"Orgelschätze plus"

Es kracht vor der Sommerpause

Wenn Dietrich Wimmer zu seinen "Orgelschätzen" bittet, gibt es immer ein "Plus" oben drauf. Das war am Sonntagabend in der Vilser St.-Cyriakus-Kirche das Blasorcheser Brass Circle.
04.06.2018, 17:32
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Von Elfi Bultjer
Es kracht vor der Sommerpause

Der Herr der Tasten: Dietrich Wimmer beglückte das Publikum in der Vilser St.-Cyriakus-Kirche.

Jonas Kako

Bruchhausen-Vilsen. Die Konzertreihe "Orgelschätze plus" startete am Sonntagabend in ihre Sommerpause. Doch zuvor gab es von dem Initiator und Organisten Dietrich Wimmer noch einen Auftritt mit einem ganz besonderen „Plus“ in der St.-Cyriakus-Kirche zu Bruchhausen-Vilsen. „Bevor wir in die Sommerpause starten, lassen wir es noch einmal so richtig krachen“, sagte Wimmer. „Als feststand, dass wir ein Konzert in dieser Kirche geben, wusste ich: Die Orgel ist so groß und kräftig, da hole ich mir die Blechbläser dazu“, erzählte Wimmer. „Bei Blechbläsern habe ich gleich an das Blasorchester Brass Circle aus Haßbergen gedacht“, verriet der Kirchenmusiker.

Der Leiter des Blasorchesters Brass Circle, Andreas Stamer, erzählte dem Publikum: „Wir spielen auch gerne mal außerhalb der Kirchenmusik.“ Kennengelernt haben sich die Musiker in dem Blasorchester, aber jeder von ihnen spielt auch in anderen Konstellationen zusammen. „Irgendwann haben wir angefangen, im Gottesdienst zu spielen. Das machen wir jetzt regelmäßig zweimal im Jahr“, erfuhren die Konzertbesucher. „Einmal spielten wir bei einem Gottesdienst zusammen mit Dietrich Wimmer. Danach fragte er uns, ob wir nicht auch bei einem seiner Konzerte zusammen spielen möchten“, erinnerte sich Stamer.

Orgel und Bläser spielten Stücke zusammen, ebenso wie abwechselnd allein. Die Eröffnung des Konzerts machte Dietrich Wimmer mit dem Präludium und Fuge C-Dur von Johann Sebastian Bach. Danach spielten Blasorchester und Orgel zusammen „Bleib bei mir, Herr“, Vorspiel und zwei Begleitsätze. Bei dem Stück von Ralf Grössler wurde sehr deutlich, wie gut Bläser und Orgel klanglich zusammenpassen.

Die Suite „Klezmoresque“ von Roland Kernen und „A Whiter Shade Of Pale“ von Procol Harum, arrangiert von Kraeydonck, trug das Blasorchester alleine vor. „The Conquest Of Paradise“ von Vangelis, arrangiert von J. G. Mortimer, spielten Blasorchester und Orgel wieder zusammen. „Bei der Filmmusik hatte ich die Idee, dass sie prima in die Kirche passt“, erzählte Stamer. „Sie trägt das Thema Paradies in sich und klingt so schön bombastisch“, erklärte er. So bombastisch, dass die Orgel teilweise hinter den voluminösen Bläsern unterging.

Von Dietrich Wimmer war die Sonate Nr. 2 für Posaunenchor und Orgel, die zum Ende des Konzerts wieder gemeinsam gespielt wurde. Die Improvisation mit dem Titel „Herzlich tut mich erfreuen“ von Wimmer, die er alleine auf der Orgel spielte, wurde nach seinen Klangfarben Zungenkornett, Rankett, Traversflöte und Terzzimbel benannt. Hier hatte der Kirchenmusiker wunderbar die klanglichen Besonderheiten der Orgel der St.-Cyriakus-Kirche hervorgehoben. Von John Stanley spielte Wimmer „Organ Voluntary op.5, 1“. „John Stanley spiele ich jedes Mal in der Konzertreihe, damit man hört, dass er auf jeder Orgel gespielt werden kann. Egal ob eine aus der Barockzeit oder einer jüngeren wie dieser“, erklärte der Organisator des Konzerts.

Der Musiker aus Bruchhausen-Vilsen sah bei seinem Heimspiel mit Freude, dass sich bereits ein Kern an Zuhörern gebildet hat, die er auf jedem seiner Konzerte der „Orgelschätze“ auf den Kirchenbänken begrüßen kann.

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