97:92-Sieg gegen Oldenburg

Eisbären gelingt die Überraschung im Nordderby

Die Eisbären Bremerhaven haben erstmals seit acht Jahren in der Basketball-Bundesliga wieder ein Heimspiel gegen die Baskets Oldenburg gewinnen können. Es war ein dramatisches Spiel in der ÖVB-Arena.
20.11.2016, 17:43
Lesedauer: 3 Min
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Eisbären gelingt die Überraschung im Nordderby
Von Nico Schnurr
Eisbären gelingt die Überraschung im Nordderby

Rickey Paulding (EWE Baskets Oldenburg) und der Bremerhavener Ivan Elliot (l.)

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Die Eisbären Bremerhaven haben erstmals seit acht Jahren in der Basketball-Bundesliga wieder ein Heimspiel gegen die Baskets Oldenburg gewinnen können.

Vor 8600 Zuschauern setzte sich das Team von Sebastian Machowski in einer dramatischen Partie mit 97:92 (43:41) nach Verlängerung durch, und darf sich nach dem vierten Sieg im zehnten Saisonspiel nun wieder vorsichtig noch oben orientieren.

Die Anfangsminuten des Nordderbys gehörten dabei den Gästen: Nach knapp fünf Minuten hatte sich Oldenburg mit 12:2 durch einen Dreier von Rickey Paulding abgesetzt. Die Eisbären begannen besonders in der Offensive nervös, spielten ihre Angriffe selten konsequent aus und nahmen viele hastige Distanzwürfe. Insgesamt landete im ersten Viertel nur einer von acht Dreierversuchen der Eisbären im Oldenburger Korb – zu wenig, um den Zehn-Punkte-Vorsprung der Baskets bis zum Ende des Anfangsviertels zu verringern. Und so beendeten die Oldenburger die ersten zehn Minuten mit einer 23:13-Führung.

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Erst mit dem zweiten Viertels hielten Struktur und Rhythmus Einzug in die Bremerhavener Angriffsbemühungen. Und die neue Ruhe zahlte sich aus: Karvel Anderson brachte die Eisbären nach 15 Minuten beim Stand von 26:28 auf zwei Zähler heran, ehe Center Waverly Austin das Spiel wenig später sogar drehen und die Bremerhavener erstmals in Führung bringen konnte. Weil sich die Baskets gegen nun aggressiver verteidigende Eisbären ungewohnt viele Ballverluste im Spielaufbau erlaubten, konnten die Bremerhavener die knappe 43:41-Führung mit in die Pause nehmen. Dass es nach zwanzig Minuten eng blieb, hatten die Oldenburger dabei vor allem ihrem Routinier Rickey Paulding zu verdanken, der seine Mannschaft mit 14 Punkten im Spiel gehalten hatte.

Eisbären verteidigten leidenschaftlich

Auch im dritten Viertel wogte die hektische Begegnung lange hin und her, ohne dass sich eines der beiden Teams deutlich hätte absetzen können. Die Eisbären rieben sich in Defensivzweikämpfen auf und verteidigten leidenschaftlich. Die Intensität, mit der die Bremerhavener defensiv agierten, wirkte sich allerdings zu Lasten der Präzision im Spiel nach vorne aus. Mitunter ging den Aktionen des ansonsten umsichtigen Eisbären-Spielmachers Jordan Hulls in dieser Phase die Genauigkeit ab. Die knappe 58:56-Führung der Bremerhavener hatte bis zum Ende des dritten Abschnitts dennoch weiterhin Bestand.

Zu Beginn des Schlussviertels rissen die Eisbären dann die bis dato zerfahrene und ausgeglichene Partie an sich. Dank Ivan Elliots Dreier setzten sich die Bremerhavener nach 34. Minuten erstmals mit 67:58 ab. Die individuell überlegenen Oldenburger kamen trotz einer miserablen Ausbeute von der Freiwurflinie erneut zurück, so dass es bis in die Schlussminuten spannend blieb. Auch weil die Eisbären nun ihrem kämpferischen Defensivverhalten Tribut zollten: Gleich mehrere Akteure des Gastgebers spielten an der Foul-Obergrenze.

Dramatische Schlussphase

Sowohl auf Lars Wendt als auch auf Schlüsselspieler Harper Kamp mussten die Eisbären in den letzten zwei Minuten verzichten. Dies ermöglichte es den Oldenburgern, im Zentrum ohne große Gegenwehr zu einigen einfachen Punkten zu kommen. Oldenburgs Bester, Rickey Paulding, brachte die Baskets so schließlich eine Minute vor Spielende wieder mit 74:73 in Führung und erhöhte 15 Sekunden vor Schluss auf 76:74. Damit nicht genug des Dramas: Karvel Anderson bescherte der Partie eine weitere Wendung: Mit einer sehenswerten Einzelleistung glich er fünf Sekunden vor Ablauf der Uhr zum 76:76 aus und rettete die Eisbären in die Verlängerung.

Anderson war es auch, der die Eisbären mit einem Dreier nach 43. Minuten mit 84:80 in Führung brachte. Mit dem psychologischen Vorteil des späten Ausgleichs im Rücken waren die Bremerhavener in der Verlängerung das mutigere Team, und dieser Mut, wurde belohnt: Die Dreier, mit denen sich die Eisbären besonders in Halbzeit eins schwergetan hatten, fielen jetzt reihenweise. Besonders Jordan Hulls übernahm nun Verantwortung und traf mit zwei spielentscheidenden Dreiern in Folge zum 93:90, ehe seine beiden verwandelten Freiwürfe zum 97:92 den Schlusspunkt der Partie markierten.

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