Eishockey Ein gebrauchter Tag für die Pinguins

Nach starkem Beginn leisten sich die Fischtown Pinguins zu viele Fehler und unterliegen Düsseldorf im Verfolgerduell der Deutschen Eishockey-Liga Gruppe Nord mit 1:4
14.02.2021, 20:12
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Ein gebrauchter Tag für die Pinguins
Von Frank Büter

Bremerhaven. Thomas Popiesch war bedient. Dem Trainer der Fischtown Pinguins fiel es schwer, die 1:4 (1:3, 0:1, 0:0)-Niederlage seines Eishockeyteams im Verfolgerduell der DEL Gruppe Nord gegen die Düsseldorfer EG zu analysieren und einzuordnen. Zehn Minuten sei man gut dabei gewesen, „doch nach dem ersten Gegentor lief den ganzen Abend nichts mehr zusammen“, sagte Popiesch. Er bemängelte die Raumaufteilung, beklagte die fehlende Unterstützung. „Wir haben komplett die Kontrolle verloren, das Selbstvertrauen war weg – das war so nicht zu erwarten“, haderte Popiesch nach der dritten Niederlage in Folge.

Mit dem verletzten Ross Mauermann und dem positiv auf Corona getesteten Jan Urbas wurden zwei Leistungsträger in Reihen der Pinguins schmerzlich vermisst. Mit diesen beiden Akteuren fehlten dem Gastgeber Dynamik und Zug zum Tor. Während Mauermann wohl noch bis Mitte März ausfallen wird, hat Urbas an diesem Sonntag seine Quarantäne beendet. Der Slowene wird nun medizinisch gründlich durchgecheckt, ehe er ins Training zurückkehren kann. Ein Einsatz am Dienstag im Heimspiel gegen die Kölner Hai dürfte dabei für den 32-Jährigen aber noch zu früh kommen.

Bremerhaven erwischte einen Traumstart in die Partie: Es waren gerade mal 61 Sekunden von der Uhr, als Alex Friesen mit einem fulminanten Schuss in den rechten Torwinkel die frühe 1:0-Führung für die Pinguins besorgte. Dieses erste Saisontor des zwischenzeitlich lange verletzten Stürmers wirkte wie ein Brustlöser bei den Gastgebern, die zuletzt in Wolfsburg (3:4) und in Köln (2:3) verloren hatten. Die Fischtown Pinguins machten nun richtig Dampf. Sie agierten zielstrebig und engagiert, dominierten das Geschehen, versäumten es dabei aber, den Vorsprung auszubauen. „In den ersten zehn Minuten haben wir richtig gut gespielt“, sagte Torschütze Friesen in der ersten Drittelpause. Teammanager Alfred Prey fand diese Anfangsphase sogar „überragend, wir haben den Gegner beherrscht“.

Es blieb allerdings bei diesen starken zehn Minuten. Danach gab es einen Tiefschlag, von dem sich Bremerhaven nicht mehr erholen sollte. Ausgangspunkt war Pinguins-Goalie Brandon Maxwell, der sich vor seinem Gehäuse unter Bedrängnis einen Fehlpass leistete, den Matt Carey prompt zum Ausgleich nutzte (11.). Damit aber nicht genug. Während die Pinguins noch mit dem Fauxpas ihres Torhüters haderten, nutzte Mathias From die fehlende Konzentration in Reihen des Heimteams zum 2:1-Führungstreffer. Zwischen diesen beiden Tore lagen lediglich 20 Sekunden. Und nur weitere 50 Sekunden später sollte es noch härter kommen für die Mannschaft von Trainer Popiesch: DEG-Topscorer Daniel Fischbuch nutzte die fehlende Zuordnung vor dem Pinguins-Tor und traf nach starkem Dribbling zum 3:1 (12.).
Drei Gegentore in nur 70 Sekunden, Bremerhaven war konsterniert, Düsseldorf jetzt obenauf.

Preys Hoffnung auf die Comeback-Qualitäten seines Teams sollte sich in der Folge nicht erfüllen. Die Pinguins kamen kaum noch zum Abschluss. Düsseldorf verteidigte aufmerksam und ließ Bremerhaven auch in Unterzahlsituationen kaum Platz zur Entfaltung. Die DEG, die die ersten beiden Vergleiche in dieser Saison gegen die Seestädter verloren hatte, kontrollierte das Geschehen. Und die Gäste schlugen eiskalt zu, als sich das Heimteam den nächsten dicken Bock erlaubte. Der erst nach Weihnachten nachverpflichtete 19-jährige Verteidiger Simon Stowasser spielte die Scheibe mit der Rückhand in die Mitte, es war ein fataler Pass zum Gegner. Victor Svensson hatte freie Bahn und erhöhte ohne Probleme auf 4:1 (31.).

„Wir müssen jetzt einfach nur so weitermachen“, sagte der Ex-Bremerhavener Nicholas B. Jensen vor dem Schlussdrittel an alter Wirkungsstätte. Die Weichen standen klar auf Sieg für die Gäste. Düsseldorf war dominant, hatte im Mitteldrittel 17 Mal auf das Tor geschossen, Bremerhaven nur siebenmal. Das erhoffte Aufbäumen beim Heimteam im Schlussdrittel blieb aus. Düsseldorf verwaltete den Vorsprung geschickt und verließ am Ende verdient als Sieger das Eis. „Bremerhaven hatte heute keine Chance“, sagte Fischbuch – und hatte vollkommen recht damit.

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