Basketball-Bundesliga

Eisbären müssen weiter zittern

Die Eisbären Bremerhaven müssen weiter um den Verbleib in der Basketball-Bundesliga bangen. Vor heimischer Kulisse unterlag das Team dem Gast aus Frankfurt in der Schlusssekunde mit 78:80 (40:37).
04.05.2019, 22:30
Lesedauer: 3 Min
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Eisbären müssen weiter zittern
Von Frank Büter
Eisbären müssen weiter zittern
Sven Peter (hansepixx.de)

Bremerhaven. Sie waren ganz dicht dran am Klassenerhalt, müssen aber weiter noch um den Verbleib in der Basketball-Bundesliga bangen. Vor heimischer Kulisse verloren die Eisbären Bremerhaven gegen Frankfurt in letzter Sekunde mit 78:80 (40:37) und verpassten so den sechsten Heimsieg in Folge, der zugleich den sicheren Klassenerhalt bedeutet hätte. Zwei Spieltage vor Schluss weisen die Eisbären weiter zwei Punkte Vorsprung auf den Kontrahenten Crailsheim auf. Da Bremerhaven den direkten Vergleich gegen dieses Team aber für sich entschieden hat, müssten die Merlins tatsächlich beide noch ausstehenden Partien gewinnen - und die Eisbären beide verlieren. Da Crailsheim am letzten Spieltag noch auf die starken Oldenburger trifft, ist die Abstiegsgefahr indes eher theoretischer Natur.

Abgesehen von wenigen kurzen Schwächephasen knüpften die Eisbären zunächst nahtlos an die zuletzt starken Leistungen gegen Göttingen und Ludwigsburg an. Mit der lautstarken Kulisse im Rücken setzten sich die Gastgeber binnen zwei Minuten durch Elston Turner auf 7:2 ab, Frankfurt blieb aber dran und lag nach einem Dreier von Jason Clark beim 14:11 erstmals in Front. Die Eisbären ließen sich jedoch nicht beirren. Sie kombinierten sicher und vor allem schnell und glänzten wiederholt mit einem guten Blick für den freien Nebenmann. Nach dem 15:18 (6.). startete das Heimteam einen 12:0-Lauf und und lag so nach Ende des ersten Viertels mit 27:18 vorn. Auffälligste Akteure waren bis hierhin Keith Benson (9 Punkte) und Elston Turner (8), stark war insgesamt aber auch die Quote von acht Rebounds.

Nach einem Durchhänger mit mehreren leichten Ballverlusten war die Führung im zweiten Abschnitt indes schnell wieder dahin. Der Play-off-Anwärter aus Frankfurt, angetrieben vom quirligen Point Guard Tyler Larson, benötigte keine vier Minuten, um beim 29:30 den Anschluss herzustellen und kurz darauf durch Jason Clark wieder in Führung zu gehen (15.). Die Eisbären zeigten sich nun zwar im Abschluss nicht mehr so effektiv, dafür aber war die Defensive voll auf der Höhe. Einzig die groß gewachsenen Leon Kratzer und Niklas Kiel waren unterm Korb schwer zu verteidigen. Gestützt auf den trotz einer Armblessur gut aufgelegten Darnell Jackson ging Bremerhaven schnell wieder in Front und dann auch mit einer 40:37-Führung in die Halbzeitpause.

Nach Wiederbeginn meldete sich Elston Turner wieder zurück: War er im zweiten Viertel ohne Punkte geblieben, so traf der sonst so zuverlässige Scorer nun gleich zum 42:37. Es sollten aber erstmal die letzten Zähler für die Eisbären bleiben. Bis, ja bis auch Spielmacher Chris Warren seine ersten Punkte überhaupt an diesem Aben erzielte und zum 44:44 ausglich (25.). Jetzt ging es rauf und runter, auf beiden Seiten nahm die Fehlerquote zu, die Trefferquote indes sank. Die Anspannung stieg, auch beim Publikum. Verbissen wurde um jeden Ball gefightet, immer häufiger ging es an die Freiwurflinie, der Spielfluss litt darunter. Frankfurt fand zuerst den Rhythmus wieder und setzte sich auch dank der Dreier von Garai Zeeb, Clark und Larson bis zum Ende des dritten Viertels auf 62:54 ab.

Die Eisbären wollten sich aber noch nicht geschlagen geben. Sie kämpften um ihre Chance, an diesem Abend vor heimischer Kulisse den letzten, den entscheidenden Schritt zum sicheren Klassenerhalt zu machen. Mit einem fulminanten Konter verkürzte der Ur-Bremerhavener Adrian Breitlauch auf 58:64 (32.). Frankfurt aber hielt dagegen. Jason Clark versenkte seine Dreier Nummer drei und vier und verschaffte dem Gast so wieder Luft (70:59/33.). Das schien zuviel für die Eisbären, deren Wurfausbeute an diesem Abend vor allem nach dem Seitenwechsel allenfalls mäßig war. Oder doch nicht? Warren und Kapitän Fabian Bleck brachten ihr Team bis 2:24 Minuten vor Schluss wieder auf 71:74 heran - die Halle wurde nun endgültig zu einem Hexenkessel. 8,2 Sekunden waren schließlich noch auf der Uhr. Ballbesitz Eisbären, Spielstand 75:78. Ein Fall für - natürlich - Chris Warren. Der Spielmacher setzte den Dreier - und traf zum 78:78. Frankfurt blieben noch volle sechs Sekunden, um die drohende Verlängerung zu verhindern. Und sie nutzen die Chance: Tyler Larson traf mit einem Buzzer Beater zum 80:78-Endstand.

Eisbären Bremerhaven: Warren (15), Moore (5), Canty (3), Breitlauch (2), Wimberg (2), Bleck (4), Moten (5), Turner (17), Benson (15), Jackson (10)

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