Badminton

Eine Win-Win-Situation

Es geht weiter bei der Badmintonabteilung des TSV Cluvenhagen – dank einer Spielgemeinschaft mit dem TSV Kirchlinteln. In der sogenannten Hobbyliga geht das Team als SG Kivi Cluvenhagen an den Start.
18.09.2019, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Brunetti
Eine Win-Win-Situation

Simon Plumhoff (vorne) und Frank Rottstegge haben die SG Kivi Cluvenhagen ins Leben gerufen. Das Team spielt in der sogenannten Hobbyliga.

Sebi Berens

Der TSV Cluvenhagen und der TSV Kirchlinteln machen von nun an gemeinsame Sache. An den Start gehen die beiden Vereine in der Badminton-Liga im Kreis Verden, der sogenannten Hobbyliga. Über das Ziel dieser neuen Spielgemeinschaft sind sich die Verantwortlichen einig: „Spaß haben“ – das ist das A und O, sagen Frank Rottstegge und Simon Plumhoff fast gleichzeitig. Vor allem die Cluvenhagener profitieren dabei von dem Zusammenschluss.

„Bei uns sind einige Leistungsträger weggegangen, weil sie in anderen Vereinen spielen wollten. Deshalb hätten wir keine Mannschaft mehr melden können“, berichtet Rottstegge, erster Vorsitzende der Badminton-Abteilung des TSV Cluvenhagen. Um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten, kam ihm die Idee, eine Kooperation mit dem TSV Kirchlinteln ins Leben zu rufen. Deren zweiter Vorsitzender Plumhoff konnte sich das sofort vorstellen. „Frank und ich können gut miteinander und für uns war das deshalb interessant, da die Cluvenhagener eher weibliches Personal besitzen“, skizziert der 42-Jährige und erklärt das Argument mit dem Mangel an Frauen beim Badminton im Kreis Verden. Für den Spieltag werden eben auch Frauen gebraucht, wie Plumhoff angibt. „Man stellt jeweils ein Sechserteam, mit vier Herren und zwei Damen.“ Ein weiterer Mehrwert stellt zudem die Trainingssituation dar. Die Spieler beider Vereine können nun sowohl am Montag in Cluvenhagen als auch am Mittwoch und Freitag in Kirchlinteln trainieren.

In der sogenannten Hobbyliga startet das Team als SG Kivi Cluvenhagen. Der größere Teil der Spieler kommt vom TSV Kirchlinteln, der dazu auch noch zwei Mannschaften in der Kreisklasse Rotenburg gemeldet hat. „Von uns sind es acht Spieler, die in der Hobbyliga zum Einsatz kommen werden“, sagt Plumhoff. Vier Spieler bringt der TSV Cluvenhagen mit in die Spielgemeinschaft, demnach ist die Mannschaft insgesamt mit zwölf Spielern bestückt. Rottstegge: „Wir freuen uns, dass wir weitermachen und unseren Spielern einen Wettkampf bieten können. Gerade den jungen Leuten muss man etwas bieten, sie haben den sportlichen Ehrgeiz.“ Als Mannschaftsführer fungiert Jannik Neumann. Der 20-Jährige hat dabei eine klare Vorstellung, wie das Miteinander aussehen soll. „Wir treffen uns hier, um zu spielen und zu trainieren – in einer lockeren Atmosphäre“, erzählt der Cluvenhagener. Die Entwicklung der Badmintonabteilung verfolgt er entsprechend gelassen. „Es gibt immer ein Auf und Ab. Mal haben wir mehr Leute, mal weniger“, meint Neumann, der außerdem auch die Position des Spartenleiters ausfüllt. Er sieht es auch deshalb so entspannt, weil ihn die reduzierte Personalstärke nicht überrascht. „Das ist ein Hobbyding. Ich habe das Gefühl, viele stören sich an dem Wort 'Liga' und haben Angst, etwas leisten zu müssen.“

Für den TSV Cluvenhagen ist Neumann natürlich ein Glücksfall. Selbiges gilt für Mieke Feder. Auch die 23-Jährige ist schon seit vielen Jahren mit dem Schläger in der Hand aktiv, neuerdings ist sie auch zweite Vorsitzende des Vereins. Wichtig für die Cluvenhagener ist zudem Manuela Rode. Die Trainerassistentin leitet das Jugendtraining, aktuell liege da die Beteiligung bei etwa zwölf Spielern. Leider, meint Rottstegge, bleiben die wenigsten jungen Sportler beim Badminton. „Das ist schade, aber sie brechen oft ab.“

Doch es gibt auch andere Beispiele. Julia Jägeler, viele Jahre als Handballerin der Cluvenhagener unterwegs, hat sich dem Team neu angeschlossen. „Ich bin seit drei Monaten dabei und es macht mir Spaß“, berichtet die 24-Jährige. Mit dem Handball habe sie aus Zeitgründen aufhören müssen, ihre Wahl auf Badminton sei dann recht schnell gefallen. „Es war mir wichtig, im Verein zu bleiben. Deshalb habe ich nach den Angeboten geschaut und bin dann beim Badminton gelandet. Ich wollte einen Sport machen, bei dem ich mich nach der Arbeit auspowern kann.“ Ihre Ambitionen sind damit natürlich beschränkt, andernfalls müsste sie Badminton auch in einem anderen Kreis spielen. Denn: „Auf der Badminton-Karte gibt es hier ein relativ großes Loch. Es ist auch offen, wie lange die Hobbyliga noch besteht. Das ist ein fragiles Gebilde, vor 25 Jahren gab es sie auch mal für fünf Jahre“, skizziert Plumhoff, der sich als Vorsitzender des Kreisfachverbandes Badminton im Kreis Verden bestens auskennt. Er beobachtet einen Rückgang: „2013 startete die Hobbyliga mit 72 Spielern, in der letzten Saison waren es nur noch knapp über 50.“

Umso erfreulicher ist die Spielgemeinschaft vom TSV Cluvenhagen und TSV Kirchlinteln – dadurch muss die sogenannte Hobbyliga nicht verkleinert werden. Dort spielt die SG Kivi Cluvenhagen gegen fünf andere Mannschaften. Die Gegner lauten: BV Verden, MTV Riede, TSV Bassen, BSG KSK Verden und TSV Ottersberg. Die Saison 2019/2020 beginnt am 20. Oktober ab 9.30 Uhr in Riede.

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