Sprint-WM Erdbeben in WM-Stadt - Wolf auf Gold-Mission

Obihiro. Schrecksekunden für Eissprinter: Ein Erdbeben der Stärke 2 bis 3 hat in der Nacht auf Freitag die WM-Stadt Obihiro in Japan erschüttert.
15.01.2010, 16:02
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Obihiro. Schrecksekunden für Eissprinter: Ein Erdbeben der Stärke 2 bis 3 hat in der Nacht auf Freitag die WM-Stadt Obihiro in Japan erschüttert.

«Es war ein kleiner Schock. Genau um 3:47 Uhr - der Doktor hat das genau notiert - hat für 10 Sekunden die Erde gebebt und das Hotel zum Wackeln gebracht», berichtete der Erfurter Jörg Dallmann dem Internet-Anbieter «speedskatingnews.info».

«Das war für uns gar nicht lustig», kommentierte der Thüringer die nächtliche Aufregung unter den Eisschnellläufern vor der 41. Sprint- WM. «Nach den Ereignissen in Haiti war das nicht gerade beruhigend. Wir haben den Schock aber gut verkraftet und alle hatten ein Gesprächs-Thema», sagte Dallmann. Das Zentrum des Bebens in der Region Tokachi lag etwa 50 Kilometer südlich von Obihiro.

In der WM-Stadt lockt Jenny Wolf der Titel: Die Berlinerin will eine reine «Asien-Meisterschaft» verhindern, denn die WM droht im Schatten der Vorbereitung auf Vancouver zum Rumpf-Wettkampf zu werden. Ex-Weltmeisterin Anni Friesinger-Postma hatte wegen Knie- Problemen ebenso wie ihre niederländische Vorgängerin Marianne Timmer vor Wochen ihren Verzicht bekanntgegeben. Auch anderen Stars passt die WM nicht ins Programm, Niederländer und Kanadier schicken nur Teams der «Namenlosen». Titelverteidigerin Wang Beixing (China) geht dem Duell mit 500-Meter-Weltmeisterin Wolf ebenfalls aus dem Weg und bereitet sich auf ihrer Heimbahn in Calgary auf die Spiele vor.

Ansonsten sind die Asiaten mit dem stärksten Aufgebot zur Stelle. «Für mich ist Lee Sang-Hwa aus Südkorea Jennys stärkste Konkurrentin im Kampf um den Titel», meinte Damen-Bundestrainer Markus Eicher. Für Jenny Wolf wäre aber der WM-Triumph auf dem Weg zu Olympia ein Riesen-Ansporn: «Wer schon mal den Titel gewonnen hat und im Vorjahr Zweiter war, muss das Bestreben haben, wieder ganz vorn zu landen.»

Insgesamt über 55 Stunden im Flieger oder Bus nahm sie auf sich, auf ihrer Lieblings-Strecke über 500 Meter Schwung für Olympia zu holen. Der mögliche zweite Titel im Sprint-Mehrkampf nach 2008 - es wäre nach zwei 500-m-Titeln ihr insgesamt vierter - hat für die schnellste Frau der Welt auf dem Eis des erst im September eingeweihten Meiji Hokkaido Tokachi Oval trotz der Favoritenrolle hingegen keine Priorität. «Entscheidend ist, dass ich über 500 Meter zweimal ganz schnell bin», sagte Wolf, die in dieser Saison ihren eigenen Weltrekord auf 37,00 Sekunden drückte und sechs der acht Weltcuprennen vor Wang gewann.

Als Nebeneffekt möchte sich Jenny Wolf, deren Muskulatur-Probleme auskuriert scheinen, indes auch einen neuen Bahnrekord ans Revers heften. «Das dürfte nicht das große Problem sein», meinte sie zur Bestmarke, die mit 38,83 Sekunden von der Chinesin Xing Aihua gehalten wird. Die Berlinerin besitzt inzwischen auf fast allen wichtigen Hallen-Bahnen der Welt den 500-m-Rekord. Als «Grauzone» bezeichnete Schubert vor der ersten «Wolfsjagd» die 1000 Meter, die sein Schützling in diesem Winter nur einmal, und dazu noch in mäßigen 1:16,52 Minuten absolvierte. «Das muss jetzt besser werden», sagte die größte deutsche Gold-Hoffnung im olympischen Richmond Oval. (dpa)

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