Nachgefragt: Abteilungsleiter Klaus Panzram zum Rückzug der zweiten und der Krise bei der ersten Mannschaft 'Es gibt bei uns keine Schuldzuweisungen'

Nach der Entwicklung in den vergangenen Wochen schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der VfL Stenum seine zweite Mannschaft aus der Fußball-Kreisliga zurückziehen würde. Jetzt ist es amtlich, und die VfL-Reserve steht als erster Absteiger fest. Doch dies ist nicht die einzige Baustelle des Landkreisvereins. Auch die Bezirksliga-Mannschaft steckt in einer Krise. Gründe genug für unseren Redakteur Rainer Jüttner, einmal bei Klaus Panzram nachzufragen. Der 50-jährige Abteilungsleiter ist zugleich Betreuer der ersten Mannschaft und arbeitet als Kraftfahrzeugmeister bei der Polizei in Oldenburg.
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Nach der Entwicklung in den vergangenen Wochen schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, wann der VfL Stenum seine zweite Mannschaft aus der Fußball-Kreisliga zurückziehen würde. Jetzt ist es amtlich, und die VfL-Reserve steht als erster Absteiger fest. Doch dies ist nicht die einzige Baustelle des Landkreisvereins. Auch die Bezirksliga-Mannschaft steckt in einer Krise. Gründe genug für unseren Redakteur Rainer Jüttner, einmal bei Klaus Panzram nachzufragen. Der 50-jährige Abteilungsleiter ist zugleich Betreuer der ersten Mannschaft und arbeitet als Kraftfahrzeugmeister bei der Polizei in Oldenburg.

Herr Panzram, das scheint bislang noch nicht so die Saison des VfL Stenum gewesen zu sein. Kam diese Entwicklung überraschend, oder sind Sie einfach etwas zu blauäugig in die Saison gestartet?

Klaus Panzram: Natürlich wussten wir, dass es insbesondere nach dem Wegggang einiger Leistungsträger aus der ersten Mannschaft nicht so leicht werden würde. Ich meine aber, dass wir rein von der Anzahl der Spieler gar nicht einmal so schlecht aufgestellt waren. Dass es dann aber so dicke kommen würde, konnten wir nicht voraussehen.

Sie meinen damit vor allen Dingen die personellen Probleme der Bezirksligamannschaft.

Richtig. Unter den so nicht zu erwartenden zahlreichen Ausfällen wegen Verletzungen oder aus beruflichen Gründen litt vor allem auch die Zweite, die natürlich aushelfen musste. Vor der Saison hatten wir so im Schnitt vielleicht an zwei, drei Ausleihen gedacht, doch das reichte angesichts der Ausfälle in der Ersten bei weitem nicht aus. Dann haben sich auch noch einige aus der Zweiten zurückgezogen, vor allem nach der ganzen Niederlagenserie.

Können Sie diese Einstellung denn nachvollziehen?

Naja, das ist auch eine Einstellungs- und Mentalitätssache von Einzelnen, schadet aber letztlich der ganzen Mannschaft. Zum Beispiel hatten wir vor dem Abdin-Spiel (0:11, die Red.) noch 15 Spieler auf dem Zettel, dann sagen zwei aus Krankheitsgründen ab und zwei erscheinen einfach gar nicht mehr. Was soll man dazu sagen? Nach diesem Spiel haben wir uns dann auch wie so oft vorher noch einmal zusammgesetzt und die Reißleine gezogen. Denn die ganzen Probleme gingen ja allmählich auch an die Substanz des Vereins und auch Trainer Sascha Liske, der es ja immer wieder versucht hat, konnte man das letztlich nicht mehr antun.

Was wird Sascha Liske künftig machen?

Er wollte jetzt erst einmal ein bisschen abschalten, und im Verein trainiert er ja sowieso noch die E-Junioren.

Wie geht es beim VfL Stenum jetzt weiter?

Wir haben uns am letzten Donnerstag mit dem Rest der Mannschaft zusammen gesetzt. Wir versuchen natürlich die sieben. acht Leute unbedingt zu halten. Die Hinz-Zwillinge und Albers haben zum Beispiel bereits klar gesagt, dass sie bleiben. Wir werden alle Spieler auf die verbleibenden Mannschaften aufteilen und in der nächsten Saison einen Neuanfang starten.

Wie optimistisch sind Sie, dass Ihnen der auch gelingt?

Wir werden das schaffen. Ich bin da für die nächste Saison zuversichtlich. Schließlich kommen aus der A-Jugend gleich zwölf Spieler für die Herrenmannschaften. Um wieder einen vernünftigen Unterbau für die Erste zu schaffen, wird es aber sicherlich noch zwei, drei Jahre dauern.

Da sind wir gleich bei der nächsten Stenumer Baustelle. Wie sehen Sie dort die Entwicklung?

Spieler wie Hanno Hartmann oder Christof Herbec sind nun einmal nicht zu ersetzen. Hinzu kommen die Ausfälle solcher Spieler wie Dominik Entelmann, Marco Reuschler oder Daniel Isenberg. Es ist für uns aber auf der anderen Seite enorm wichtig, dass wir in der Bezirksliga bleiben. Das wird schwer, aber wir werden es schaffen- spätestens wenn die Personalprobleme langsam kleiner werden.

Gibt es seitens des Vorstandes denn irgendwelche Notfallpläne?

Solche Entwicklungen, sind im Fußball nun einmal nicht vorhersehbar. Somit gibt es auch keine Schuldzuweisungen. Wir üben keinen Druck aus und bleiben ruhig. Wir müssen nun einmal das Beste aus der Situation machen.

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