Jahresrückblick - Mai 2013

Ende der Schaaf-Ära und bayerischer Jubel in London

Der Mai steht ganz im Zeichen des Sports. Während in Bremen nach 14 Jahren die Schaaf-Ära endet, erlebt der deutsche Fußball in Form von Bayern München und Borussia Dortmund eine historische Nacht im Londoner Wembley-Stadion.
17.12.2013, 15:29
Lesedauer: 2 Min
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Der Mai steht ganz im Zeichen des Sports. Während in Bremen nach 14 Jahren die Schaaf-Ära endet, erlebt der deutsche Fußball in Form von Bayern München und Borussia Dortmund eine historische Nacht im Londoner Wembley-Stadion.

Schaafs Abgang

Alles neu macht der Mai - diese alte Bauernregel galt 2013 ganz besonders für Werder Bremen. Am 15. Mai, wenige Tage nach seinem 14-jährigen Dienstjubiläum, endete die Ära von Trainer Thomas Schaaf an der Weser. Nach zwei Krisenjahren zogen Verein und Coach einen Schlussstrich.

Die Trennung soll "einvernehmlich" verlaufen sein, der Zeitpunkt lässt aber durchaus auch gewisse Komplikationen schließen. Schaaf räumte sein Büro nämlich vor dem letzten Saisonspiel beim 1. FC Nürnberg - offiziell, um den Medien-Rummel zum Abschied zu entgehen. Unter Schaaf hatte Werder Bremen 2004 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewonnen und anschließend sechs Jahre in Serie in der Champions League gespielt.

Mit Schaaf verlor Werder binnen sechs Monaten das zweite Gesicht der Erfolgsjahre 2004 bis 2010. Im November 2012 war bereits Sportchef Klaus Allofs Richtung Wolfsburg abgewandert, nun musste Bremen endgültig das "Projekt Umbruch" angehen. Ohne das große Geld, ohne die großen Namen.

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Sportchef Thomas Eichin, selber erst seit drei Monaten im Amt, konnte die Trainersuche aber schnell abschließen: Keine zwei Wochen nach der Schaaf-Demission wurde Robin Dutt als Nachfolger präsentiert. Werder löste den "absoluten Wunschtrainer" (Zitat Eichin) vom DFB aus, wo Dutt zuletzt rund ein Jahr als Sportdirektor gearbeitet hatte. Er und Thomas Eichin sollten Werders schwierigen Weg aus Krise finden - keine leichte Aufgabe für das neue starke Duo an der Weser.

Bayern München gewinnt die Champions League

Während in Bremen die Glanzzeiten endgültig zu Ende gingen, krönte Bayern München am 25. Mai die vielleicht beste Saison der Vereinsgeschichte. Im Londoner Wembley-Stadion gewannen die Münchner das rein deutsche Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund mit 2:1 und holten damit nach Meisterschaft den zweiten Titel. Eine Woche später folgte im DFB-Pokal-Endspiel das Triple.

Im Mittelpunkt des Triumphs standen vor allem zwei Protagonisten: Siegtorschütze Arjen Robben und Trainer Jupp Heynckes. Dessen Abschied aus München war längst beschlossene Sache, in Startrainer Pep Guardiola stand sogar schon der Nachfolger fest - und trotzdem holte Heynckes im stolzen Alter von 68 Jahren Sieg und Sieg mit "seinen Bayern".

Für Robben ging im Wembley-Stadion ein Traum in Erfüllung: Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit überlistete der Niederländer BVB-Keeper Roman Weidenfeller und entschied damit das Finale. Die Bayern beendeten mit diesem historischen Sieg auch ihr Dortmund-Trauma: Noch im Vorjahr hatte der BVB den München schlimme Niederlagen beigebracht, der Triumph von London war auch in dieser Hinsicht Balsam für die Münchner Seelen.

Und Europa schaute neidisch Richtung Deutschland: Zwei deutsche Teams im Finale, dazu die nahezu übermächtig erscheinenden Bayern. Viel war anschließend von einer "Wachablösung im Weltfußball" zu lesen. Spätestens seit Mai 2013 ist das Klischee des "kampfstarken deutschen Kickers" endgültig vom Tisch. Denn in der Bundesliga wird richtig guter Fußball gespielt.

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