Fußball-Bezirksliga 3 Lüneburg "Es ist an Dummheit kaum zu überbieten"

Zwei Teams, ein Duell und die große Frage: Wer holt sich den ersten Dreier? Der ATSV Scharmbeckstotel empfängt am Sonnabend (16 Uhr) die TSG Wörpedorf-G.-E. zum Kellerduell in der Bezirksliga 3.
30.08.2018, 18:05
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Von Christian Thiemann

Scharmbeckstotel/Wörpedorf. 19 Gegentore in nur drei Spielen. Die Defensive des ATSV Scharmbeckstotel wackelte in den ersten Spielen der noch jungen Saison bedenklich. Nun geht es am Sonnabend daheim gegen die TSG Wöpredorf-Grasberg-Eickedorf (Anstoß 16 Uhr), die auch noch auf den ersten Dreier wartet. Lediglich beim 0:0 gegen den SV "Komet" Pennigbüttel hielt das Bollwerk von Philipp Meinke stand. Der Trainer des letztjährigen Aufsteigers hatte seine Mannschaft in einer furiosen Rückrunde souverän zum Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga geführt und damit auch Erwartungen für die neue Spielzeit geschürt. Denen hinkt der ATSV nun etwas hinterher.

Klar war der Auftakt undankbar schwer mit den Landesliga-Absteigern Etelsen und Ottersberg. Doch gerade das 0:0 im Derby gegen Pennigbüttel hatte doch gezeigt, dass es auch defensiv erfolgreich geht. Trotzdem folgte die 0:7-Klatsche gegen Ottersberg. Auf der Habenseite stehen zudem nur die drei Treffer aus dem Spiel gegen Aufsteiger Achim (3:4). Dreimal blieb die Meinke-Elf also ohne eigenes Tor. "Das Spiel gegen Achim tut natürlich weh", gibt Eike Pupat unumwunden zu. Der Kapitän ist etwas fassungslos darüber, wie offen sein Team teilweise stand: "Letzte Saison haben wir bis zur Winterpause kaum gepunktet und jetzt stehen wir wieder mit so einem Torverhältnis da."

Gerade die jungen Spieler bräuchten noch Eingewöhnungszeit. "Die werden uns auf jeden Fall noch weiterhelfen", zeigt sich Pupat zuversichtlich. Eine richtige Erklärung haben er und sein Trainer Philipp Meinke aber nicht für die Gegentorflut. "Es ist an Dummheit kaum zu überbieten", meint Pupat, während sein Coach den Ansatz in der Psychologie sucht: "Gegen Ottersberg haben wir es in der ersten Viertelstunde gut gemacht. Mit dem ersten Gegentor ist das Selbstvertrauen dann weg und die Köpfe gehen runter."

Dass nach Wörpedorf auch noch ausgerechnet der FC Hambergen als nächster Gegner folgt, wird wenig helfen. "Das ist natürlich echt ein hartes Auftaktprogramm, aber trotzdem haben wir uns einen besseren Start erhofft", meint Pupat, der in dem schwachen Torverhältnis aber auch versucht etwas Positives zu sehen: "Wer jetzt gegen uns spielt, nimmt uns nicht mehr ernst."

Unterschätzen sollte man den ATSV aber auf keinen Fall. "Wir können schon eklig spielen und dafür sorgen, dass wir schwer zu schlagen sind", gibt Pupat sich kämpferisch. Auch der Aufsteiger aus Wörpedorf, wird den Kontrahenten nicht auf die leichte Schulter nehmen. Dafür wird Marco Miesner schon sorgen. Einige der Spieler beim Gegner hat er selbst noch bei der JSG Scharmbeckstotel/Ritterhude trainiert. Und außerdem muss seine Elf selbst unbedingt punkten.

Ganz so dramatisch wie beim ATSV ist es in Wörpedorf natürlich noch nicht. Trotzdem steht noch kein Dreier zu Buche. Die TSG Wörpedorf hatte schon in der Vorbereitung mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen und kann sich eigentlich glücklich über die zwei Remis zeigen. "Hätte mir vor der Spielzeit jemand gesagt, dass wir bei den ganzen Ausfällen zwei Punkte holen, hätte ich das unterschrieben", meint Miesner, der aber nicht vollends zufrieden ist: "Wenn man sich die Spiele dann anguckt, war teilweise schon mehr drin."

Gegen Bassen (1:1) hatte sein Team zunächst viel Glück, dass der Favorit nicht mit einer hohen Führung in die Pause ging. Danach folgte das 1:0 von Marcel Vintiss für die TSG, die es nicht schaffte, den Vorsprung gegen dezimierte Bassener (Gelb-Rot) über die Zeit zu bringen. "Wir zahlen eben noch viel Lehrgeld, sind aber im normalen Fahrwasser." Besonders der langwierige Ausfall von Kapitän Timon Schnakenberg macht dem Team jedoch zu schaffen. Personell hat sich die Lage vor dem wichtigen Spiel in Scharmbeckstotel kaum verbessert. "Das kann jetzt eine wichtige Partie werden", gibt Miesner einen Fingerzeig. Das trifft aber wohl in jedem Fall auf beide Mannschaften zu.

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