Acht Spieler verlassen den Verein

Fischtown Pinguins feiern mit Fans das Saisonende in Bremerhaven

Zum Abschluss einer grandiosen Saison ließen es die Fischtown Pinguins im Mediterraneo in Bremerhaven krachen. Doch die Party wurde ein wenig von Abschiedsschmerz getrübt.
28.03.2018, 21:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Mats Vogt
Fischtown Pinguins feiern mit Fans das Saisonende in Bremerhaven

Mit ihren Fans feierten die Fischtown Pinguins im Mediterraneo in Bremerhaven.

Hansepixx

Zum Abschluss einer grandiosen Saison in der Deutschen Eishockey-Liga ließen es die Fischtown Pinguins noch einmal richtig krachen. Für diese Party hatten sie sich die wertvollsten Gäste eingeladen - ihre treuen Anhänger. Vor rund 1000 begeisterten Fans bedankten sich die Eishockey-Cracks im Mediterraneo von Bremerhaven für die großartige Unterstützung, den grenzenlosen Rückhalt über eine ganze Serie. Denn ohne ihre bundesweit anerkannten Begleiter wäre der Einzug bis in das Viertelfinale der DEL wohl niemals möglich gewesen. Mit über 4600 Zuschauern gab es zu den Heimspielen fast immer eine ausverkaufte Eisarena, auch in der Fremde gaben die Bremerhavener zu Hunderten überwiegend den Ton an.

Am Mittwochabend kamen die Fans ihren Idolen richtig nah, es gab Dankesworte, jede Menge Selfies für die eigene Erinnerung, um anderen zu zeigen, dass man dazugehört - quasi ein Teil der Mannschaft ist. Viele Seestädter identifizieren sich mit ihrem Klub, sie sind stolz auf den Imageträger ihrer Stadt.

So groß Jubel und Freude an diesem Abend auch waren, so sehr quälte die Anhänger die Frage, wer von den Spielern den Verein verlassen würde. Ihnen war durchaus bewusst, dass auch nach Abschluss dieser Saison ein großer Umbruch stattfinden wird. Wie schon in der Vergangenheit sollten die Führungsspieler das Interesse bei den finanzstärkeren Klubs geweckt haben. Und so war es letztlich auch.

Acht Spieler verlassen die Pinguins

Die Stimmung war ausgelassen, wurde jedoch durch die Ungewissheit gestört. Die Verantwortlichen der Fischtown Pinguins machten daraus kein großes Geheimnis, sie wollten ihren Anhang nicht leiden sehen, so wenig Schmerz wie möglich bereiten. Deshalb spannte die Vereinsführung ihren Besuch auch nicht auf die lange Folter. In kleinen Gruppen holten sie unter donnerndem Applaus die Hauptdarsteller auf die Bühne, stellten sie noch einmal namentlich vor, feierten sie und verkündeten dabei je nach Person unterschiedliche Botschaften.

Gleich acht Mal gab es die bittere Nachricht vom Abschied, dabei flossen Tränen. Die Fischtown Pinguins werden für die kommende Spielzeit acht Akteuren Lebewohl sagen müssen: Lampl, Maschmeyer, Bast, Bergman, Owens, Svensson, George und Urgestein Dejdar verlassen den Verein. Der Großteil von ihnen konnte den verlockenden Angeboten der anderen Mannschaften nicht widerstehen.

Emotionale Momente

Emotional war dann die Abschiedsrede von Publikumsliebling Marian Dejdar. Der Stürmer war 2004 aus Schweinfurt nach Bremerhaven gekommen, hatte 666 Hauptrundenspiele für die Pinguins bestritten und, nebenbei bemerkt, 422 Scorerpunkte erzielt. Kein Wunder, dass Teammanager Alfred Prey ihn in einer Reihe mit Seestadt-Eishockey-Legenden wie Craig Streu, Michel Schmidt und Jacek Olender nannte. Seine Zukunft ließ Dejdar dabei offen. Er wisse noch nicht, ob er überhaupt weiter spielen wolle oder sich einem anderen Verein anschließen wird.

Unklar ist noch, welchen Weg Kris Newbury künftig einschlägt. Er hat gegenüber den Pinguins noch nicht Farbe bekannt. „Ich hoffe, die Fans können unseren großen Aderlass verkraften, es trifft uns mit den Abgängen auch in diesem Jahr wieder richtig hart“, bedauerte Alfred Prey die personellen Verluste.

Dem Manager bleibt jedoch nicht lange Zeit für Sentimentalitäten. Jetzt zum Saisonende, wo eigentlich die Gelegenheit zur Erholung und Entspannung wäre, beginnt für ihn die Arbeit erst richtig. „Es ist Hochzeit, wir haben unglaublich viele Dinge zu erledigen“, gibt sich Prey kämpferisch.

Nun ist wieder das Näschen von „Mr. Eishockey“ in Bremerhaven gefragt. Der umtriebige Manager hat eine lange Liste von Spielern, die es abzuarbeiten gilt. Dabei wird er im gesamten europäischen Ausland aktiv sein. Gemeinsam mit Trainer Thomas Popiesch begibt er sich auf Spielersuche, um zu Saisonbeginn einen schlagkräftigen 23iger Kader auf die Beine zu stellen. Dieser soll von möglichst großer Qualität sein, denn die so erfolgreich abgelaufene Serie hat Bedürfnisse geweckt und Hunger auf mehr gemacht. Auch wenn Prey sich bereits in intensiven Gesprächen mit alten und neuen Sponsoren befindet, weiß er, dass ihm bei seinen Bemühungen um neue Spieler nur ein begrenzter Etat zur Verfügung steht. Das ist für den gewieften Manager aber nichts Neues. Bis zum Vorbereitungsstart am 1. August dürfte bei ihm keine Langeweile aufkommen.​

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