Basketball Bundesliga Eisbären Bremerhaven: Neuer Trainer, keine Punkte

Die Eisbären verlieren wie erwartet beim FC Bayern, zeigen aber unter Michael Mai gute Ansätze. Als nächstes treffen sie auf das Team aus Jena.
03.03.2019, 18:24
Lesedauer: 3 Min
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Eisbären Bremerhaven: Neuer Trainer, keine Punkte
Von Mathias Sonnenberg

Jetzt also die 16. So häufig haben die Eisbären Bremerhaven in Folge in der Basketball-Bundesliga verloren. Doch wer glaubt, damit wäre ein Rekord an Serienpleiten erreicht, der soll sich mal in Braunschweig oder Karlsruhe umhören. Dort verloren die Teams 1988 und 2006 jeweils 28 (!) Mal in Folge in der Bundesliga, davon sind die Eisbären noch ein gutes Stück weit entfernt. Und überhaupt hatte nun wirklich niemand damit gerechnet, dass diese Serie an Niederlagen ausgerechnet am Sonntag im Audi Dome in München reißt beim Tabellenführer und deutschen Meister FC Bayern. Am Ende gab es ein 80:91 (37:55) und ein Debüt von Neu-Trainer Michael Mai, das durchaus übler hätte ausgehen können.

Doch die Fakten bleiben ernüchternd: Letzter Tabellenplatz, wieder keine Punkte und eine Stimmung in Verein und Umfeld, die als eisig beschrieben wird. „Ganz Basketball-Deutschland weiß, dass wir aktuell in einer schwierigen Situation sind„, erklärte Anthony Canty nach dem Spiel. Mit seiner Blitz-Analyse wollte er zumindest etwas Optimismus nach einem Spiel zeigen, das Bremerhaven niemals hätte gewinnen können, sich aber immerhin tapfer gewehrt hatte. “Die ersten Minuten haben wir verschlafen„, meinte Canty, “aber zum Schluss haben wir gekämpft. Wir haben auf jeden Fall eine Reaktion gezeigt.“ Das ist nicht zu leugnen.

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Für Trainer Mai, der erst am Donnerstag den Chefposten nach der selbst gewählten Demission von Dan Panaggio übernommen hatte, gab es natürlich keinen ungünstigeren Ort für ein Trainer-Debüt als München. „Wir wussten, dass das Spiel eine große Herausforderung werden würde, sie haben eine unglaublich gute Mannschaft", erklärte er nach dem Spiel und fügte an: "Wir hatten nur einen Tag, uns vorzubereiten und hatten deshalb einen limitierten, offensiven Game-Plan. Aber der Einsatz der meisten Spieler war gut."

In München trafen die Eisbären auf einen FC Bayern, der noch etwas gutzumachen hatte. Vor zweieinhalb Wochen setzte es gegen die Baskets Oldenburg die erste Saisonniederlage in der Bundesliga, danach waren die Bayern nur noch international unterwegs mit Spielen in der Euro League. Dem Meister war anzumerken: An diesem Nachmittag sollten die Verhältnisse flugs geklärt werden. Und tatsächlich musste man schnell Angst um die Eisbären haben, dass es ein ähnliches Fiasko wie Mitte der Woche in Bonn werden könnte beim 75:108. Fast wie im Training zogen die Bayern Korb um Korb davon und führten nach drei Minuten mit 15:2 Punkten. Die Gäste berappelten sich in der Folge etwas, aber der Klassenunterschied zwischen Ersten und Letzten war jederzeit sichtbar. Am Ende des ersten Viertels stand es 27:14, gepaart mit der Erkenntnis: Für die Eisbären geht es nur noch darum, sich achtbar aus der Affäre zu ziehen.

Und das schafften die Gäste tatsächlich. Die Bayern, 48 Stunden vor dem Anpfiff noch international in Podgorica am Ball, hatten das Spiel zwar auch im zweiten Viertel im Griff und führten zur Pause mit 55:37. Aber die Eisbären konnten das Spiel plötzlich offener gestalten, auch weil Anthony Canty endlich mal einen Dreier in die Maschen setzte und die Bayern in der Defensive nicht mit mehr mit der größten Intensität agierten. Und auch wenn die Eisbären den großen Favoriten am Ende natürlich nicht in echte Bedrängnis brachten, so bleibt immerhin der Fakt: Die letzten beiden Viertel gingen mit 24:23 und 19:13 jeweils an die Bremerhavener.

Neu-Coach Mai wollte allerlei Statistik nicht überbewerten und übte sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel in sachlicher Kritik. „Unsere Disziplin im Spiel, unsere Rotation und andere Kleinigkeiten waren eben nicht immer gut“, erklärte er. „Und wenn du einem Team wie München einige Millimeter gibst, nutzt es sie aus. Für die Defense brauchen wir noch mehr Zeit. Aber die Jungs haben nicht aufgegeben und bis zum Ende gekämpft.“

Er weiß: Der Kampf um den Klassenerhalt wird nicht gegen den FC Bayern gewonnen, sondern gegen Teams wie Jena, die am kommenden Sonnabend in Bremerhaven spielen. „Ich hoffe, wir können den Kampf in den nächsten Spielen wiederholen“, sagte Mai noch. „Dann werden wir sehen, was bis Saisonende noch möglich ist. Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt.“ Doch dafür muss erst mal die Pleiten-Serie reißen.

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