DEL Eishockey-Lions kämpfen weiter um Existenz

Frankfurt/Main. Die finanziell schwer angeschlagenen Frankfurt Lions kämpfen nach Krisen-Gesprächen mit der Stadt Frankfurter weiter um die Existenz in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).
09.06.2010, 19:20
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Frankfurt/Main. Die finanziell schwer angeschlagenen Frankfurt Lions kämpfen nach Krisen-Gesprächen mit der Stadt Frankfurter weiter um die Existenz in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Knapp zwei Wochen nach dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht hatte der Frankfurter Sportdezernent Markus Frank dem Lions-Eigentümer Siggi Schneider Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Stadt die mit einer akuten Deckungslücke von 2,2 Millionen Euro belasteten Lions im wirtschaftlichen Überlebenskampf unterstützen könnte.

«Aber die Gespräche haben uns leider nicht weiter gebracht, weder wurde etwas Konkretes wegen der Namensrechte für das Stadion, für den Zeitpunkt des Ausbaus der Eishalle, noch für einen Mieterlass der Altschulden aus den Jahren 2002 bis 2008 erreicht», sagte Schneider. «Es stimmt einfach nicht, dass die Stadt erst jetzt über unsere Probleme Bescheid weiß. Ich bin im Dezember 2008 mit meinen zwei Gesellschaftern angetreten, um als Frankfurter Bub der Stadt mit dem Erhalt des Eissports etwas zurückzugeben.»

Die Verbindlichkeiten der Lions betragen einschließlich Altlasten rund 3,4 Millionen Euro. Laut Schneider sind 3,8 Millionen Euro im im Sechs-Millionen-Etat für die kommende Saison gedeckt. «Hätte ich damals etwas über die Altschulden in dieser Höhe gewusst, hätte ich dieses Unternehmen nicht angetreten», sagte Schneider. Es bleibe höchstens noch Zeit bis zum 20. Juni, um die «Gretchenfrage» über Sein oder Nicht sein zu beantworten.

Am 31. Mai hatten die Lions fristgerecht ihre Lizenz-Unterlagen bei der Liga-Zentrale in Köln eingereicht. Die DEL wird endgültig am 2. Juli entscheiden, welche Vereine in der neuen Saison starten. Auch laut Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Fabio Algari könne von einem «geschnürten Hilfspakets» der Stadt zumindest derzeit (noch) nicht gesprochen werden. Es gebe bislang keine Regelung oder Zusage der Stadt über einen Erlass von Altschulden, die im Übrigen nicht durch den gegenwärtigen Eigner begründet würden.

Auch «bezüglich der Reduzierung von künftigen Kosten für die Lions bei der Nutzung der Eissporthalle» gebe es noch keine verbindliche Zusage. Letztlich sei auch der dringend erforderliche Umbau der Eissporthalle in den nächsten Jahren «noch absolut» ungeklärt. «Die Stadt Frankfurt muss sich schnellstens darüber klar werden», ob sie den Eishockey-Sport in Frankfurt erhalten möchte, oder ob sie sich davon verabschiedet, betonte Insolvenzrecht-Fachanwalt Algari. (dpa)

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