Basketball-Bundesliga Eisbären Bremerhaven unterliegen Gießen 46ers

Die Eisbären Bremerhaven haben ihr Heimspiel in der Basketball-Bundesliga gegen Gießen 46ers mit 74:82 (31:42) verloren.
28.03.2016, 17:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Schnurr

Die Eisbären Bremerhaven haben ihr Heimspiel in der Basketball-Bundesliga gegen Gießen 46ers mit 74:82 (31:42) verloren.

Es hakte mal wieder bei den Eisbären Bremerhaven. Im Spiel gegen die Giessen 46ers, aber auch bei der Technik. Der Drucker hatte im Lauf der 74:82 (31:42)-Niederlage schlapp gemacht. Erst war er ins Stottern geraten, dann gab er ganz den Geist auf. Als Sinnbild für den Auftritt der Bremerhavener Bundesliga-Basketballer taugte der kaputte Drucker zwar irgendwie schon. Bei der Suche nach Gründen für die neuerliche Heimniederlage der Eisbären war er allerdings keine Hilfe. Sein Streiken verwehrte den finalen Statistikbogen zur Partie. Der aber erzählt die Geschichte so eines Basketball-Spiels, aufgeschlüsselt in Zahlen und Prozenten, ungeschönt und untrüglich, und ist deswegen Diskussionsgrundlage jeder Pressekonferenz.

Schwächstes Spiel unter Machowski

Statt auf Ziffern mussten sich die Trainer daher auf ihr Gefühl verlassen, auf Vermutungen statt Fakten. „Hätten wir jetzt den Statistikbogen, hätten wir vermutlich ablesen können, dass wir genau so gespielt haben, wie wir es doch gerade nicht wollten: Wenig Assists, viele Ballverluste, kein Zusammenspiel.“ Sebastian Machowskis spekulative Zusammenfassung des 74:82 war so ein Satz, exemplarisch für dieses kollektive Rätselraten. Dabei rang Machowski längst nicht nur wegen des vermissten Statistikbogens um Worte. Er wolle ja keinen seiner Spieler beleidigen, sagte der Trainer der Eisbären Bremerhaven. Das unentschlossene Auftreten seiner Mannschaft aber sei kaum zu ergründen, „ohne ziemlich böse Dinge über das Team zu sagen“. Er könne seinen Spielern leider nicht in deren Köpfe schauen, sagte Machowski. „Wahrscheinlich wären darin die Antworten zu finden.“ Antworten auf das bisher schwächste von vier Spielen unter ihrem neuen Trainer. Auf all die bereits für überholt geglaubten Probleme, das fehlende Zusammenspiel, die Einzelaktionen, das schwache Offensivrebounding. Auf den „Rückfall in alte Zwänge“, wie Machowski das Auftreten seiner Mannschaft umschrieb. „Das war ganz sicher nicht der Schritt in die richtige Richtung“, sagte er.

Dabei schienen die Eisbären zunächst den Schwung des zarten Aufwärtstrends gegen Giessen mitzunehmen, nach vier Minuten führten sie 10:5. Dann aber ging ein Riss durch ihr Spiel, ein 9:0-Lauf brachte den Aufsteiger erstmals in Führung. „Gerade in der Offensive haben wir als Mannschaft eigentlich nie in das Spiel gefunden“, sagte Machowski. Auch Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen sprach von „sehr vielen Einzelaktionen“ und konstatierte: „Giessen hat einfach all das gut gemacht, was uns nicht gelungen ist.“ Bis zur Pause war der Vorsprung der Gäste so auf elf Punkte angewachsen.

Kein Zusammenspiel

So deutlich blieb es auch in der zweiten Halbzeit, weil die zögerliche Bremerhavener Defensive den Angreifern des Tabellenneunten viele zweite Würfe gewährte, und diese jeden zweiten Dreier trafen. „Wir haben uns nicht mit letzter Konsequenz in die Männer geworfen, um die zweiten Chancen zu verhindern“, befand Machowski. „Das passt ins Bild dieses Spiels: Wir haben nicht alles investiert.“ Die Eisbären kombinierten kaum, Freiräume für Kyle Fogg, immerhin der beste Werfer der Liga, kreierten sie viel zu selten. Stattdessen Stückwerk, erzwungen und konzeptlos. „Es war offensichtlich, dass wir wieder gar nicht zusammen gespielt haben“, sagte Center Jannik Freese.

Aufsteiger Giessen dagegen widerlegte in Bremerhaven, wie auch schon in der gesamten Spielzeit, eindrucksvoll die Mär der vom rasanten Wachstum der BBL chancenlos abgehängten Vereine aus Provinz- und Universitätsstädten. „An denen müssten wir uns mal ein Beispiel nehmen“, sagte Freese. „Giessen hat uns heute gezeigt, wie man Basketball spielt. Die haben einen wesentlich geringeren Etat, aber spielen als Mannschaft, da läuft alles ineinander.“

Die Eisbären, nun wieder Tabellen-15. und tief im Abstiegskampf, übten sich anschließend in Superlativen vor dem Spiel gegen den Tabellennachbar Göttingen am kommenden Sonntag. Kyle Fogg sprach schließlich vom „wichtigsten Spiel der Saison“, Jan Rathjen versprach „das Spiel der Spiele“.

Eisbären: Fogg (13), Freese (12), Smith (12), Williams (11), Zwiener (11), Gordon (10), Austin (3), Curry (1), Sihota (1), Bleck

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