Fußball-Landesliga

Erst mit Glück, dann mit Tim Weinmann

Der SV Lemwerder hat das Nordderby der Fußball-Landesliga Bremen nach schwacher erster Hälfte mit 4:1 (1:1) bei DJK Blumenthal gewonnen. Tim Weinmann gelang dabei ein Hattrick.
09.10.2017, 09:37
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Von Jens Pillnick
Erst mit Glück, dann mit Tim Weinmann

Mit dem Ausgleich von Elvir Jasarevic (vorne) kippte das Derby. Später legte Tim Weinmann (im Hintergrund) drei Treffer zum 4:1-Erfolg des SV Lemwerder gegen DJK nach.

Christian Kosak

Blumenthal. Fast 45 Minuten lang präsentierte sich der SV Lemwerder im Derby der Fußball-Landesliga bei DJK Germania Blumenthal wie ein schlafender Riese. Dann verhalf den Gästen der glückliche Ausgleich und eine taktische Umstellung von Trainer Norman Stamer entscheidend auf die Sprünge. Im zweiten Abschnitt war in letzter Instanz 1,91-Meter-Mann Tim Weinmann nach Standards und sehenswerten Kombinationen seiner Mitspieler zur Stelle und bescherte dem SVL per Hattrick einen 4:1 (1:1)-Auswärtserfolg.

Während DJK die Möglichkeit ausließ, im Mittelfeld den einen oder anderen Platz gutzumachen und bis auf einen Punkt zum SV Lemwerder aufzuschließen, festigte das Team aus der Wesermarsch seine Position im oberen Tabellendrittel und steuert auf das von Norman Stamer ins Auge gefasste Spitzenspiel gegen Tura Bremen in zwei Wochen zu. Zuvor ist der SVL am kommenden Sonntag aber noch Derby-Gastgeber für den Tabellenletzten SV Grohn.

4:1 für den SV Lemwerder also. Bis zehn Minuten vor der Pause deutete rein gar nichts auf ein derartiges Resultat hin. DJK hatte Spiel und Gegner absolut unter Kontrolle, allein die Torausbeute war zu gering. SVL-Trainer Norman Stamer erläuterte, dass sein Team von der Mittelfeldraute des Gegners überrascht worden sei. Immer wieder strapazierte Stamer seine Stimmbänder, um mehr Engagement in den Zweikämpfen und Laufbereitschaft einzufordern. Schließlich reagierte er auf den einseitigen Spielverlauf und brachte mit Tobias Lange mehr Präsenz auf den Platz. Zuvor hatte der gegen Lange ausgewechselte Elvir Jasarevic aber noch den schmeichelhaften Ausgleich erzielt. Nach einer Ecke von Levon Hayrapetyan war ihm der Ball ans Schienbein und von dort ins Tor gesprungen.

Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Die personell arg gehandicapten Blumenthaler, bei denen sich Trainer Abdelfattah Rhazani schließlich noch selbst einwechseln musste, hatten bis dahin einen Angriff nach dem anderen mit variantenreichem Spiel und guten Ideen auf das bestens gehütete Tor von Andrzej Miliszewski zurollen lassen, nur im Abschluss haperte es. So blieb es bei dem einen DJK-Treffer den der im ersten Abschnitt bärenstarke John-Marvin Halstenberg mit einem knallharten Schuss nach einem Eckball erzielt hatte. „Wir hätten zur Pause mit 2:0 oder 3:0 führen müssen. Dann wäre Lemwerder mausetot gewesen. Die Mannschaft, die Tore schießt, gewinnt. Und das waren nicht wir“, stellte DJK-Co-Trainer Marc Coldewey später treffend fest.

Das glückliche 1:1, die taktische Veränderung und eine bessere Einstellung ließen eine Partie, die schon längst hätte entschieden sein können, jedenfalls komplett kippen. Nach dem Wechsel hatte der SV Lemwerder deutliche Vorteile, auch wenn die DJK-Hochgeschwindigkeitsstürmer Chris Hybsz und Milan Bruns immer wieder für Gefahrenmomente sorgten. Doch effektiver im Abschluss war der im ersten Abschnitt völlig in der Luft hängende Tim Weinmann. Mit den Feldvorteilen und mehr Ballbesitz im Rücken positionierte er sich viel besser, brachte seine Stärken bei Standards ein und glänzte im Zentrum als letzte Station nach sehenswerten Ballstafetten. Drei Treffer (54., 83., 85.) gingen auf sein Konto.

Drei Tore binnen 31 Minuten – doch der Torschütze reagierte nach Spielende nüchtern: „Der Trainer wird sagen, dass das meine Aufgabe ist.“ Die Teamkollegen flachsten währenddessen von einer Kiste, die jetzt fällig sei, und von einer beendeten Torflaute ihres Riesen, der bislang erst gegen FC Union 60 (2) und gegen OT (1) getroffen hatte. Eines endlich wieder torhungrigen Riesen, den der allmählich zu einem Landesliga-Riesen aufsteigende SV Lemwerder in den nächsten Wochen gut gebrauchen kann, um weiterhin oben mitzumischen.

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