen. Dafür spielt sie zu konstant und – vor allem – zu erfolgreich. Und noch einen zweiten Titel hat das junge Team ins Visier genommen: den Kreispokalsieg. In diesem Wettbewerb steht es bereits im Halbfinale nach Siegen über die SG Heiligenfelde II (5:0) und die SG Asendorf/Süstedt (1:0). Diese beiden Kontrahenten spielen in der Kreisliga, also eine Klasse höher als der Kreisklassist, der sich dennoch ohne Gegentor durchsetzte. Ein Qualitätsbeweis, wie Hackmann weiß: „Die Mädchen haben jede Menge Potenzial. Wir müssen uns nicht verstecken.“

Dass es bei der SGBN, die noch ohne Pflichtspielniederlage ist, so gut läuft, hatte auch er nicht erwartet. Schließlich mussten die Spielerinnen erst einmal zusammenwachsen. Die meisten Akteurinnen kannten sich, allerdings nur als Kontrahentinnen. „Seit der C-Jugend haben sie eigentlich immer die Meisterschaft unter sich ausgemacht“, verrät Hackmann. Er kommt von der Barrier Seite der Spielgemeinschaft, Meier von Nordwohlder. So gut, wie es zwischen den beiden Coaches läuft, harmoniert auch die Mannschaft. „Das Zusammenwachsen war überhaupt kein Problem. Wir haben als Trainer versucht, den Spaßfaktor hoch zu halten und eine relative Lockerheit reinzubringen. Aber das meiste ging von den Mädels selbst aus. Sie haben gesehen, dass sie mit Mädchen zusammenkommen, die auch Bock haben, Fußball zu spielen, und auf demselben Niveau sind. Alle wollen den Ball haben und nach vorn spielen“, macht Hackmann deutlich, dass dieselben Ideen und Vorstellungen aufeinander getroffen sind. Daraus entwickelte sich schnell ein homogenes Gebilde.

Der Großteil des 25-köpfigen Kaders ist noch im Teenageralter. Doch es stießen vor der Saison auch einige erfahrenere Kräfte zum Team. „Die braucht man auch, besonders in Spielen, in denen nicht nur Hurra-Fußball gefragt ist. Das lernen die Mädchen jetzt besonders im Pokal“, weiß der Coach. Mit dem Halbfinalspiel gegen die SG Barenburg, immerhin Kreisliga-Zweiter, wartet die bislang wohl größte Aufgabe auf das junge Team. Dann werden sich die Blicke auch auf Lina Beuke und Maira Bilek richten. Beide Spielerinnen haben bereits mehr als 30 Treffer erzielt. Auch in Bassum trugen sie sich in die Torschützenliste ein: Beuke zweimal, Bilek einmal. Doch die SGBN auf diese beiden Spielerinnen zu reduzieren, sei viel zu einfach, findet Hackmann. „Beide machen ihre Sache richtig gut, aber es ist die Mannschaft, die so gut funktioniert und ihnen das Toreschießen erst ermöglicht“, stellt er das Team in den Mittelpunkt. Dessen Lernprozess sieht der Trainer noch nicht abgeschlossen. „Es ist noch viel möglich“, glaubt er. In dieser Saison mit Meisterschaft und eventuell Pokalsieg, in der kommenden dann mit allergrößter Wahrscheinlichkeit in der Kreisliga, die dann den Hashtag SGBN noch intensiver kennenlernen wird.

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