Basketball-Bundesliga Eisbären feuern Trainer Arne Woltmann

Seit Mittwoch heißt der neue Coach der Bremerhavener Dan Panaggio. Der bisherige Sportdirektor wird am Sonnabend im Heimspiel gegen Braunschweig erstmals verantwortlich auf der Bank sitzen.
12.12.2018, 19:13
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Eisbären feuern Trainer Arne Woltmann
Von Jörg Niemeyer

Am kommenden Montag hätte Arne Woltmann auf der Trainerbank der Eisbären Bremerhaven seinen ersten Jahrestag gefeiert. Doch nach der jüngsten Talfahrt mit vier Niederlagen in Folge riss den Verantwortlichen des Basketball-Bundesligisten am Mittwoch endgültig der Geduldsfaden: Mittags informierte Geschäftsführer Wolfgang Grube den bisherigen Coach über die Trennung. „Wir waren sehr geduldig“, sagte Grube dem WESER-KURIER, „weil ich Arne Woltmann auch sehr schätze. Aber wie viele Spiele soll er denn noch üben?“ Antwort: keins mehr.

Schon am Tag der Trennung übernahm mit Dan Panaggio der bisherige Sportdirektor das Amt des Cheftrainers. Am kommenden Sonnabend im nächsten Abstiegsduell gegen die Löwen Braunschweig wird er ab 20.30 Uhr in der Bremerhavener Stadthalle auf der Bank sitzen. Ob er sich dann Sportdirektor oder Headcoach nennt, ist Wolfgang Grube egal. „Den Posten hatte ich für ihn geschaffen“, sagte der Geschäftsführer, stellte nun aber unmissverständlich klar: Das Geld, um dauerhaft einen Sportdirektor und einen Trainer zu finanzieren, haben die Eisbären nicht.

Die Trennung von Woltmann schien alternativlos zu sein. „Seit drei Monaten reden wir über unsere Defensive“, sagte Grube. Doch der Trainer habe das Team nicht verbessern können. Nach dem 85:87 am Sonntag gegen Würzburg hatte Woltmann Radio Bremen erklärt, dass er der richtige Trainer sei, „wenn die Mannschaft mitgeht“. Spätestens nach der vierten Niederlage am Stück glaubten Grube und Panaggio nicht mehr an Woltmanns Qualität. Das Maß war voll, nachdem die Eisbären Anfang November dem Mitteldeutschen BC den ersten Saisonsieg überhaupt gestattet, danach in Bayreuth „eine katastrophale Vorstellung“, so Grube, gezeigt und anschließend auch in Vechta verloren hatten.

Nach mehreren Gesprächen zwischen Grube, Panaggio und Woltmann sowie deutlichen Aussagen des Geschäftsführers in den Medien, die eigentlich nur noch einen Schluss zuließen, fiel am Mittwoch also die Entscheidung. „Man kann nicht immer das halbe Team auswechseln“, sagte Grube, der nach wie vor vom Potenzial der vorhandenen Spieler überzeugt ist und folglich den Coach opferte. Woltmann war am Mittwoch nicht zu erreichen.

Der 63-jährige Dan Panaggio ist keineswegs Interims-, sondern Dauerlösung auf der Trainerbank – jedenfalls mindestens bis Ende der Saison. „Ich bin froh, dass wir so einen Experten haben“, sagte Grube. Er selbst lotste den hochdekorierten Panaggio, der als Assistenztrainer bei den Los Angeles Lakers 2009 und 2010 zweimal den Gewinn der NBA-Meisterschaft in den USA feierte, mit Beginn der laufenden Spielzeit zu den Eisbären. In Daytona Beach betreibt Panaggio mit seinem Bruder Mike eine Basketball-Akademie. Der Kontakt zwischen Daytona Beach und Bremerhaven werde, so Grube, künftig noch enger werden. „Wir haben noch einiges vor“, sagte er, ohne jedoch ins Detail gehen zu wollen.

Mittlerweile pendelt Dan Panaggio nicht mehr zwischen den USA und Deutschland, sondern lebt mit seiner Frau in einer Wohnung in Bremerhaven. Grube glaubt nicht, dass es zwischen Panaggio, dem Gesellschafter der Eisbären – der er mit seinem Bruder Mike geworden ist –, und Panaggio, dem Trainer, zu einem Interessenkonflikt kommen werde. „Der interessiert sich in dieser Konstellation doch noch viel mehr für den Klub“, sagte Grube. Vor allem jedoch wird der 63-Jährige den Nachweis antreten müssen, für die Eisbären der beste Trainer zu sein. Vielleicht gelingt ihm das schon gegen Braunschweig.

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