DEL Frankfurt Lions stellen Insolvenzantrag

Frankfurt/Main. Nächste Hiobsbotschaft für das deutsche Eishockey: Die Frankfurt Lions werden einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht der Stadt Frankfurt stellen.
28.05.2010, 12:40
Lesedauer: 2 Min
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Frankfurt/Main. Nächste Hiobsbotschaft für das deutsche Eishockey: Die Frankfurt Lions werden einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht der Stadt Frankfurt stellen.

«Dieser Schritt ist erforderlich, da sich die aktuelle finanzielle Lage der Frankfurt Lions nicht zum Positiven entwickelt hat», teilte der Club mit. Den Frankfurtern fehlen für die kommende Saison rund zwei Millionen Euro. Dennoch wollen die Lions einen Lizenzantrag für die kommende Spielzeit stellen und bis zu einer möglichen tatsächlichen Eröffnung eines Insolvenzverfahrens weiterkämpfen.

Beim Amtsgericht Frankfurt war der Antrag allerdings noch nicht eingegangen, teilte die Behörde mit. Dies sollte dem Verein zufolge aber definitiv geschehen. In den vergangenen Tagen hatten die Lions zahlreiche Gespräche mit Vertretern der Stadt Frankfurt geführt, bei der es seitens der Politik auch Anzeichen für ein Entgegenkommen gegeben habe. «Diese versetzen die Lions aktuell aber bei weitem nicht in die Lage, die aktuelle Situation zu lösen», teilte der Club mit.

Die Eigentümer der Frankfurt Lions hatten zuvor deutlich gemacht, dass sie nicht bereit seien, weiteres Geld in den Verein zu stecken. Um Eishockey in Frankfurt fortführen zu können, seien weitere Investoren nötig. Neben den Frankfurt Lions befinden sich derzeit auch die Kassel Huskies im Insolvenzverfahren. Der Tabellenletzte der abgelaufenen Saison war deshalb von den Gesellschaftern der Deutschen Eishockey Liga ausgeschlossen worden.

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke schrieb die Hessen aber noch nicht komplett ab. «Das ist eine weitere unschöne Schlagzeile, die faktisch aber noch nichts bedeutet», sagte Tripcke der Deutschen Presse-Agentur dpa. Erst wenn das Insolvenzverfahren gegen die Lions tatsächlich eröffnet werde, habe der Club keine Chance mehr auf eine Spielgenehmigung für die neue Saison.

«Die Prüfung der eingereichten Unterlagen wird ergeben, ob die Lions die notwendigen wirtschaftlichen Bedingungen erfüllen oder nicht», sagte Tripcke, der aber eingestand, dass es angesichts des Antrages sicherlich nicht einfacher für den Meister von 2004 wird. «Wir müssen abwarten, wie es in Frankfurt weitergeht. Was auf keinen Fall passieren darf, ist dass das Verfahren eröffnet wird. Dann sind unsere Vorgaben ganz klar, wie wir auch bei den Kassel Huskies gezeigt haben», sagte Tripcke.

Welche Auswirkungen die zahlreichen finanziellen Probleme von Clubs auf die Ligastärke in der kommenden Saison haben, vermochte Tripcke noch nicht zu sagen. Der Geschäftsführer verwies aber darauf, dass für den Fall, dass weniger als 14 Vereine die Lizenz für die kommende Spielzeit bekommen, die Schwenninger Wild Wings aus der 2. Bundesliga als Nachrücker infrage kämen. Dies gehe aus dem Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Eishockey-Bund hervor. In der Vergangenheit hatte Tripcke gesagt, es sei egal, ob die Liga mit 12, 13 oder 16 Teams an den Start gehe. (dpa)

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