Mark-Oliver Bothe gelingt beim Lilienthaler 6:5 über Hamburg der entscheidende Treffer in Unterzahl

Emotionaler Derbysieg nach Verlängerung

Lilienthal. Während der Kapitän des TV Lilienthal, André Heißenbüttel, einfach nur den Schläger auf den Boden fallen ließ, wusste Mark-Oliver Bothe erst einmal gar nicht, wohin mit seiner Freude: Gerade hatte er in der neunten Minute der Verlängerung den 6:5-Siegtreffer für die „Wölfe“ in der 1. Floorball-Bundesliga gegen den ETV Hamburg erzielt.
07.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Karsten Hollmann
Emotionaler Derbysieg nach Verlängerung

Mark Oliver Bothe (rechts) entschied das Nordderby mit seinem Treffer in der Verlängerung.

Hans-Henning Hasselberg

Während der Kapitän des TV Lilienthal, André Heißenbüttel, einfach nur den Schläger auf den Boden fallen ließ, wusste Mark-Oliver Bothe erst einmal gar nicht, wohin mit seiner Freude: Gerade hatte er in der neunten Minute der Verlängerung den 6:5-Siegtreffer für die „Wölfe“ in der 1. Floorball-Bundesliga gegen den ETV Hamburg erzielt. Bothe lief noch zur Mittellinie, ehe er seinen Emotionen endlich mit einer gewaltigen „Becker“-Faust freien Lauf ließ.

Damit glückte den Gastgebern also das, was Werder Bremen im Nachbarduell der Fußball-Bundesliga gegen den Hamburger SV noch verwehrt geblieben war: Ein Erfolg, wenn auch erst nach Verlängerung. „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, hallte es von der mit 240 Zuschauern wieder gut gefüllten Tribüne in der Schoofmoorhalle. Ein nicht unbeträchtlicher Teil stammte dabei allerdings auch aus Hamburg. „Ich finde es aber immer toll, wenn so viele Fans vom Gegner mitreisen“, betonte Heißenbüttel.

Die Gastgeber hatten sich ihren Fehlstart ausnahmsweise mal gespart. Torben Kleinhans verwandelte nach elf Minuten eine Vorlage von Janos Bröker zum 1:0. Nach dem Ausgleich sorgte Heißenbüttel mit einem schnellen Konter auf Vorlage von Jan-Paul Gersdorf wieder für einen Vorsprung (15.). Der Gast wendete das Blatt jedoch noch mit zwei Treffern bis zum Ende des ersten Drittels. Auch nach dem 3:3 von Kleinhans (27.) in Überzahl hatten die Hanseaten mit dem 4:3 von Fritz Herrmann wieder eine passende Antwort parat (29.). Mit einem Distanzschuss glich Bröker aber noch im zweiten Drittel zum 4:4 aus.

Während sich Fabian Diaz de Armas noch über ein Foul beschwerte, schlenzte Kleinhans den Ball zum 5:4 für die Hausherren ins Netz (51.). Nachdem TVL-Schlussmann Nils Hallerstede gerade mit einer tollen Parade das 5:5 verhindert hatte, meldeten sich die Zuschauer wieder lautstark zu Wort: „Wölfe, Wölfe.“ Mit der Unterstützung des Publikums überstanden die Lilienthaler auch eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Klaas Minnermann wegen Stockschlagens. Dazu trug auch Janos Bröker mit großartigem Pressing bei.

Ausgerechnet in Überzahl kassierten die „Wölfe“ das 5:5 von Flemming Kühl. Das Heimteam konterte aber ebenfalls stark in Unterzahl. Als Dennis Heike wegen Stockschlagens auf der Sünderbank saß, tauchten André Heißenbüttel und Mark-Oliver Bothe plötzlich alleine vor dem ETV-Kasten auf. Heißenbüttel passte das Spielgerät genau im richtigen Moment zum Torschützen. „Es war ein sehr hektisches Spiel mit vielen Strafen auf beiden Seiten. Aber auch wenn wir nicht unser bestes Saisonspiel gemacht haben, kann ich mich über 23 von möglichen 27 Punkten in der Hinrunde nicht beschweren“, bilanzierte Lilienthals Coach Remo Hubacher.

TV Lilienthal: Hallerstede, Fidelak; Heißenbüttel, Bothe, Bröker, Seitz, Minnermann, Kleinhans, Gersdorf, Lubes, Rautio, Osmers, Bauer, Appenrodt, Bieger, Diaz de Armas, Stierle, Siljamo, Waldmann, Heike

NACHGEFRAGT BEI TORBEN KLEINHANS

Wie groß ist die Freude über den heutigen Sieg?

Torben Kleinhans: Sehr groß. So ein Derby ist natürlich immer etwas ganz besonderes. Wenn Lilienthal gegen Hamburg antritt, geht es ganz schön zur Sache. Für uns ist es wichtig, dass wir hinten gut stehen, denn vorne schießen wir immer unsere Tore.

Ärgert Sie der Ausgleich zum 5:5 kurz vor dem Ende trotz Überzahl?

Ja, da gab es Abstimmungsprobleme zwischen mir und Miro Siljamo. Wir haben uns beide nur angeschaut. Am Ende ist dann aber keiner zum Ball gegangen ist. Dieses Gegentor wäre deshalb leicht zu vermeiden gewesen.

Haben Sie noch an den Siegtreffer in der Verlängerung geglaubt?

Ja, denn wenn ich nicht an so etwas glauben würde, bräuchte ich gar nicht erst auf das Feld zu gehen. Ich habe mich nur gewundert, dass die Hamburger dabei ihren Torwart herausnahmen, obwohl sie sich ohnehin bereits in Überzahl befanden. Der Keeper war zwar rechtzeitig zurück. Dennoch hat es für Unruhe gesorgt.

KH

Zur Person

Torben Kleinhans (26) bestreitet inzwischen seine dritte Saison für den TV Lilienthal. Der Stürmer kam einst vom TV Eiche Horn und absolviert eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann.

(kh)-FOTO: KH

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