Basketball-Bundesliga

Eisbären Bremerhaven verlieren auch 14. Spiel in Folge

Krise ohne Ende: Die Basketball-Bundesligisten der Eisbären Bremerhaven warten weiter auf den vierten Saisonsieg. Auch gegen die Gießen 46ers setzte es mit 92:101 eine Niederlage - die 14. in Folge.
13.02.2019, 20:46
Lesedauer: 3 Min
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Eisbären Bremerhaven verlieren auch 14. Spiel in Folge
Von Frank Büter
Eisbären Bremerhaven verlieren auch 14. Spiel in Folge

Kein Durchkommen: Die Eisbären Bremerhaven (helles Trikot, Darnell Jackson) unterlagen auch den Gießen 46ers (John Bryant).

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In kleinen Gruppen standen sie vor der Stadthalle in Bremerhaven. Die treuesten der treuen Fans, sie waren zeitig da an diesem Mittwochabend, um die Eisbären Bremerhaven im Abstiegskampf der Basketball-Bundesliga zu unterstützen. Bis sich die Türen öffnen sollten, wurde bereits eifrig diskutiert. Thema, na klar: Die Verfassung der Eisbären. "Mit Arne Woltmann stünden wir besser da", sagte ein Anhänger. Dan Panaggio, der Woltmann Mitte Dezember auf dem Trainerposten abgelöst hatte, könne die Liga doch gar nicht lesen. Und auch mit der Art und Weise, wie sich das Team präsentiert, war diese Besuchergruppe nicht einverstanden. "Am besten", sagte ein anderer Anhänger, "gibst du jedem einen Ball – ein Spielsystem ist da doch nicht zu erkennen."

Etwas optimistischer zeigten sich die Fans im Eisbärenblock. Fabian Marx ist seit etwas mehr als zwei Jahren dabei. Er hat also bereits Erfahrung im Abstiegskampf. Er steht hinter seinem Team. Er trommelt. Er pusht. Und versucht, die Kulisse mitzureißen. "Heute", sagte Fabian Marx voller Überzeugung, "heute werden wir die Pleitenserie beenden und Gießen schlagen. Das hat im Hinspiel ja auch schon geklappt."

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Erfüllt wurde die Hoffnung nicht. Vor nur 1568 Zuschauern, Minuskulisse in der laufenden Saison, mussten sich die Eisbären Bremerhaven den Gießen 46ers mit 92:101 (47:50) geschlagen geben. Es war nun schon die 14. Niederlage in Folge. Und die Suche nach erklärenden Worten fällt zunehmend schwerer. "Wir sind aber Bundesliga-tauglich", sagte Kapitän Fabian Bleck beinahe trotzig. "Wir Spieler sind eine Einheit. Wir halten zusammen. Wir wollen gewinnen. Und ich glaube fest daran, dass wir den Bock noch umstoßen und Siege einfahren werden." Was Kapitän Bleck indes schuldig blieb, war eine Antwort auf die Frage: Erreicht Dan Panaggio das Team noch? "Das", sagte Bleck, "das sollen andere beantworten".

Die einzig gute Kunde gab's vor Beginn: Elston Turner, im Hinspiel in Gießen mit einem Dreier kurz vor Schluss der Matchwinner, hatte seine Verletzung auskuriert und kehrte nach zwei Spielen Pause ins Aufgebot zurück. Und Turner gehörte neben Chris Warren, Fabian Bleck, Durrell Summers und Darnell Jackson auch gleich wieder zur Startformation. Das war es dann aber auch mit positiven Nachrichten. Denn der Auftakt, er ging – wie schon am Sonntag in Bremen gegen Oldenburg – komplett daneben. Die Eisbären trafen nicht, gaben gegen die schwächste Defensive der Liga die Bälle viel zu leicht her – und lagen nach einem 0:11-Lauf in der sechsten Minute bereits mit 5:16 zurück.

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Panaggio war bedient. Wieder ein Fehlstart. "Das ist enttäuschend", haderte der Amerikaner. Aber den Headcoach ärgerte nicht nur dieses erstes Viertel. Ihn ärgerte vielmehr das schwache Defensivverhalten seines Teams insgesamt. "Mit so einer schlechten Defensive", sagte Panaggio, "kannst du nicht gewinnen." In der Offensive habe das Team indes einen guten Job gemacht, wie der 64-Jährige betonte: "92 Punkte, das ist die beste Ausbeute, seit ich Headcoach bin." Allein es reichte nicht. Wieder einmal. Trotz einer erkennbar guten Moral. Trotz furioser Aufholjagden. Trotz einer zwischenzeitlichen 67:66-Führung nach einem Dreier von Chris Warren, dem erneut besten Schützen der Eisbären (28. Minute).

Niederlage Nummer zehn also für Dan Panaggio in seiner Doppelfunktion als Sportdirektor und Trainer. Und die 14. in Serie für die Eisbären. Woran es liegt? Gästecoach Ingo Freyer wirkte auch etwas verwundert. "Bremerhaven hat gute Einzelspieler, gute Spieler unterm Korb, gute Schützen auf den Flügeln – und athletisch waren sie uns sogar überlegen", sagte Gießens Trainer. Und fügte an: "Vielleicht tut ihnen die zweiwöchige Pause jetzt ganz gut, um sich weiter zu finden." Am 27. Februar muss Bremerhaven wieder ran, dann geht's nach Bonn.

Eisbären Bremerhaven: Warren (21), Canty (9), Breitlauch (3), Wimberg (7), Bleck (7), Moten, Turner (15), Summers (11), Benson (10), Jackson (9).

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