Torsten Justs Abschiedstournee beginnt mit einem 2:0-Erfolg des TSV Ottersberg in Verden Eine Spur gefährlicher

Verden. Es war vom Vergolden gesprochen worden, auch die Vokabel „veredeln“ fiel. Allein es klappte nicht.
14.03.2016, 00:00
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Eine Spur gefährlicher
Von Malte Bürger

Es war vom Vergolden gesprochen worden, auch die Vokabel „veredeln“ fiel. Allein es klappte nicht. Nachdem der FC Verden 04 zuletzt noch mit einem 0:0 in Hagen überzeugt hatte, sorgte das jüngste Heimspiel in der Fußball-Landesliga Lüneburg gegen den TSV Ottersberg für Verdruss. Mit 0:2 (0:2) hatten sich die Domstädter geschlagen geben müssen – und haderten nach dem Schlusspfiff vor allem mit einer Szene, die sich bereits nach acht Minuten zugetragen hatte.

Das Spiel hatte ganz langsam an Fahrt aufgenommen, Ottersbergs Mazan Moslehe prüfte erstmals FC-Keeper Stefan Wöhlke. Keine 60 Sekunden später patzten die Gäste im Spielaufbau, plötzlich war Verdens Achmed Turgay allein auf dem Weg zum Tor. TSV-Keeper Tim Eggert blieb kaum etwas anderes übrig, als den Stürmer von den Beinen zu holen. Der insgesamt umsichtig leitende Schiedsrichter Rainer Aschemann (Bremen) zeigte völlig zurecht auf den Elfmeterpunkt. Es war die ideale Gelegenheit für die Verdener, um die Partie in die gewünschten Bahnen zu lenken. Patrick Zimmermann scheiterte dann allerdings an Eggert. „Das war natürlich sehr bitter, dass wir diese Chance nicht genutzt haben, sonst wäre wohl einiges anders gelaufen“, sagte FC-Coach Marco Wahlers.

Es war wahrlich kein schönes Spiel, immer wieder schlichen sich auf beiden Seiten katastrophale Abspielfehler und Ungenauigkeiten ein. Doch die Ottersberger hatten etwas im Gepäck, das sie im ersten Abschnitt vom Gegner unterschied: einen energischen Zug zum Tor. War Kapitän Andre Geisler zunächst noch an Wöhlke gescheitert (18.), gab es fünf Minuten später einen mustergültigen Angriff. Mazan Moslehe schickte Aykut Kaldirici auf der rechten Seite auf die Reise, der Winter-Neuzugang der Ottersberger passte quer auf Egzon Prcani – 0:1. Keine zehn Minuten später hätte der Ex-Uphuser erneut treffen können, nachdem er die gegnerische Hintermannschaft genarrt hatte, klatschte sein strammer Abschluss jedoch nur an den Pfosten (32.). Auf der Gegenseite hielt Eggert noch einmal gegen Zimmermann (36.), wenig später traf dann Moslehe nach erneuter Kaldirici-Vorarbeit zum 2:0 (41.). „Wir können uns bei Tim Eggert bedanken, der uns mit seinen beiden starken Paraden im Spiel gehalten hat“, sagte Torsten Just, der trotz der Führung während der gesamten Partie immer wieder mit dem Auftritt seiner Schützlinge haderte. „Wir müssen das viel kontrollierter zu Ende spielen. Da waren unheimlich viele überflüssige Ballverluste dabei.“

Das Verdener Elend dieses Sonnabendnachmittags drückte sich dann noch einmal unmittelbar vor dem Pausenpfiff aus. Gleich zwei Mal hatte Steen Burford die Chance zum Anschluss, erst scheiterte er am erneut stark reagierenden Eggert, den Abpraller jagte er in die Wolken. Die Geschichte des zweiten Durchgangs ist schnell erzählt: Ottersberg stand tief und trat offensiv nicht mehr in Erscheinung, Verden lediglich durch zwei halbherzige Versuche von Luca Homann (56.) und Finn Austermann (84.). Zu wenig, um dem Spiel doch noch eine entscheidende Wende zu geben. „Das ist natürlich sehr enttäuschend, aber die Niederlage wirft uns jetzt nicht um“, sagte Marco Wahlers anschließend. „Jetzt kommen zwei Partien gegen Rotenburg und Etelsen – da sind wir wieder gefordert, da muss die Spannung erneut hoch sein. Dafür werden wir jetzt arbeiten, wir wissen, was auf uns zukommt.“

Für Wahlers’ Gegenüber Torsten Just war es indes der Beginn einer Abschiedstournee. Aus familiären Gründen beendet der Ottersberger Coach im Sommer nach nur einer Saison sein Engagement schon wieder und zieht zurück nach Bayern.

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