American Football Plötzlich in den Playoffs

Der Super Bowl rückt näher: In den Playoffs steht bei bei den Green Bay Packers und den San Francisco 49ers je ein Footballer aus Deutschland auf dem Platz. Wie es dazu kam.
21.01.2022, 14:14
Lesedauer: 2 Min
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Von Maximilian Haupt

Zu Beginn dieser NFL-Saison waren die Playoffs nicht das Ziel von Equanimeous St. Brown und Mark Nzeocha. Die beiden deutschen Football-Profis, die sich mit ihren Teams in der Nacht zu Sonntag (2.15 Uhr MEZ) gegenüberstehen, waren nicht mal mehr in den Kadern bei den Green Bay Packers und den San Francisco 49ers. Die Packers schickten St. Brown ins Trainingsteam, Nzeocha stand sogar komplett auf der Straße. In der wichtigsten Phase dieser Saison, nur noch etwas mehr als drei Wochen vom Super Bowl in Los Angeles entfernt, sind beide aber wieder dabei und dürfen von einem eigenen Beitrag zur Meisterschaft träumen. Wie kann das sein?

„Es ist relativ typisch in der NFL“, erklärt Ex-Profi Sebastian Vollmer und verweist auf das Limit von 53 Footballern im Kader. „Das ist mitunter auch eine Strategie der Teams, dass sie ihre Ersatzspieler oder Leute, die sie erst später in der Saison brauchen, ich sag' mal: auf der Straße parken. Und sie dann, wie in Marks Situation, schnell wieder einstellen. Weil er sich fit hält, weil er das Spielsystem kennt und auch die Trainer und die Codewörter. Das passiert relativ häufig.“ Nzeocha wurde am 29. Dezember ins Trainingsteam geholt, drei Tage später war der 32-Jährige schon erstmals wieder im Spieltagskader.

Hire and fire – anstellen und feuern – das ist in der National Football League Alltag. So sehr, dass St. Brown die Situation Ende August ziemlich schnell ganz nüchtern betrachten konnte. „Viele Leute verletzen sich und man muss immer wieder Leute unter Vertrag nehmen, um die zu ersetzen, die auf der Verletztenliste stehen“, sagt St. Brown, dessen Vierjahresvertrag zum Ende der Saison ausläuft. Manchmal müssten deswegen eben Spieler gehen, deren Fähigkeiten dem Team nicht sehr so helfen, wie die eines anderen Profis. „Ich weiß nicht, warum so viele Spieler immer geschockt sind, wie das Business funktioniert. Ich habe immer gewusst, wie es läuft. Es macht Sinn für mich, wie die Coaches und General Manager das machen.“

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Gefallen hat es St. Brown deswegen natürlich längst nicht, als ihm sein Platz im Kader genommen wurde. Wie lange er zum Verdauen gebraucht habe? „Einen Tag“, sagt er. Danach ging der Blick wieder nach vorne. „Ich muss einfach immer hart arbeiten und hart trainieren. Wenn ich fertig bin mit Football, kann ich hoffentlich zurückgucken und bin stolz auf meine Karriere. Ich muss einfach meinen Kopf unten halten und hart arbeiten“, bekräftigt er.

Dass Equanimeous St. Brown in dieser Saison klar im Schatten seines jüngeren Bruders Amon-Ra St. Brown stand, der seine erste Saison bei den Detroit Lions mit überragenden Werten und fünf Touchdowns beendete, muss dabei überhaupt nichts bedeuten. Die Umstände in jedem Team sind andere und Kleinigkeiten haben große Auswirkungen.

Vollmer, der seine ganze Karriere für die New England Patriots spielte und als Beschützer von Quarterback-Superstar Tom Brady den Super Bowl zweimal gewann, erinnert sich an eine lange Begegnung mit dem inzwischen 25 Jahre alten Equanimeous St. Brown vor etwa zwei Jahren. „Ich habe damals schon gesagt, dass er sich zum Nummer-Eins-Receiver der Packers vorarbeitet. Diesen Wunsch und Anspruch habe ich immer noch an ihn. Weil er dazu absolut die Fähigkeiten hat“, sagt der 37-Jährige. „Er hat alles, was er für eine grandiose, lange Karriere braucht.“

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