Mai bleibt Trainer der Eisbären Eisbären Bremerhaven treten in der 2. Basketball-Bundesliga an

Lange war die wirtschaftliche und sportliche Zukunft der Eisbären Bremerhaven ungeklärt. Seit Sonntagabend steht fest: Das Team wird in der kommenden Saison in der 2. Basketball-Bundesliga spielen.
22.07.2019, 06:43
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Von Vanessa Ranft und Frank Büter

Das darf man dann wohl eine ordentliche Vorgabe nennen. Michael Mai soll es jetzt wie Sarunas Sakalauskas machen. Sinngemäß steht es so in einer Pressemitteilung der Eisbären Bremerhaven. Im Wortlaut steht dort: "Wir möchten mit Michael Mai als Headcoach und sportlichen Leiter in die Zukunft gehen, sodass er wie damals Sarunas Sakalauskas etwas aufbauen kann." Dazu muss man wissen, dass der benannte Mann aus Litauen die Bremerhavener Basketballer einst aus der zweiten in die erste Liga und dort umgehend bis in die Play-off-Halbfinals geführt hat. Und 2006 sogar zum Trainer des Jahres gewählt wurde.

Mai im Verein geschätzt

Michael Mai hat als Eisbären-Trainer zuletzt den Abstieg aus der ersten in die zweite Liga nicht mehr verhindern können. Und weil es lange nicht klar war, ob der Klub für die ProA genannte zweite Liga überhaupt die Lizenzauflagen erfüllen kann, stand über Wochen keineswegs fest, ob der im Verein durchaus geschätzte Mai einen Trainervertrag angeboten bekommt. Am Sonntagabend stieg nun endlich, bildlich gesprochen, weißer Rauch auf in der Eisbären-Zentrale am Amerikaring. Zwar ist es keineswegs so, dass alle Fragen geklärt sind. Der Klub konnte aber immerhin dies vermelden: Er reicht die Lizenzunterlagen für die ProA ein. Der Gutachterausschuss der zweiten Bundesliga hatte ihm dafür eine Fristverlängerung gewährt. „Es geht weiter!“, ist die Vereinsmitteilung überschrieben.

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Am Donnerstagabend hatte der Aufsichtsrat der städtischen Gesellschaft „Erlebnis Bremerhaven“ getagt. Er gab schließlich einen Zuschuss von 320 000 Euro für die kommende Saison frei. Zuvor hatte man die Kölner Agentur Nielsen Sports den Werbewert des Basketball-Klubs für den Standort Bremerhaven ermitteln lassen. Als Erstligist waren die Eisbären von der Stadt zuletzt mit 450 000 Euro im Jahr bezuschusst worden – die Stadt war und ist der Hauptsponsor des Vereins, der für die ProA mit einem Etat von knapp zwei Millionen Euro disponieren soll. Das Ja von „Erlebnis Bremerhaven“ führte letztlich zum Ja der Eisbären-Gesellschafter für die ProA.

In der Pressemitteilung ließ es sich der geschäftsführende Gesellschafter Wolfgang Grube allerdings nicht nehmen, den öffentlichen Zuschuss als zu gering zu geißeln. „Dass die Zuwendung der Stadt so drastisch gekürzt wird, hat uns ehrlich gesagt schon enttäuscht“, so wird er dort zitiert. Schließlich bewege man mehr als 400 Kinder und Jugendliche, sei in Schulen tätig, veranstalte Camps „und leiste(n) somit auch einen erheblichen sozialen Beitrag“.

Schwierigkeiten bei Sponsoring durch Unternehmen

Gegenüber Radio Bremen sagte Grube, dass sich die Stadt sehr lange Zeit mit ihrer Entscheidung gelassen habe. Dass manche örtliche Unternehmen für ein Sponsoring leider nicht zu gewinnen seien und dass der Zustrom der Fans in Bremerhaven ein anderer sei als in Vechta, wo Rasta Vechta gleich zweimal aus der ersten Liga abgestiegen sei.

Dass Michael Mai dem Wunsch entspricht, als Trainer die Eisbären in eine bessere Zukunft führen zu wollen, zeichnet sich nun immerhin ab. Mai soll offenbar auch den Posten des Sportlichen Leiters übernehmen, den zuletzt Gesellschafter Dan Panaggio besetzt hatte. Stand jetzt gibt es noch keinen Kader für die Ende September beginnende Saison. In der wolle man sich konsolidieren, weiter Sponsoren suchen und die Schulden tilgen, wird Grube zitiert. Einer Rückkehr in die erste Liga würde derzeit allein an der Lizenzvergabe scheitern. Wie berichtet, sollen den Klub rund 800 000 Euro Altlasten drücken.

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