Basketball-Bundesliga

Eisbären Bremerhaven in einer bedrohlichen Lage

Auch gegen Göttingen konnten die Bremerhavener Basketballer nicht punkten. Sie führten so gar kurz vor Schluss, brachten aber die Partie nicht erfolgreich zu Ende. Es ist die neunte Niederlage in Folge.
06.01.2019, 18:32
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Marc Gogol
Eisbären Bremerhaven in einer bedrohlichen Lage

Wieder bester ­Bremerhavener: Point Guard Chris Warren. Der Amerikaner sorgte gegen die BG Göttingen als Top Scorer für 24 Punkte, darunter sechs Dreier. Doch auch der 30-Jährige konnte die neunte Niederlage seiner Mannschaft in Folge nicht verhindern. Göttingen drehte zu Hause das Spiel und siegte am Ende vor 3392 Zuschauern mit 85:79. Auch eine nahezu tadellose ­Freiwurf-Quote mit sieben von acht reichte den Eisbären nicht zum ersehnten ­Erfolgserlebnis.

Peter/hansepixx

Mittlerweile sind es neun. Neun Niederlagen in Folge haben die Eisbären Bremerhaven nun in der Basketball-Bundesliga kassiert, am späten Sonnabend schließlich unterlagen sie in dem wichtigen Abstiegsduell bei der BG Göttingen mit 79:85 (38:38). Die Südniedersachsen, die ebenfalls wie die Eisbären neun Pleiten in Serie kassiert hatten, gaben mit diesem Erfolg den Schwarzen Peter an das Team von Bremerhavens Headcoach Dan Panaggio weiter.

Dieser hat jetzt fünfmal in Folge das Parkett als Verlierer verlassen, sein Vorgänger Arne Woltmann konnte viermal hintereinander nicht gewinnen. Danach war die Geduld der Eisbären-Geschäftsführung zu Ende, man entließ Woltmann und inthronisierte Panaggio. Wie lange wird nun der US-Amerikaner und Mitgesellschafter als Trainer geduldet werden, wo doch die erhoffte Wende zu erfolgreicheren Basketball-Zeiten in Bremerhaven offensichtlich bisher ausgeblieben ist? Oder wie lange wird Dan Panaggio selbst der Meinung sein, die Wende herbeiführen zu können? Das bleibt abzuwarten, aber die Lage beim Tabellenvorletzten wird von Woche zu Woche bedrohlicher.

Nun hat parallel auch noch der Tabellenletzte, die Hakro Merlins Crailsheim, überraschend mit 91:77 bei den Fraport Skyliners in Frankfurt gewonnen und ist in der Tabelle bis auf einen Sieg an die Eisbären herangerückt. Beim Lokalderby in Oldenburg zeigte die Mannschaft beim deutlichen 76:99, dass sie ohne ihren Point Guard Chris Warren in Top-Form in der Liga wohl mit den Spitzenteams nicht konkurrieren kann, in Göttingen reichte auch ein gut aufgelegter Warren nicht zum Sieg gegen einen Mitkonkurrenten im Abstiegskampf.

Lesen Sie auch

Der 30-jährige US-Boy markierte in der Göttinger Sparkassen-Arena vor 3392 Zuschauern als Bremerhavens Top Scorer 24 Punkte, darunter sechs Dreier. Aber sein kongenialer Gegenpart auf Seiten der Gastgeber, Michael Stockton, war mit 27 Punkten, darunter drei Dreiern und zehn Assists eben noch einen Tick erfolgreicher. Michael Stockton ist übrigens der Sohn des NBA Hall of Famers John Stockton. Und dieser kleine Tick besser zu sein, gab letztlich auch den Ausschlag zum Erfolg der Göttinger Baseketballer, obwohl die Eisbären Bremerhaven im Schlussabschnitt schon mit acht Punkten vorne gelegen hatten. In den letzten 92 Sekunden drehte Göttingen, angetrieben von Michael Stockton, das Spiel zu seinen Gunsten.

„Den Unterschied hat heute Michael Stockton gemacht. Wenn er nicht selber gepunktet hat, hat er seine Mitspieler gefunden. Ich bin enttäuscht, weil wir mit acht Punkten Vorsprung das Spiel nicht zu Ende gebracht haben. Seit ich Headcoach bin, hatten wir noch kein enges Spiel. Wir haben das nicht gut gemacht. Wir haben Göttingen nicht gestoppt und keine Punkte mehr erzielt“, lautete Panaggios Fazit. Der Coach wird nun wohl nicht mehr um eine baldige personelle Verbesserung seines Kaders herumkommen. Adrian Breitlauchs Kommentar ging in eine ähnliche Richtung: „Es war ein Spiel auf des Messers Schneide. Wir hatten eine gute Chance, heute zu gewinnen. In den letzten fünf Minuten haben wir es kaum noch geschafft, gute Würfe zu erspielen. Es sind solche kleinen Dinge, die diese Spiele dann am Ende entscheiden, das tut besonders weh.“

Lesen Sie auch

Gemeint hatte der 25-jährige Eisbär damit den unmöglichen und einzigen Dreier von Göttingens Dominic Lockhardt 39 Sekunden vor der Schlusssirene zum 81:77 für seinen Verein. Zuvor hatte eben dieser Lockhardt noch einen Dreier-Versuch von Chris Warren geblockt und einen Defensiv-Rebound geholt. Dan Panaggio musste sodann die Auszeit nehmen, Chris Warren vergab den schnellen Dreier, und fortan verhaspelten sich die Gäste in ihrem Aufbauspiel. Michael Stockton legte einen Dunking von Darius Carter auf, und eingetütet war die neunte Niederlage der Eisbären Bremerhaven. Da nützte es auch nichts, ­dass die Gäste in der Rebound-Statistik mit 41 weit vor den Göttingern (25) lagen oder eine nahezu tadellose Freiwurf-Quote mit sieben von acht aufwiesen. Die Punkte blieben in Göttingen, und nun geht es für die Eisbären Bremerhaven am kommenden Sonntag (15 Uhr, Stadthalle Bremerhaven) gegen das Mittelfeldteam von Ratiopharm Ulm.

Eisbären Bremerhaven: Warren (24/6 Dreier), Canty (10/2), Breitlauch (10/2), Wimberg (6/2), Bleck (6), Turner (5/1), Benson (9), Bojang (n.e.), Jackson (4), Brown (5/1).

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+